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Die gesamte Reise von A bis Z

geplanter Reiseverlauf

Link zum Reiseveranstalter Phoenix-Reisen

Die gesamte Kreuzfahrt ist zusammengesetzt aus 3 einzeln buchbaren Reisen, die vom Veranstalter mit klangvollen Bezeichnungen versehen worden sind, nämlich:

– 26.02.2013 – 25.03.2013 Vom “Wilden Westen” zum Fernen Osten
– 25.03.2013 – 17.04.2013 Zu den schönsten Häfen Südostasiens
– 17.04.2013 – 13.05.2013 Auf den Routen von Sindbad zwischen Ceylon

Phoenix Reisen hat mir freundlicherweise gestattet, die Karten über die 3 Routen aus dem Reisekatalog hier zu nutzen.

26.02.2013 - 25.03.2013 Vom "Wilden Westen" zum Fernen Osten

26.02.2013 – 25.03.2013 Vom „Wilden Westen“ zum Fernen Osten

25.03.2013 - 17.04.2013 Zu den schönsten Häfen Südostasiens

25.03.2013 – 17.04.2013 Zu den schönsten Häfen Südostasiens

17.04.2013 - 13.05.2013 Auf den Routen von Sindbad zwischen Ceylon und Arabien

17.04.2013 – 13.05.2013 Auf den Routen von Sindbad zwischen Ceylon und Arabien

(Mit einem Klick auf eine der Karten können Sie deren Ansicht vergrößern)

Tabellarischer Reiseverlauf

Tag Datum Hafen Ankunft Abfahrt
1 Mi 27.02.2013 Vancouver / British Columbia / Kanada 18:00
2 Do 28.02.2013 Seattle / Washington / USA 06:00 14:00
3 Fr 01.03.2013 Astoria / Oregon / USA 09:00 18:00
4 Sa 02.03.2013 Urlaub auf See
5 So 03.03.2013 San Francisco / Kalifornien / USA 08:00
6 Mo 04.03.2013 San Francisco / Kalifornien / USA 13:00
7 Di 05.03.2013 Erholung auf See
8 Mi 06.03.2013 Erholung auf See
9 Do 07.03.2013 Erholung auf See
10 Fr 08.03.2013 Erholung auf See
11 Sa 09.03.2013 Hilo (Hawaii) / Hawaii Inseln / USA 13:00 22:00
12 So 10.03.2013 Lahaina (Maui) / Hawaii Inseln 08:00 18:00
13 Mo 11.03.2013 Honolulu (Oahu) / Hawaii Inseln / USA 08:00 22:00
14 Di 12.03.2013 Nawiliwili (Kauai) / Hawaii Inseln / Amerika 07:00 13:00
15 Mi 13.03.2013 Urlaub auf See
16 Do 14.03.2013 Urlaub auf See
17 Fr 15.03.2013 Urlaub auf See
18 Sa 16.03.2013 Urlaub auf See
19 So 17.03.2013 Datumsgrenze (Tag entfällt)
20 Mo 18.03.2013 Erholung auf See
21 Di 19.03.2013 Erholung auf See
22 Mi 20.03.2013 Erholung auf See
23 Do 21.03.2013 Yokohama / Japan 14:00
24 Fr 22.03.2013 Yokohama / Japan 18:00
25 Sa 23.03.2013 Shimizu / Japan 07:00 14:00
26 So 24.03.2013 Osaka / Japan 09:00
27 Mo 25.03.2013 Osaka / Japan
28 Di 26.03.2013 Osaka / Japan 17:00
29 Mi 27.03.2013 Beppu / Japan 08:00 17:00
30 Do 28.03.2013 Kagoshima / Japan 09:00 20:00
31 Fr 29.03.2013 Amami / Amami Inseln / Japan 10:00 18:00
32 Sa 30.03.2013 Naha / Okinawa / Japan 08:00 17:00
33 So 31.03.2013 Ishigaki / Japan 09:00 20:00
34 Mo 01.04.2013 Keelung / Taiwan 07:00 18:00
35 Di 02.04.2013 Kaohsiung / Taiwan 09:00 18:00
36 Mi 03.04.2013 Urlaub auf See
37 Do 04.04.2013 Manila / Philippinen 08:00 18:00
38 Fr 05.04.2013 Insel Romblon / Philippinen ® 07:00 13:00
39 Sa 06.04.2013 Puerto Princesa / Insel Palawan / Philippinen ® 08:00 14:00
40 So 07.04.2013 Kota Kinabalu (Sabah) / Malaysia 09:00 22:00
41 Mo 08.04.2013 Muara / Brunei 07:00 14:00
42 Di 09.04.2013 Erholung auf See
43 Mi 10.04.2013 Singapur / Singapur 10:00
44 Do 11.04.2013 Singapur / Singapur 18:00
45 Fr 12.04.2013 Port Kelang / Malaysia 08:00 18:00
46 Sa 13.04.2013 Langkawi / Malaysia ® 11:00 18:00
47 So 14.04.2013 Sabang / Insel We / Indonesien ® 12:00 18:00
48 Mo 15.04.2013 Kreuzen im Indischen Ozean
49 Di 16.04.2013 Kreuzen im Indischen Ozean
50 Mi 17.04.2013 Colombo / Sri Lanka 08:00
51 Do 18.04.2013 Colombo / Sri Lanka 17:00
52 Fr 19.04.2013 Kochi (Cochin) / Indien 13:00
53 Sa 20.04.2013 Kochi (Cochin) / Indien 17:00
54 So 21.04.2013 New Mangalore / Indien 08:00 18:00
55 Mo 22.04.2013 Mormugao (Goa) / Indien 08:00 16:00
56 Di 23.04.2013 Mumbai (Bombay) / Indien 08:00 24:00
57 Mi 24.04.2013 Urlaub auf See
58 Do 25.04.2013 Urlaub auf See
59 Fr 26.04.2013 Muscat / Oman 07:00 18:00
60 Sa 27.04.2013 Erholung auf See
61 So 28.04.2013 Salalah / Oman 10:00 22:00
62 Mo 29.04.2013 Urlaub auf See
63 Di 30.04.2013 Urlaub auf See
64 Mi 01.05.2013 Hodeidah / Jemen 06:00 22:00
65 Do 02.05.2013 Kreuzen im Roten Meer
66 Fr 03.05.2013 Kreuzen im Roten Meer
67 Sa 04.05.2013 Safaga 06:00 20:00
68 So 05.05.2013 Aqaba / Jordanien 09:00 19:00
69 Mo 06.05.2013 Eilat / Israel 20:00
70 Di 07.05.2013 Sharm-el-Sheikh / Sinai 07:00 14:00
71 Mi 08.05.2013 Suez-Kanal//Port Said 19:00 20:00
72 Do 09.05.2013 Kreuzen im Mittelmeer
73 Fr 10.05.2013 Kreuzen im Mittelmeer
74 Sa 11.05.2013 Naxos di Taormina / Sizilien ® 08:00 18:00
75 So 12.05.2013 Kreuzen im Tyrrhenischen Meer
76 Mo 13.05.2013 Nizza / Frankreich 09:00
.
.
® Schiff auf Reede, Ausbooten wetterabhängig

Sinn und Zweck dieses Blogs

In diesem Blog werde ich
einen Reisebericht über unsere Reise „Einmal Rund um die Nordhalbkugel“
verfassen. .

Dieser Blog verfolgt 3 Ziele:

  1. Menschen (Verwandte,
    Freunde, Bekannte und Unbekannte), die an dieser Reise interessiert sind
    und wissen möchten, was wir (meine Frau und ich) unterwegs so erleben,
    haben hier die Möglichkeit sich zu informieren
  2. Ich kann mit der Reise
    angeben!
  3. Ich kann später mal nachlesen, wie mir die Reise gefallen hat.

Erstellung und Wachstum des Blogs

Auf dem Schiff MS Amadea
besteht die Möglichkeit E-Mails zu versenden, allerdings ohne Anhänge.

Da es technisch möglich ist, Artikel für diesen Blog per E-Mail zu erstellen, kann ich zeitnah berichten und
publizieren – oder zu bloggen, wie es jetzt im Neuhochdeutschen auch gerne
genannt wird. Voraussetzung ist natürlich, ich bin nicht zu träge, mich abends
nach einem erlebnisreichen Tag an das Netbook zu setzten um etwas zu schreiben.

Peter_IMG_1499 [50%]

mehr so….

IMGP3074 [50%]

…oder mehr so?

Also langer Rede kurzer Sinn, es ist einfach etwas zu schreiben, aber schon schwieriger auch Bilder in
den Blog zu beamen. Hierzu muss man nämlich an Land ein Internetcafe oder einen
WLAN-Hotspot, wie es ihn z.B. bei McDonalds gibt, suchen (und finden).
<span style="font-family:Arial;"Die Möglichkeit per Handy mit einer deutschen SIM-Karte z.B. in Taiwan über eine Telefonverbindung ins
Netz zu gehen, schließe ich aus – die Reise selbst war schon teuer genug :-).
<span style="font-family:Arial;"Also da wir an Land nicht primär IT-Infrastrukturen suchen werden, kann es sein, dass Bilder nicht
synchron zu den Blog-Artikeln veröffentlicht werden, sondern erst später ins
Netz gestellt werden können.

<<< zum Anfang

Reisevorbereitungen Teil 1 (noch 2 Monate)

In einem Schreiben vom Reiseveranstalter werden wir aufgefordert, Einreisegenehmigungen für folgende Länder einzuholen:

– USA

– Sri Lanka

– Indien

Visum für Sri Lanka

Am einfachsten war die Sache mit Sri Lanka. Hier konnte man unter www.eta.gov.lk ein Online-Formular ausfüllen. Nachgefragt wurden die persönlichen Daten, wie Name, Geburtsdatum und Adresse. Des Weiteren wurden die Daten des Reisepasses abgefragt, wie Passnummer, Ausstelldatum etc. Dann wollte das Formular noch wissen, wann und wo wir in Sri Lanka ankommen werden. Innerhalb weniger Minuten erhielt man per Mail ein PDF-Dokument, in dem die Einreiseerlaubnis bestätigt wurde. Das Ganze war kostenlos und konnte mit rudimentären Englischkenntnissen leicht bewerkstelligt werden.

Visum für SRI Lanka

X

Visum für die USA

Dann nahm ich mir die Einreiseformalitäten für die USA vor. Unter https://esta.cbp.dhs.gov musste man die Sache starten. Leider hatte ich auf der ersten Seite übersehen, dass man die Geschichte auch auf Deutsch umschalten konnte, denn auf den englischen Seiten genügten keine rudimentären Englischkenntnisse mehr.

Gestartet wurde der Vorgang durch anklicken einer APPLY-Schaltfläche. Darauf erschien erst mal eine ganze Seite Text, dass man mich vielleicht doch nicht einreisen lassen wird und wenn überhaupt, dass ich dort nicht arbeiten darf und vieles mehr. Das Ganze musste ich bestätigen mit:

Yes, I have read and understand the information and agree to these terms.

Hier habe ich die Amerikaner schlicht und ergreifende belogen, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts verstanden.

Jetzt erschien auf dem Schirm wieder eine textlastige Seite zum Thema “US-Gesetz zur Förderung von Reisen in die USA (Travel Promotion Act) von 2009“.

Auch hier belog ich wieder die elektronische Behörde, als ich angab, alles verstanden zu haben. Ich hatte lediglich verstanden, dass ich etwas per Kreditkarte bezahlen muss.

Jetzt kam man endlich zu einem Formular, was auszufüllen war. Neben den üblichen Angaben zur Person musste ich bestätigen, dass ich

– keine Geschlechtskrankheiten habe

– nicht an Lepra leide

– nicht geisteskrank bin

– keine Drogen nehme

– kein Spion bin

– kein Schwerstkrimineller bin

– … und viele weitere abstruse Dinge auf mich nicht zutreffen.

Da ich hier schon genauer wissen wollte, was denn so von diesem Gruselkatalog nicht auf mich zutrifft, lief die Google-Übersetzungsmaschine heiß.
Ich beantwortet also wahrheitsgemäß alle diese Fragen mit “nein“ – und das war gut so.
Hier konnte ich dann halbwegs mit gutem Gewissen bestätigen, dass ich alles verstanden hätte.

Dann wurden die Kreditkartendaten abgefragt, 14 Dollar abgebucht und kurze Zeit später kam per Mail ein Schriftstück, das mich hoffen lässt, dass meine Frau und ich amerikanischen Boden betreten dürfen.

Visum für USA

Last but not least – Visum für Indien

Wenn jemand jetzt meint, was die Amerikaner in Sache Einreise veranstalten, könne nicht mehr getoppt werden, der irrt gewaltig, denn er hat noch nie versucht nach Indien einzureisen.

Auch hier ging der Einstieg über das Internet, nämlich über die Homepage des indischen Konsulats in Frankfurt http://www.cgifrankfurt.de/ .

Hier stellte ich fest, dass den Indern meine kriminelle Vergangenheit und mein Geisteszustand ziemlich egal waren. Sie interessieren sich vielmehr über meine Abstammung bis ins 3. Glied. So musste man Name, Geburtsort und Nationalität der Eltern angeben. Des Weiteren war von Interesse, ob die Großeltern Pakistanis sind oder mal in Pakistan gewohnt haben. Meines Wissens war das nicht der Fall. Aber ich habe auch nie mit meiner Oma wirklich darüber geredet. Rein theoretisch könnte ich auch hier wieder gelogen haben.

Auch wollte man wissen, welche Länder ich in den letzten 10 Jahren besucht habe. Das zu beantworten ist für einen passionierten Kreuzfahrer nicht ganz einfach, deshalb habe ich zunächst mal nur die Länder genommen, über die in der Vergangenheit etwas in meinen Pass gestempelt wurde. Und zusätzlich trug ich noch eine handvoll weiterer Länder in das Formular ein, deren Besuch ich aus dem vorderen Teil meiner Erinnerung hervor kramen konnte. Vollständig sind die Angaben sicherlich nicht. Ich hoffe, der indische Zöllner wird das bei der Einreise nicht merken.

Nachdem das Formular also ausgefüllt und in die tiefen des Netzes abgeschickt wurde (laut einem Hinweis an einen Server in Indien) musste man es auch noch ausdrucken und ein Passbild draufkleben. Aber nicht eines, was man vielleicht sowie schon hat. Nein – man besteht auf dem in Indien üblichen Format von 5 cm x 5 cm. Dummerweise ist dieses Format in Deutschland absolut unüblich. Aber es gibt zum Glück professionelle Fotografen, denen dieses Format nicht fremd ist und auch in der Lage sind, die vielen ergometrischen Auflagen (näheres siehe hier) der Inder an so ein Foto zu erfüllen. Also ließen meine Frau und ich jeweils zwei Fotos (diese Anzahl wurde vom Formular gefordert) extra anfertigen.

ergometrische Vorschriften

ergometrische Vorschriften

Jetzt gab es 2 Möglichkeiten. Den Pass samt Formular an die Botschaft zu schicken oder mit Pass und Formular selbst zur Botschaft zu gehen.

Da ich vor meinem geistigen Auge sah, was passiert, wenn die Pässe auf dem Postweg verloren gehen, dass dann nämlich die Einreiseerlaubnisse für die USA und SRI Lanka ungültig sind, weil ja bei einem auf die Schnelle neu zu beschaffenden Pass sich die Passnummer ändern würden, was so ein Einreisebeamter mit Sicherheit gleich bemerkt und dann anfängt zu zicken. Also wurde beschlossen, die Pässe selbst zum Konsulat zu bringen, sodass nur noch die Gefahr bestand, dass ein Pass in irgendeiner Schreibstube verschüttet geht.

Daher ging’s zwischen den Jahren zum Konsulat nach Frankfurt. Dort lief es eigentlich ganz gut. Die Wartezeit betrug nur eine knappe halbe Stunde. Als ich dann meine Anträge abgab, gelangte ich noch zu der Erkenntnis, dass

  • das zweite Passbild doch nicht gebraucht wird und ich es wieder mit nach Hause nehmen durfte,
  • die Visagebühr in der unverschämten Höhe von 65,50 Euro pro Antrag und Pass sofort und ausschließlich in bar zu entrichten ist.

Über den Termin für die Abholung der Pässe würde man mich dann in einigen Tagen per E-Mail unterrichten.

Gott Brahma

Brahma sei Dank – es hat schließlich alles geklappt.

Indisches Visum

*

Noch wenige Tage – Packen etc.

Noch wenige Tage – letzte Reisevorbereitungen

Der Reisetermin rückt immer näher. Wir fangen an zu packen (schließlich geht es schon in 3 Wochen los), nicht richtig, aber so ein bisschen. Überall in der Wohnung stehen jetzt Körbe und Kisten, in die man Sachen hinein tut, die man auf keinen Fall vergessen darf. Dieses Konzept finden wir sicherer als z. B. einfache Notizzettel.

Eine Herausforderung an die Reiselogistik ist das technische Equipment, als da sind:

Für Doris:

  • Handy
  • Tablett-PC
  • MP3-Player
  • Ebook-Reader
  • Digitalkamera
  •  

Für Peter

  • Handy
  • Netbook
  • MP3-Player
  • Ebook-Reader
  • Digitalkamera groß
  • Digitalkamera klein
  • elektrische Zahnbürste
  • Rasierapparat

 

Dass diese Sachen allein schon voluminös sind, ist selbstredend. Aber jedes dieser technischen Errungenschaften hat einen anderen Anschluss für das unentbehrliche Ladegerät. Und falls der Akku nicht fest verbaut ist, haben wir auch noch Ersatzakkus, wobei ich wohl nicht erwähnen muss, dass durchgängig eine unheilvolle 1:1-Beziehung besteht,nämlich: pro Gerät ein unterschiedlicher Akku.

Zwar erlaubt uns die Lufthansa großzügig 40 Kg Freigepäck pro Person, aber es kommen die ersten Zweifel auf, ob das genügt.

Aber der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und wir werden ruhiger und gehen jetzt zielgerichteter vor. Wo hinein mit den vielen Sachen? Einen Teil kann man ja Peter’s Maxi-Trolli verpacken, der uns schon viele Jahre lang gute Dienste geleistet hat. Aber da hat uns die Lufthansa einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es gibt eine neue Regel, die besagt, die Summe von Länge + Breite + Höhe darf 158 cm nicht überschreiten. Schade dass der Trolli ein paar Zentimeter größer ist. Nach langer Diskussion wurde entschieden, dass ein neuer Trolli angeschafft werden muss, der der Lufthansa-Norm genügt. In Verbindung mit den Eintrittsgeldern in diverse Länder (siehe Artikel über die Viasbeschaffung), wird die Reise immer teurer.

Die Auswahl der Klamotten war relativ einfach. Man legt raus, was man meint zu brauchen und legt jedes 2. Teil wieder zurück in den Schrank und versucht das was übrig bleib, möglichst platzsparend in die Koffer zu quetschen . Geübte Tetris-Spieler sind hier sicherlich enorm im Vorteil.

Jetzt kann das Taxi kommen. Wir haben ein extra großes bestellt, denn wir werden reisen mit:

  • zwei Maxi-Trollis
  • einem Medium-Trolli
  • einer großen Reisetasche
  • einer Laptoptasche
  • zwei Rucksäcken

 

Man konnte 24 Stunden vor Abflug im Internet Sitzplätze belegen, was Doris auch getan hat. Uns ist es wichtig, Gangplätze zu haben, damit man sich zumindest nach einer Seite mal etwas ausbreiten kann. Waren früher mal die Fensterplätze das Non plus Ultra, sind dies heute besagte Gangplätze – und die waren schon sehr sehr knapp, weil im Gegensatz zu uns wohl die meisten Reisenden bereits bei der Buchung angegeben haben, wo sie sitzen wollen. Wir hatten an solche Details bei der Buchung noch nicht gedacht. Aber Doris hat sich im Internet sehr erfolgreich durch die Seiten von Lufthansa geklickt und so kommt es, dass Doris und Peter jetzt hintedreinander sitzen, allerdings mit 5 Sitzreihen dazwischen.

Die 11-stündige Trennung (so lange wird der Flug dauern) wäre ja noch zu verkraften , aber da Peter dem Flugbetrieb im Allgemeinen und den Fluggeräten im Besonderen etwas skeptisch gegenüber steht (andere nennen das Flugangst!), wird er niemanden haben, der ihm beim Start und bei der Landung das feuchte Händchen hält – aber vielleicht hat er ja einen netten und verständnisvollen Sitznachbarn, der diese Aufgabe übernimmt.

 

*

1. Tag – Dienstag 26.02.2013 – Flug nach Vancouver

1. Reisetag – Dienstag 26.02.2013 – Flug nach Vancouver

Das Taxi kam pünktlich um 7:45 Uhr und brachte uns nach ca. 15 minütiger Fahrt zum Frankfurter Flughafen. Dort können wir kratz-fatz am sogenannten Drop-Off-Schalter unser Gepäck abgeben, weil wir ja die Bordkarten bereits haben.

Bei der Sicherheitskontrolle im Terminal C sieht es auch gut aus. Erstens streiken die Kontrolleure nicht, wie die Woche zuvor in Hamburg und Düsseldorf und außerdem gibt es keinerlei Warteschlangen. Allerdings wird dort Doris in die Mangel genommen. Nach der Durchleuchtung des Handgepäcks muss Doris ihren mit sehr viel konzeptioneller Überlegung gepackten Rucksack auspacken. Man hat auf dem Röntgenschirm gezackte metallene sternförmige Gegenstände entdeckt. Der bezüglich Kung Fu Filmen bewanderte Kinogänger weiß, dass Bruce Lee gerne mit eisernen Wurfsternen seine Gegner zur Strecke brachte und das wussten die Sicherheitsleute auch. Doris beteuerte zwar, dass sie keine Waffen mitführe und auch keinerlei Tötungsabsichten gegen niemanden hege, aber das nutzte alles nichts – der wohlorganisierte Rucksack wurde links gemacht.

Die „Waffen“ wurden dann auch gefunden. Es handelte sich um 2 sternförmige Kühlschrankmagneten, die Peter einmal von Ebay als Anerkennung für seine 200. Transaktion (türkiser Stern) und seine 300. Ebay-Transaktion (gelber Stern) erhalten hatte. Diese Magnete haften nämlich prima an den Kabinenwänden auf dem Schiff und leisten dort praktische Dienste, um z:B. die Reiseroute an die Wand zu pinnen.

Das Corpus Delicti

Das Corpus Delicti

Der Flug selbst war pünktlich, das Essen an Bord einigermaßen genießbar. Und alkoholische Getränke waren im Gegensatz zur Fluggesellschaft Condor im Flugpreis inbegriffen. Und Weinbrand hilft ein wenig gegen Flugangst

Peter nutzte die Zeit im Flieger, um weiter für den Internet-Blog zuschreiben.Der Flug war absolut ruhig. Das Flugzeug lag ruhig wie ein Brett in der Luft und es gab keinerlei Turbulenzen.

 

Die Ankunft in Vancouver war erst mal verbunden mit Einreiseformalitäten und Check-In Prozeduren auf dem Schiff. Gegen 21:00 Uhr Ortszeit (6:00 früh des Folgetags in Deutschland) fielen wir wie ein Stein ins Bett, um gegen 4:00 früh Ortszeit aufzuwachen, nicht mehr schlafen zu können und um 5:00 Uhr in den Fitnessraum zu gehen.

*

2. -3. Tag Mittwoch 27.2 – Donnerstag 28.2.2013 – Vancouver und Seattle

Vancouver und Seattle

Wir sitzen in Seattle in einem Starbucks Cafe und ich tippe gerade diese Zeilen. Hier gibt es freien Internetzugang, sodass ich von hier die fertigen Artikel für den Blog einstellen kann. Über Vancouver selbst und Seattle habe ich noch nichts geschrieben. Vielleicht folgt noch was, vielleicht auch nicht. Auf alle Fälle stelle ich schon mal ein paar Bilder von Vancouver ein.

Flughafen Vancouver - Ankunftshalle

Flughafen Vancouver – Ankunftshalle

Flughafen Vancouver

Flughafen Vancouver

Unser Gepäck

Unser Gepäck

 

Skigebiet im Norden Vancouvers

Skigebiet im Norden Vancouvers

Regenwald bei Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Vancouver City

Vancouver City

Übgrigens wurde in Seattle Starbuck erfunden und gegründet.

*

4. Reisetag – Freitag 1.3.2013 – Seetag – Rückblick auf Vancouver und Seattle

4. Reisetag – Freitag 1.3.2013 – Seetag

Nachdem wir gestern Abend Seattle verlassen haben und die nächsten zwei Tage auf See sein werden ohne irgendwo anzulanden, nutze ich jetzt die Gelegenheit, die letzten 2 Tage Revue passieren zu lassen. Gestern in Seattle hatte ich ja nur kurz Zeit, direkt einige Zeilen in meinen Blog eintippen zu können, während ich jetzt auf dem Schiff in Harry’s Bar sitze und in Ruhe mit meinem Netbook diesen Artikel verfasse, den ich dann beim nächsten Landgang (in San Francisco), wenn ich ein öffentliches WLAN-Netz oder ein Internetcafé finde, per Drag und Drop in den Editor des Blogs einfügen kann und ihn mit einem Klick auf die Publiziere-Schaltfläche ins Netz schicke.

In Vancouver gingen wir nach dem Frühstück von Board, um ein wenig die Stadt zu erkunden. Vom Hafen waren es nur wenige Minuten bis zur ersten Touristenattraktion, eine mit Dampf betriebene Uhr. Also wurde ein Foto gemacht und der Programmpunkt abgehakt.
Weiter ging es durch diverse Einkaufsstraßen im Stadtteil Gastown und wir gelangten nach Chinatown. Auf dem Rückweg zum Hafen kamen wir durch eine doch recht düstere Gegend (Hastings Street), sicherlich ein sozialer Brennpunkt. Wir sahen sehr viele Obdachlose, Bettler und Passanten mit abgerissener Kleidung und verhärmten Gesichtern.
Die Stadt selbst ist geprägt durch architektonisch interessante Hochhäuser – viel Beton, Stahl und Glas.

Für den Nachmittag hatten wir einen Ausflug gebucht, der unter dem Namen „Spaziergang im Regenwald“ gelistet war. Per Bus ging es zunächst zu einer Lachs-Aufzuchtstation. Außer vielen Schautafeln und einem Becken mit kleinen Babylachsen gab es nicht viel zu sehen.
Von der Lachsstation ging es dann zu Fuß in ein angrenzende Waldgebiet, dem sogenannten Regenwald. Unter Regenwald stellt man sich ja einen tropischen Dschungel vor, aber von Tropen konnte im Februar bei Temperaturen wie in Deutschland nicht die Rede sein, aber beeindruckend war der Wald doch. Die Bilder machen vielleicht deutlich, was ich meine. Warum dieser Wald als Regenwald bezeichnet wird, haben wir vergessen den Reiseleiter zu fragen.
Weiter ging es mit dem Bus zu einem hübsch gelegenen Stausee, der für die Wasserversorgung von Vancouver wichtig ist.
Das nächste Ziel war das Skigebiet von Vancouver in ca. 800 Meter Höhe gelegen.

Skigebiet im Norden Vancouvers
Rettungssanitäter

Rettungssanitäter

Auf dem Weg zurück zum Hafen wurde noch an einer Stelle, wo man sehr schön Vancouver von oben sehen konnte, ein kurzer Fotostopp eingelegt. Wir sind ja bezüglich organisierter Ausflüge eher skeptisch, man wird oft mit langweilen Infos vollgepumpt , die sich kein Mensch behalten kann, wird im Akkord von einer Sehenswürdigkeit zu anderen gekarrt und die Hauptbeschäftigung ist eigentlich die Ein- und Aussteigegerangel im Bus. Aber dieser Ausflug war tatsich interessant und hat sich wirklich gelohnt.

Zurück an Bord, mussten wir die für alle Passagiere obligatorische Seenotrettungsübung absolvieren.
Am späten Abend legten wir ab mit Ziel Seattle.

In Seattle angekommen mussten wir uns erst einmal der amerikanischen Einreiseprozedur unterziehen. Es wurden die Fingerabdrücke gescannt, ein Foto gemacht und die Daten aus dem Reisepass erfasst und das alles in irgendwelchen Datenbanken gespeichert, auf die sicherlich der CIA, FBI, die Republikaner, die amerikanische Waffenlobby und weiß der Teufel wer noch alles zugreifen kann. Aber schließlich durften wir das Hafengebäude, in dem diese Zeremonie stattfand, verlassen.

Wir besuchten die weitläufigen mehrstöckigen Markthallen des „Pike Place Market“, in denen täglich, mittlerweile aber wohl nur noch für die Touristen, alles mögliche angeboten wird, als da sind, Kunsthandwerk jedweder Art, Souvenirs, Klamotten, lebensgroße Pappfiguren lebender (z.b. Justin Bieber) und verstorbener Promis (z.B. Elvis oder Marylin Monroe), Blumen, Fisch, Fleisch, Obst, Schallplatten (ja, so richtige aus Vinyl) und und und.
Doris und ich können uns da stundenlang treiben lassen. Allerdings sind wir mittlerweile touristisch ziemlich immun und kaufen fast nichts mehr.

Am späten Nachmittag stand der Kapitänsempfang und am Abend das Kapitänsdinner auf dem Programm. Der Empfang hat eigentlich keinen erkennbaren Nutzen. Man steht Schlange, um dem Kapitän die Hand geben zu dürfen erhält im großen Showsalon des Schiffes einen Gratissekt und es wird unter tosendem Beifall der Schiffskoch auf der Bühne des Salons präsentiert.
Das Galadinner selbst zeiht sich über Stunden in die Länge und die Qualität des Essen ist eher schlechter als üblich, auch wenn ab und zu bei derartigen Galas Hummer geboten wird, aber den mögen wir gar nicht. Dann wird noch erwartet, dass man einen Smoking oder ein Dinnerjacket trägt.
Jetzt habe ich derartige Kleidungsstücke nicht mit eingepackt und auch gar nicht einpacken können, denn ich besitze so etwas gar nicht. Ich hatte als Alternative eine schwarze Jeans, ein weißes Hemd und ein einfaches dunkles Jackett vorgesehen, aber wir beschlossen, diese Highlight zu schwänzen und noch mal raus zu gehen. Das Schiff sollte ja erst um 23:30 ablegen.

Wir bummelten also die Uferstraße entlang, kamen zu einem Riesenrad, das wir bestiegen und hatten so einen schönen Blick auf die eigentlich hässliche Stadt Seattle.
Wie ich ja schon vor einigen Tagen berichtet hatte, machten wir Pause in einem Starbucks Café, wo wir in Ruhe unseren Internetaktivitäten nachgehen konnten, weil kostenloses WLAN bei Starbuck Standard ist
Erwähnenswert ist vielleicht auch , das Seattle wohl die Stadt mit der weltweit höchsten Starbucks Dichte ist. Gefühlt ist der größte Abstand zwischen zwei Starbuck Cafes maximal 200-300 Meter.
Da wir unser eigenes Galadinner haben wollten, machten wir und auf die Suche nach einem McDonalds, was aber gar nicht so einfach war. Wen man keinen braucht, sieht man dauernd einen. Aber nach langem, langem Suchen wurden wir doch fündig. Wir waren aber wieder mal von den großen Boulevards abgekommen (eigentlich nur eine Straße parallel zu demselben) und waren wieder in einer etwas düsteren Gegend gelandet, in denen von den Schönen und Reichen nichts mehr zu sehen war, sondern das etwas andere Gesicht von dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Nach dem Galadinner (Doublecheeseburger, Pommes rot und weiß und Cola Zero) ging es zurück zum Schiff.

Wie bereits anfangs erwähnt, ist heute Seetag. Wenn der geneigte Leser meint, solche Tage sind ereignislos, so irrt er gewaltig. Heute früh um 5:30 Uhr ist in unserer Kabine die Toilette übergelaufen. Aber wir hatten Glück im Unglück, denn was sich aus der Toilette ins Bad ergoss, war reines Wasser ohne fäkale Zutaten und die Überschwemmung stoppte, bevor das Wasser höher stand, als die ca. 5 cm, die in Form einer Fußbodenkannte zwischen Bad und Wohnbereich angebracht war. Auf Grund unserer Alarmmeldung, die wir telefonisch bei der Schiffsrezeption abgesetzt hatten, wurde ein Klempner in Marsch gesetzt, der Schlimmeres verhindert hat.
Neben dieser Episode gibt es heute aber auch noch geplante Unterhaltung gemäß Bordprogramm,

– 08:00 Frühsport
– 09:15 Ökumenische Andacht
– 10:00 Wirbelsäulengymnastik
– 10:00 Tischtennisturnier
– 10:15 Vortrag über San Francisco
– 11:00 Shuffelboard
– 11:00 Selbstverteidigungskurs für Jedermann
– 12:00 Mittagsquiz
– 14:30 Kniffel-Turnier
– 14:30 Farben und Papier – Malen und Gestalten
– 15:30 Cross-Boccia
– 15:30 Golfen an Bord
– 16:30 Bingo
– 17:00 Tanzkurs
– 17:30 Walk A Mile
– 20:00 Klaviermelodien zum Lauschen und Träumen
– 21:00 Film im Bordkino
– 21:00 Romantische Lieder und Balladen (Flügel und Gesang)
– 22:30 DJ Roby lässt den Plattenteller drehen

Zwischen und während dieser Programmpunkte gibt es immer irgendwo etwas zu Essen (mehr dazu später).

Falls jemand den geplanten Reiseverlauf mit diesem Blogeintrg verglichen hat, wird feststellen, dass das Ablegen in Seattle bereits um 14:00 Uhr und nicht erst um 23:30 hätte erfolgen sollen und heute eigentlich der Hafen von Astoria unser Ziel gewesen wäre.
Uns wurde aber bereits vor zwei Tagen mitgeteilt, dass auf Grund der Wetterlage Astoria nicht angelaufen werden kann. Zwar war die See tatsächlich ein wenig kappelig und das Schiff hat etwas geschwankt, aber sicherlich nicht mit dem Ausmaß, dass nur mit halber Kraft gefahren hätte werden können. Wir vermuten vielmehr einen Planungsfehler im Reiseverlauf. Auch bei Sonnenschein wäre dieser Routenverlauf nicht möglich gewesen, soweit ich das mit meinen amateurhaften nautischen Kenntnissen beurteilen kann. Solche „wetterbedingten“ Routenänderungen sind auch auf anderen Reisen hin und wieder vorgekommen. Aber da Astoria nicht zu den touristischen Highlights gehört und wir die Seetage sowieso gerne mögen, hält sich unsere Enttäuschung doch sehr in Grenzen. Hätte man unser nächstes Ziel, San Francisco, gestrichen, wären wir echt sauer gewesen.

Bildergallerie Vanvouver

Deutsche Touristin in Vancouver Chinatown
Deutsche Touristin in Vancouver Chinatown
Chinatown - Wandgemälde
Chinatown – Wandgemälde
Die berühmte Dampfuhr
Die berühmte Dampfuhr
Blick auf Vancouver

Blick auf Vancouver

Stausee - Trinkwasser für Vancouver

Stausee – Trinkwasser für Vancouver

Vancouver - Regenwald

Vancouver – Regenwald

Im regenwald von Vancouver

Im regenwald von Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Regenwald bei Vancouver

Bildergallerie Seattle

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Bicycle-Police von Seattle

Bicycle-Police von Seattle

.. so häufig wie in Deutschland die Spatzen.

.. so häufig wie in Deutschland die Spatzen.

.. weitere Nebeneinkünfte des SPD-Kanzlerkandidats

.. weitere Nebeneinkünfte des SPD-Kanzlerkandidats


Dieser Schriftzug ist ein touristisches Wahrzeichen von Seattle - Public Pike Market

Dieser Schriftzug ist ein touristisches Wahrzeichen von Seattle – Public Pike Market

Big Wheel, ein Riesenrad in Seattle

Big Wheel, ein Riesenrad in Seattle

Blick auf Seattle aus dem Riesenrad

Blick auf Seattle aus dem Riesenrad

Big Wheel keep on turning

Big Wheel keep on turning

Sonntag 3.3.2013 – San Francisco

Ich habe gerade den Artikel über den Seetag mit Rückblick auf Vancouver und Seattle hochgeladen. Ich sitze wieder mal in einem Starbucks Cafe, diesmal in San Francisco, wo ich diese Zeilen gerade in die Tastatur einhacke. Der Editor für den Blog hat im Gegensatz zu WORD keine Rechtschreibprüfung – das ist gefährlich.

 

So, jetzt werden wir erst mal San Francisco unsicher macher. Vielleicht gibt es ja später etwas zu berichten.

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Von San Francisco nach Hawaii

Vor 3 Stunden haben wir Frisco verlassen und werden erst

nach 5 Tagen auf See in Hawaii wieder festen Boden unter den Fuessen haben.

Bis dahin wird es von mir aus technischen Gruenden keine weiteren Blogeintraege mehr geben können.

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7. – 12. Reisetag

7. und 8 Reisetag Sonntag 3.3.2013
Montag 4.3.2013 – San Francisco

Schon früh um 7:00 Uhr ist das gesamte Schiff schon auf auf den Beinen, die Einfahrt in die San Francisco Bay steht bevor. Das Lotsenboot hat den Lotsen bereits auf der Amadea abgesetzt und im leichten Morgennebel kann man die Golden Gate Bridge schon erkennen. Mit gezückten Kameras steht das Kreuzfahrervolk dicht gedrängt am Bug und fotografiert, was das Zeug hält. Wir gehen etwas tiefer auf Deck 7. Auf Deck 7 kann man einmal um das Schiff herumlaufen (370 Meter). Der vordere Bugteil ist allerdings für die Passagiere gesperrt und die massive hochgezogene Bugwand behindert die Sicht nach vorne. Aber der Blick von der Seite an der Reling ist auch sehr gut, man muss nur den Kopf ein wenig drehen und schon kann man auch nach vorne sehen und dieser Platz ist sehr exklusiv. Auf den besagten 370 Metern verlieren sich maximal 15 Leute. Wir fahren unter der Golden Gate Bridge durch und passieren die berühmt berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz und legen eine gute halbe Stunde später an der Pier 36 an. Wir erkunden San Francisco ohne Ausflugshilfen des Reiseveranstalters Phoenix. Es gibt eigentlich nichts zu berichten, was nicht schon in den Reiseführern steht oder was man bei Wikipedia nachlesen kann. Pier 39 mit den Robben, Cable Car, Lombardstreet und Fisherman’s Wharf, das Vergnügungs- und Touristenviertel stehen auf unserer Tu-Liste.

Von Bedeutung war mal wieder ein Starbucks Café mit seinem kostenlosen WLAN, um die Artikel und Bilder für diesen Blog ins Netz zu stellen. Die Sache stellt sich doch aufwendiger dar als ursprünglich gedacht. Der bereits angefertigte Textartikel ist rasch eingestellt, aber die Fotos sind die wahren Zeiträuber. Sie müssen in eine sogenannte Blog-Bibliothek hochgeladen werden, das geht noch relativ rasch. Aber dann muss für jedes Bild die Bildunterschrift eingetippt werden ,d.h. Bild anklicken und warten, Bildunterschrift eingeben, „Fertig-Schaltfläche“ klicken und warten – und das Netz ist oft sehr langsam. Wenn man das endlich geschafft hat, muss man jedes Bild einzeln veröffentlichen, das heißt jedes mal wieder klicken und warten. Man könnte das Layout sicherlich ein wenig gefälliger gestalten, indem man etwa zwei Bilder nebeneinander stellt, statt alles untereinander (das geschieht nämlich automatisch) oder man könnte sogar die Bilder in den Text integrieren, aber dazu bleibt leider keine Zeit.

Was mir in San Francisco am besten gefallen hat? In einem Museum mit funktionstüchtigen alten bis historischen Spielgeräten entdeckte ich einen Flipper der Marke Gottlieb aus den 60er Jahren, mit mechanischem Zählwerk und überschaubarem Spielfeld ohne jeden Schnickschnack. Für 25 Cents konnte man 5 Kugeln spielen und wenn man ein Freispiel erzielte, ertönte das markante, knallende Klackgeräusch. Natürlich habe ich geflippert und fühlte mich in meine früheste Jugend zurück versetzt.

Auf dem Rückweg zum Schiff kauften wir noch für wenige Cents eine größere Menge Mineralwasser, nämlich 2 Kanister mit je einer Gallone (ca. 4 Liter). Auf dem Schiff muss man für Wasser außerhalb der Mahlzeiten knapp 3 Euro pro Liter bezahlen.

Für den folgenden Tag hatten wir einen Ausflug gebucht. Ziel war zunächst der Muirwoods Nationalpark, ca. 20 Kilometer von San Francisco entfernt gelegen. In einem kleinen roten klapprigen Bus wurden wir dorthin gebracht. Zwar hatte der Bus WiFi (drahtloses Internet) an Bord, dafür waren die Sitze furchtbar schmal und unbequem. Wir wurden zu einem herrlichen Wald mit riesigen uralten Mammutbäumen, den sogenannten Redwoods gebracht. Leider war der Aufenthalt mit nur eine Stunde, viel zu kurz, um diese grandiose Natur zu erleben und zu genießen. Das nächste Ziel war das Städtchen Sausalito. Hier konnte man eine Stunde durch die touristische Einkaufsstraße bummeln oder am Yachthafen entlang schlendern. Auch hier war eine Stunde natürlich zu viel zu kurz, man hatte nicht mal genügend Zeit in Ruhe einen Kaffee zu trinken. So ist das auf den meisten Ausflügen. In der vorgegebenen Zeit müssen möglichst viele Zeile und Sehenswürdigkeiten abgehakt werden, ein Konzept, dass bei mir und Doris nicht auf sehr viel Gegenliebe trifft. Weniger wäre mehr gewesen.

Wir fuhren zurück zum Schiff, wo das Mittagessen schon auf uns wartete. Gleichzeitig verließen wir San Francisco mit Kurs auf Hawaii. Es war eine wunderschöne Ausfahrt. Es ging wieder an Alcatraz vorbei und unter der Golden Gate Bridge durch. Das Wetter war gut, die Sicht klar, kein Nebel verhüllte den oberen Teil der beiden mächtigen Pfeiler der Golden Gate Bridge, aber die große Schar der Fotografen wie am Tag zuvor bei der Einfahrt, suchte man vergebens. Niemand wollte sein Mittagessen unterbrechen oder verschieben. Ich habe noch einige sehr schöne Fotos geschossen.

Vor uns liegen jetzt mehr als 2000 Seemeilen (1 Seemeile = 1,8 Km), bevor wir wieder festen Boden unter den Füßen haben werden. Das Schiff fährt mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 17- 18 Knoten (1 Knoten = 1 Seemeile pro Stunde), 2000:17 = 118 Stunden (circa), 118 Stunden = ca. 5 Tage, also scheinen die von Phoenix-Reisen kommunizierten Zeiten für diesen Teil der Pazifiküberquerung zu stimmen.

9. bis 12 Reisetag Dienstag 5.3.2013
Freitag 8.3.2013 – Seetage

Die 5 Seetage am Stück (genauer ½ + 4 + ½) geben mir Gelegenheit, das Schiff und das Bordleben etwas näher zu beschreiben. Das Schiff ist für 600 Passagiere und 300 Mann Besatzung ausgelegt. Auf dieser Etappe der Reise sind nur 340 Passagiere an Bord, was sehr angenehm ist. Überall ist reichlich Platz, es gibt keine Gedränge an den Buffets und man findet auf den Decks, in einer der Bars oder den Restaurants immer ohne groß suchen zu müssen einen Platz. Mal sehen wie das auf der nächsten Etappe (Osaka bis Sri Lanka) sein wird. Wie wir in Erfahrung bringen konnten, wird dann das Schiff voll besetzt sein.

Gerade in den ersten Tagen fallen einem Eigentümlichkeiten auf, wie zum Beispiel der Zustand, dass ich in den Restaurants nirgends Süßstoff, sondern nur Zucker finden konnte. Also fasste ich mir ein Herz und fragte beim Maitre (das ist der Saal- bzw. Restaurantchef) nach und erhielt die Auskunft, dass Süßstoff mittlerweile in der Kritik sei und eventuell gesundheitsschädlich ist und deshalb aus dem Programm genommen wurde. Ob’s den Diabetiker freut? Doris hielt mich gerade noch zurück, als ich mich anschickte, den Chef der diversen Bars aufzusuchen zu überzeugen, den Verkauf von Alkohol und Zigaretten sofort einzustellen. Die Lösung: Wir kauften in Seattle eine Packung mit 100 Tütchen Süßstoff. Mit denen süße ich jetzt jeden morgen heimlich, wenn der Maitre gerade nicht guckt, meinen Tee. Und da es weiterhin Alkohol an Bord gibt, gönne ich mir zum Feierabend gerne mal ein Bier.

Die Süßstoff-Affaire ist aber einer der wenigen Kritikpunkte bezüglich der Restaurants. Es gibt zwei Restaurants, ein vornehmes, das sich „Restaurant Amadea“ nennt und ein etwas, wie soll ich sagen, weniger elegantes, eher rustikales bezüglich Ambiente, aber nicht ungemütliches, das „Restaurant Vier Jahreszeiten“.

Zum Frühstück gibt es in beiden Restaurants ein sehr gutes und reichhaltiges (Ausnahme Süßstoff!) Frühstücksbuffet, so wie man es aus guten Hotels kennt.

Das Mittagessen wird im „Amadea“ klassisch serviert, während in den „Vier Jahreszeiten“ ein Buffet aufgebaut wird. Die Auswahl der Speisen unterscheidet sich in den beiden Restaurants nicht. Zu den Mahlzeiten gibt es kostenlos einen einfachen Tafelwein (rot und weiß), Wasser und Saft. Andere Getränke muss man bezahlen.

Auch im Buffet-Restaurant gibt es einen guten Service. Die Kellner achten darauf, dass man immer etwas zu trinken hat, räumen nicht mehr benötigtes Geschirr ab und helfen einem beim tragen, wenn man z. B. versucht gleichzeitig Salat- und Hauptspeiseteller unfallfrei zum Tisch zu balancieren. Wir bevorzugen die Buffetform. Hier kann man sich alles so zusammenstellen wie man will und die vom Küchenchef komponierte Menüzusammenstellung modifizieren und die Mengen frei wählen. Man kann erst mal ausprobieren, ob einem etwas schmeckt (ganz kleine Portion) und wenn ja,beliebig Nachschlag holen (mittlere Portion). Und das größte Plus: Es gibt eine Speiseeistheke.

Das Abendessen wird in beiden Restaurants serviert, leider gibt es da kein Buffet.

Das Essen ist sehr schmackhaft, es ist immer etwas dabei, was man gerne isst. Es gibt die gehobene Küche genauso wie die gut bürgerlich und rustikale Küche, also getrüffelter Lachs, Stubenkücken, Rinderschmorbraten und Currywurst mit Pommes.

Sicherlich ist von Interesse, wie das denn mit der Kleiderordnung auf diesem Schiff ist.

Dazu gibt das täglich erscheinende Tagesprogramm Auskunft. Hier wird außerdem über die Animationsangebote, die Anlege- und Ablegezeiten, das Film- und Videoprogramm, eventuelle Zeitumstellungen, über die Öffnungszeit der Bars und Restaurants und eben auch über die Kleiderordnung informiert . Es gilt grundsätzlich, Restaurants sollen nicht mit Badebekleidung und/oder freien Oberkörper betreten werden. Das kann ich voll unterschreiben. Dann gibt es eine dreistufige Kleiderordnung:

  • Gala
  • leichte Eleganz
  • leger

Leger ist selbsterklärend (zumindest führt Phoenix dies nicht weiter aus). Leger ist der Standard für tagsüber, also für das Frühstück und das Mittagessen.

Über die Gala hatte ich mich ja bereits ausgelassen. Statt des geforderten Smokings oder Dinnerjackets halte ich ja alternativ mit schwarzen Jeans und einem weißem Hemd und einem einfachen dunklen Jackett dagegen. Leichte Eleganz wird bei Phoenix-Reisen wie folgt definiert: „Herren lange Stoffhose & Hemd mit oder ohne Krawatte & Sakko; Damen entsprechend.“ Die Leichte Eleganz wird in den meisten Fällen abends gefordert. Die Aufforderung zur leichten Eleganz erwidere ich mit mittelschwerer Ignoranz und kleide mich etwa mit einer Cargohose und einem bunt gemustertem Hemd. In diesem Dress ist man abends im „Vier Jahreszeiten“ gut aufgehoben, den dort gibt es viele gleichgesinnte Revolutionäre, die sich nicht an diese Kleiderordnung halten und niemand nimmt Anstoß, ich glaube nicht einmal Notiz. Im „Restaurant Amadea“ hält man sich wohl eher an die Bekleidungsvorschläge, aber wissen tun wir es nicht genau, weil wir dort noch nicht gespeist haben. Seit der Erfindung der AIDA-Kreuzfahrten gibt es neben dem Hardcore-Cruising auch das Freestyle-Cruising und das hält auch Einzug auf den Nicht-AIDA-Schiffen. Eine klassische Kreuzfahrt (Hardcore-Cruising) zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • strikte Kleiderordnung
  • fest zugeordnete Plätze im Restaurant
  • feste Tischzeiten
  • die Mahlzeiten werden serviert, wobei der zweite Gang erst dann aufgetragen wird, wenn alle am Tisch den ersten Gang beendet haben (solch eine Mahlzeit ist zeitaufwendig)

Beim Freestyle-Cruising gilt:

  • legere Kleiderordnung, kein Frack-, Krawatten- oder Sakkozwang
  • frei Platzwahl in den Restaurants
  • lange, flexible Tischzeiten
  • Buffets

Unsere Reise stellt also eine Mischform zwischen den beiden Kreuzfahrtformen dar, mit dem größeren Ausschlag zum Freestyle.

Nachdem die Kleiderfrage in den Restaurants geklärt ist und ich das Essen schon gelobt habe, stellt sich die Frage, ob das Klischee stimmt, dass ohne Unterlass gegessen wird. Die Antwortet lautet:

  • Nein, wenn Landausflüge oder Landgänge anstehen, solange man sich also nicht auf dem Schiff befindet;
  • Ja, sonst.

Hier beispielhaft die Angebote an einem gewöhnlichen Seetag:

  • 07:00 – 08:00 Early Bird (das ist: einfaches Frühstück)
  • 08:00 – 11:00 Frühstück im „Restaurant Amadea“ und „Restaurant Vier Jahreszeiten“
  • 11:00 – 11:45 Bouillon oder Kaltschale am Pool
  • 12:30 – 14:00 Mittagessen im „Restaurant Amadea“ und „Restaurant Vier Jahreszeiten“ und am Pool
  • 14:00 – 16:00 süße Crêpes mit verschiedenen Beilagen und Füllungen an der Jupiter Bar (Außendeck)
  • 15:30 – 16:30 Tee- und Kaffeestunde in Harry’s Bar (hier gibt es Kuchen, Torten, Sandwichs, und und und)
  • 18:00 – 21:00 Abendessen im „Restaurant Amadea“ und „Restaurant Vier Jahreszeiten“
  • 22:00 – 23:00 Late Night Snake
  • Beim Zubettgehen findet man noch ein kleines Leckerli auf seinem Kopfkissen

Einmal pro Woche wird die 11-Uhr-Bullion durch einen maritimen Frühschoppen ersetzt, mal fischig mit Austern, Lachs und Heringssalat, mal bayrisch mit Weißwurst und Leberkäse.

Es soll tatsächlich Zeitgenossen geben, die diese Angebote komplett nutzen. Mit eiserner Disziplin, Selbstbeherrschung und dem Wissen, dass es mehrere Personenwaagen an Bord gibt, gelingt es uns in der Regel, nur die klassischen Mahlzeiten Frühstück, Mittag- und Abendessen einzunehmen – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die nächste Frage, die sich stellt, könnte lauten: „Ist Leuten wie euch, die nicht den ganzen Tag essen, nicht furchtbar langweilig, gerade an Seetagen?

Hier lautet die Antwort ganz klar:“Nein!“. Über das reichhaltige Animationsprogramm hatte ich ja bereits geschrieben, aber bis auf einen interessante Vorträge (z.B. über Bildgestaltung bei der Fotografie) oder einer Brückenführung (Brücke = Führerstand des Schiffs) haben wir derartige Angebote noch nicht viel genutzt.

Unser Tagesablauf während der ersten Tage war recht konfus. Wegen des Jetlags waren wir zwischen 4 und 5 Uhr morgens munter und genau da gab es noch keine Bespaßung durch Schiffsanimateure. Also gingen wir ins Fitnessstudio, um eine halbe Stunde auf dem Ergometer zu strampeln. Interessanterweise waren wir nicht die Einzigen. Abends um neun Uhr waren wir dann kaputt und gingen ins Bett.

Jetzt hat sich dass mit dem ganz frühen Aufstehen zwar gelegt, aber spätestens um sieben Uhr sind wir wach. Der Tag beginnt mit einigen Runden ums Schiff. Gerade in den ersten Tagen pfiff der Wind ganz ordentlich. Spätestens dann war man wirklich wach. Anschließend geht es dann zum Frühstück, für dass man sich viel viel Zeit nimmt. Dann wieder ein paar Runden ums Schiff, man muss ja schließlich kontrollieren, ob das Meer noch da ist. Bei diesen Schiffsumrundungen bleibt man immer wieder irgendwo an der Reling stehen und schaut aufs Wasser. An der Westküste Amerikas haben wir auf diese Weise schon zweimal Wale gesichtet. Meist sichtet man allerdings keine Wale, aber man schaut auf das endlose Wasser und hängt so seinen Gedanken nach.

Je nach Wetterlage begibt man sich dann auf das Pooldeck oder sucht sich ein Plätzchen im inneren des Schiffs und liest oder schreibt etwas für den Internet-Blog oder man unterhält sich etwas mit den anderen Passagieren. Ruck-Zuck ist der Vormittag vorbei. Da fällt mir gerade ein, dass ich ab und zu schon mal beim Mittagsquiz mitgemacht habe, das ist so eine Art „Günther Jauch für Arme“. Es werden 20 Fragen zur Allgemeinbildung gestellt und wessen Lösungszettel die meisten richtigen Antworten enthält, gewinnt einen Drink. Ich habe sogar einmal gewonnen.

Über das Mittagessen habe ich ja schon referiert, aber noch nicht komplett über alle Facetten. Denn zu einem guten Mittagessen gehört durchaus ein kleines Schläfchen und es ist eine tägliche schwere Entscheidung, ob man eines hält oder nicht. Alternativ ist wieder Lesen angesagt. Zwischendurch gibt es wieder etwas Bewegung auf Deck 7. So entgeht man auch der Gefahr, doch auf einmal wie durch Zauberhand einen Teller mit Kuchen und Schlagsahne in der Hand zu halten.

Halt, da ist doch noch ein Animationsprogrammpunkt dem wir einige Male am Nachmittag beigewohnt haben – Bingo. Bei diesem allseits beliebten Kreuzfahrerspiel setzt man 5 Euro für eine Spielkarte ein, auf der sich 25 Fensterchen mit verschiedene Zahlen befinden. Jedes dieser Fensterchen besitzt einen Schieber, mit dem man es schließen kann. Aus einer Trommel werden farbige Kugeln mit Zahlen gezogen und wenn man diese Zahl auf seiner Karte hat, schließt man den Schieber. Bei einer Spielrunde spielen noch andere Passagiere mit, die ebenfalls 5 Euro für ihre Spielkarte gelöhnt haben und deren Karten andere Zahlenkombinationen aufweisen, als die eigene. Der Spielteilnehmer, der als erster alle seine Fensterchen geschlossen hat, weil alle seine auf der Karte befindlichen Zahlen gezogen wurden, ruft laut Bingo und gewinnt einen Teil des Gesamteinsatzes aller Spieler. Man gewinnt nicht alles, weil für die 5 Euro mehrere Runden gespielt werden und der Gesamteinsatz auf diese Runden verteilt wieder ausgeschüttet wird. Das schönste an diesem Spiel ist, dass Doris dabei schon einmal 27,50 Euro gewonnen hat, die wir im Laufe der Reise aber mit Sicherheit wieder verspielen werden.

Es ist also kein Problem den Nachmittag rum zu kriegen. Gegen 17:30 hat sich mittlerweile bei uns der Besuch des Fitnessraums und der Saunen des Spa-Bereichs etabliert.

Erst mal werden 30 – 35 Minuten auf dem Ergometer gefahren, dabei kann man wunderbar das Meer beobachten. Es folgen noch ein paar Übungen an den Kraftgeräten auf dem Schiff und dann geht es in die Sauna, zur Auswahl stehen:

  • finnische Sauna (80 Grad)
  • Bio-Sauna (60 Grad)
  • Dampfbad

Die beiden Saunen haben zwar auch Panoramafenster, aber wenn wir anfangen dort zu schwitzen, ist die Sonne bereits unter gegangen.

Nach der angesagten Ruhe nach dem Saunagang ist es schon wieder Zeit für das Abendessen.


Anschließend geht man noch in eine der Bars. Wir haben mittlerweile „Harry’s Bar“ als unsere
Stammkneipe gewählt. Bis 23:00 Uhr gibt es dort Livemusik, nix Aufregendes,
aber musikalisch handwerklich einwandfrei dargeboten. Eine Sängerin und ein
Organist bringen Pop-Oldies, Deutsche Schlager und bei Bedarf (zum Beispiel auf
den Frühschoppen) Stimmungsmusik. Die Orgel ist ein Hightec-Instrument, bei dem
nicht das Orgelspielen im Vordergrund hat der Musiker die Aufgabe, die
Arrangements zu steuern, die sich irgendwo im inneren dieses Geräts befinden.
Ich trinke dann mein ehrlich verdientes Feierabendbier, lese oder wir spielen eine Partie Scrabble.

Vielleicht werden wir auch einmal eine der täglichen Shows in der Atlantic Lounge (= der große Saal des Schiffs) besuchen, aber nicht heute oder morgen, denn wir haben ja noch soooo viel Zeit. Irgendwann zwischen 23:00 und 24:00 Uhr ist es Zeit ins Bett zu gehen. Zwar gibt es ein bescheidenes Nachtleben auf dem Schiff, aber das musste bisher ohne uns stattfinden.

Und morgen gibt es wieder einen schönen Tag und Hawaii rückt näher und näher.

7. – 12. Reisetag – Bildergallerie San Fancisco

.... Goden Gate Bridge ....

…. Golden Gate Bridge ….

... immer noch Golden Gate Bridge ...

… immer noch Golden Gate Bridge …

Golden Gate Bridge im Nebel

Golden Gate Bridge im Nebel

San Francisco wir kommen

San Francisco wir kommen

Der Geist ockt uns

Der Geist lockt uns

.. die Geister die ich rief

.. die Geister die ich rief

Angst!

Angst!

... If you goin' to San Francisco.

… If you goin‘ to San Francisco.

Fishermans Wharf

Fishermans Wharf

Für ein gute Foto riskiert der Tourist sein Leben

Für ein gute Foto riskiert der Tourist sein Leben

Cable Car

Cable Car

Frühling in San Francisco

Frühling in San Francisco

Cable Car in Action

Cable Car in Action

Cable Car

Cable Car

Pier 39 und die Robben

Pier 39 und die Robben

Lombard Street - die kurvstenreiche Straße der Welt

Lombard Street – die kurvstenreiche Straße der Welt

Wie klein ist doch der Mensch

Wie klein ist doch der Mensch

Park mit Redwoods

Park mit Redwoods

Brckenbesichtigung

Brückenbesichtigung

Frühschoppen mit Lachs und Austern

Frühschoppen mit Lachs und Austern

Von Hawaii nach Japan

Wir haben den Hafen von Nawilliwilli/Hawaii verlassen und nemen Kurs auf Yokohama/Japan. Vor uns liegen 3260 Seemeilen. Fr diese Strecke im Pazifik werden wir mehr als 7 Tage unterwegs sein bevor wir wieder festen Boden unter den Fuessen haben. Bis dahin wird es, genau wie auf der Strecke San Francisco – Hawaii, keine Blog-Eintraege geben.

12. – 15. Reisetag – Hawaii
plus 16. – 23. Reisetag – Auf See

12. Reisetag, Samstag 9.3.2013 – Hilo/Hawaii/USA

Gestern hatte Doris ihren 60. Geburtstag. Den hätten wir mit viel Pomp und Trallala auf dem Schiff zelebrieren lassen können, indem man den Maître informiert hätte. Über den Tisch hätten Luftschlangen und Luftballons hängen können, die Kellnerschar hätte einen Chor gebildet und „Happy Birthday“ gesungen und der Maître hätte uns noch eine ganze Torte serviert, die man dann vergeblich versucht hätte, an die Tischnachbarn zu verteilen, die aber sowieso schon übersatt gewesen wären. Kurzum, das wollte Doris sich nicht antun und wir feierten ganz im Stillen.

Heute werden wir wieder festen Boden unter die Füße bekommen. Dass wir Hawaii anlaufen werden, kann man am besten daran erkennen, dass gefühlte 40% der männlichen Passagiere in knallig bunte Hawaii-Hemden gewandet sind und so bereits zum Frühstück erscheinen.

Gegen 10:00 Uhr morgens, bei schönem Wetter kommt Land in Sicht und nicht nur das. Ein dutzend Wale tauchen sowohl steuerbord als auch backbord auf und blasen die typischen Fontänen. Es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl, diese Tiere zu beobachten (Gänsehaut).

Kurze Zeit später legen wir an der Pier des Hafenstädtchens Hilo an. Wir haben Hawaii erreicht.

Hawaii ist aber nicht gleich Hawaii, wie wir während der Seetage gelernt haben (Reisen bildet).

  1. Hawaii ist der 50. Bundesstaat der USA, also ein politisches Gebilde.
  2. Hawaii ist eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, mitten im Pazifik zwischen Asien und USA gelegen, also ein geologisches Gebilde
  3. Hawaii ist die größte und geologisch jüngste Insel der besagten Inselgruppe, also eine Bezeichnung für eine einzelne Insel. Wegen der Mehrdeutigkeit des Begriffs Hawaii wir sie auch „The Big Island“ genannt.

Solange die Behörden für das Schiff die sogenannte Freigabe noch nicht erteilt haben, darf niemand von Bord. Wir essen also erst einmal in Ruhe zu Mittag und gehen dann an Land, denn die Freigabe wurde mittlerweile erteilt.
Die leicht bekleideten Hula-Schönheiten, die dem Ankömmling einen Blumenkranz umlegen, gibt es wohl nur im Film. Wir verlassen das Hafengelände, vorbei an uniformierten Zoll- und Einwanderungsbeamten und machen uns auf den Weg zu einer Busstation, von wo wir ins Zentrum des Städtchens fahren wollen. Es gibt allerdings weder ein Wartehäuschen oder ein sonstiges Kennzeichen, welches die Haltestelle eindeutig identifiziert und die Beschreibungen und Erklärungen der Einheimischen sind widersprüchlich. Das unübersichtliche DIN A 4 Blatt mit den Abfahrtszeiten, das man uns gegeben hatte, sagt aus, dass der Bus schon längst hätte kommen müssen. Irgendwann kam dann doch tatsächlich ein Bus an. Der Fahrer bestätigte, dass er in die City führe und wir stiegen ein. Die Fahrt ist sogar kostenlos. Studenten und Personen über 55 Jahre brauchen nichts zu bezahlen. Zur Sicherheit zeige ich dem Fahrer meinen Reisepass, damit er nicht denkt, ich sei ein Student.

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen ist, dass wir in die falsche Richtung fahren, was sich allerdings als Glücksfall herausstellt.
Wir fahren durch üppig grüne Landschaften an der Küste entlang und stellen fest, dass am Samstag der Hawaiianer mit Kind und Kegel in die Natur zieht, um zu grillen und im Meer, in Lagunen oder kleinen Teichen zu baden. Man kann sich an der Gegend nicht satt sehen. Fotos mache ich allerdings keine, denn durch die etwas schmuddeligen Busscheiben wird man wohl keine vernünftigen Bilder bekommen. Irgendwann fährt der Bus plötzlich rückwärts in einen kleinen Waldweg, um zu wenden. Wir fahren die gleiche Strecke, die wir bis dahin zurückgelegt haben, wieder zurück und halten auch wieder am Hafen. Diese Haltestelle war tatsächlich auch in der erwähnten verbalen Vorschlagsliste der Einheimischen enthalten.
Also jetzt geht es tatsächlich Richtung City. Dort angekommen besuchen wir zunächst einen einheimischen Markt und kaufen uns erst einmal ein paar Bananen, so kleine Mini-Dinger, die aber sagenhaft gut schmeckten, so richtig nach Banane eben, mit einer leichten Vanillenote. Wir bummeln durch das bunte Gewirr von Ständen und anschließend erkunden wir den Ort. Es gibt nichts Spannendes über Hilo zu berichten. Uns fallen spezielle Bäume auf, mit weit ausladenden Kronen bestehend aus stark verzweigen Ästen. Der Blick über die Uferstraße zum Strand mit ihren Palmenreihen erfüllt am ehesten das erwartete Klischeebild, einfach nur schön.

In einem kleinen Café (kein Starbucks) machen wir Pause und erledigen unsere Internetverpflichtungen.
So langsam wollen wir wieder zurück zum Schiff. Also laufen wir in Richtung der Busstation, wo wir ausgestiegen waren, in der Hoffnung dort ein Taxi zu finden. Es ist bereits nach 17 Uhr und der allerletzte Bus für diesen Samstag ist bereits um 16 Uhr gefahren. Wir kommen vorher an einem Lebensmittelgeschäft vorbei und kaufen dort Wasser ein, wieder 2 Kanister a einer Gallone. An der Kasse fragen wir, wie man am besten ein Taxi kriegen kann. Das Mädchen an der Kasse kann allerdings auch nicht so recht weiterhelfen und will schon eine Kollegin um Rat fragen, da spricht uns eine Frau an und meint, sie führe in diese Richtung und könne uns mitnehmen. Gesagt getan, wir steigen ein und sie fährt uns bis zum Eingang des abgesperrten Hafenbereichs, wo unsere MS AMADEA liegt. Wir bedanken uns ganz herzlich und steigen aus. Der Mann, der am Hafeneingang die Bordausweise kontrolliert, fragt uns, woher wir die Frau kennen. Wir erklären ihm die Sache und er lächelt und sagt, so etwas komme auf Hawaii durchaus öfter vor. Die Menschen seien hier sehr freundlich und hilfsbereit. Wörtlich erklärt er noch: „That’s the spirit of Aloa“.

Im Hafen selbst erfolgt eine weitere Kontrolle des Bordausweises und wie am Flughafen werden unsere Rucksäcke durchleuchtet und wir selbst müssen durch eine Metalldedektorschleuse gehen. So werden wir wieder daran erinnert, dass wir nicht im Paradies, sondern in den USA sind. Auf dem Schiff werden unsere Bordausweise mit einem Scanner zum dritten Mal kontrolliert. Hier macht es auch wirklich Sinn, zumal durch das Scannen im Bordcomputer registriert wird, dass wir wieder an Bord sind. Beim Verlassen des Schiffs wird auch gescannt. So meldet man sich beim Bordcomputer ab. So weiß das Schiff immer, wer an Bord ist und wer nicht – ganz wichtig wenn das Auslaufen ansteht, da sollten schon alle Passagiere wieder da sein.
Wieder an Bord gibt es gleich unerfreuliche Infos. Das morgige Ziel, die Insel Maui kann nicht angelaufen werden. Das ist ärgerlich, da wir dort mit einem Boot auf Walbeobachtung gehen wollten. Der Grund für die Routenänderung ist die etwas unruhige See vor Maui. Wir hätten dort nämlich nicht wie im Katalog ausgewiesen, an einer Pier, festgemacht, sondern hätten vor dem Hafen ankern müssen, weil die Pier anderweitig belegt sei. Beim Ankern gelangt man mit den Rettungsbooten an Land. Dieser Vorgang wird auch Tendern genannt und das Rettungsboot heißt dann Tenderboot. Beim Tendern muss die See ganz ruhig sein. Bei sogenanntem Schwall hat man langgezogene Wellen, die das Tenderboot wie einen Fahrstuhl bis zu 2 Meter hoch und runter bewegen, sodass ein ungefährlicher Ausstieg aus der Schiffsluke in das auf dem Wasser befindliche Tenderboot sehr gefährlich ist.
Als Alternative hat die Schiffsleitung beschlossen am nächsten Tag Honolulu anzulaufen, also schon einen Tag eher als ursprünglich geplant und dort 2 Tage liegen zu bleiben.
Wir fragen uns, wie es möglich ist, dass Phoenix eine Pier bestellt und nur einen Ankerplatz bekommt. Uns ist bei Phoenix auf einer früheren Kreuzfahrt so etwas schon einmal passiert. Wir sollten laut Katalog in New York liegen, dort war aber alles besetzt und wir mussten in einen Hafen im benachbarte New Jersey ausweichen und wurden dann mit Bussen nach Manhattan gekarrt.

Am Abend ist auf den Außendecks musikalisches Programm und um 22:30 verlassen wir Hilo mit dem Ziel Honolulu auf der Insel O’ahu.

13. Reisetag, Sonntag 10.3.2013 – Honolulu/Hawaii/USA

Die Fraktion der Hawaii-Hemden-Träger hat zugenommen.
Seit einigen Tagen macht sich bei mir eine Erkältung bemerkbar, die mich heute außer Gefecht setzt.

Wir fahren am Morgen gegen 11:00 Uhr bei schlechtem Wetter in den Hafen von Honolulu ein. Wale wurden diesmal nicht geboten.
Vom Schiff aus kann man ein altes Wahrzeichen von Honolulu erkennen, den Aloa-Tower, ein 10-geschossiger Turm mit einer Aussichtsplattform. Was man sonst sieht, sind moderne Hochhäuser, Bürogebäude und breite Straßen, die den Aloa-Tower optisch als Winzling erscheinen lassen.
Doris geht von Bord, kommt aber nach einer guten Stunde wieder total durchnässt zurück und berichtet, außer ein paar Geschäften, die am Sonntag offen hatten, nichts entdeckt zu haben.
Ich bleibe den ganzen Tag im Bett.

14 Reisetag, Montag 11.3.2013 – Honolulu/Hawaii/USA

Die Schar der Träger von bunten Hawaii-Hemden unter den Passagieren hat sich erneut vervielfacht.

Mir geht es heute schon viel besser und wir beschließen, mit dem vom Schiff organisierten Shuttlebus zum weltberühmten Strand Waikiki Beach zu fahren. Um es gleich vorweg zu nehmen: Waikiki Beach ist der größte Fake seit der Erfindung von Bielefeld.
Aber der Reihe nach. Wir hatten uns für den Shuttlebus (12 Euro/Person hin und zurück) um 10:30 entschieden und haben noch etwas Zeit, sodass wir erst noch den Aloa-Tower erklimmen wollen. Dazu müssen wir zunächst einmal unsere Rucksäcke am Tower kontrollieren lassen. Dann können wir mit dem Lift in die 10. Etage zur Aussichtsplattform fahren, von wo man einen wunderbaren Blick auf unser Schiff und die Stadt hat.
Der Shuttlebus ist vollkommen leer, außer uns fährt nur noch ein weiteres Ehepaar mit. Wir vermuten, dass der 8:30- und 9:30-Bus voller war.
Honolulus Straßen sind verstopft und wir kommen nur langsam voran. In einer belebten Einkaufsstraße ist die Fahrt schließlich zu Ende und wir steigen aus. Zu Fuß geht es nun weiter, auf der Suche nach Waikiki Beach. Und wir werden fündig. Ein langer handtuchbreiter 0815-Sandstrand, begrenzt von Hotels, Hotels und nochmal Hotels. Die Hotels sind sehr nobel und sollen sündhaft teuer sein. Immer wieder sieht man Stretchlimousinen vorfahren.
Doris beschießt, die am Strand befindlichen Restrooms (Toiletten) aufzusuchen, ein kleiner pavillonähnlicher Bau. Auch ich muss mal für kleine Jungs. Mein Eindruck: sehr einfach, vergleichbar mit den Klohäuschen an unseren Autobahnrastplätzen. Doris kommt etwas blass aus besagter Waikiki-Beach-Fazilität. Sie berichtet, dass einzelnen Kabinen keine Türen haben und auch die dort befindlichen Umkleidekabinen alle gut einsehbar sind, weil auch dort die Türen fehlen.
Wir spazieren etwas die Strandpromenade entlang, inspizieren noch das ein oder andere Geschäft an den großen Boulevards und steigen gegen 14:00 Uhr in unseren Bus ein, der uns zum Hafen zurückbringen soll. Im Bus treffen wir nur noch auf unser Gesangsduo aus Harry’s Bar. Wir stellen fest, dass so ein großer Bus mit nur 4 Fahrgästen der Exklusivität einer dieser vielen Stretchlimousinen in nichts nachsteht. Auch wir haben einen Fahrer und unser Gefährt ist sogar noch viel länger und hat auch mehr PS.
Am Hafen essen wir noch schnell einen Hotdog und gehen aufs Schiff mit all den anscheinend notwendigen Durchleuchtungen und Kontrollen
Ich habe mir übrigens ein sehr schön auffälliges Hawaiihemd gekauft. Falls das Tragen dieses Kleidungsstückes an Bord einmal zur Pflicht werden sollte, bin ich bestens gerüstet.
Den Rest des Nachmittags sitzen wir bei schönem Wetter auf dem Außendeck. Am Abend tritt dort noch eine heimische Folkloregruppe auf, bei der auch (endlich) 2 Hula-Tänzerinnen mitwirken. Gegen 23:00 Uhr legt das Schiff ab mit Ziel Nawilliwilli auf der Insel Kaua’i, unserem letzten Zielhafen auf Hawaii.

15 Reisetag, Dienstag 12.3.2013 – Nawilliwilli/Hawaii/USA

Die Insel Kaua’i wird auch als Garteninsel bezeichnet und wir erreichen den Hafen von Nawilliwilli gegen 7:00 Uhr. Wir sind bereits um 5:30 aufgestanden, weil um 7:30 unser Ausflug in die Berge zum Waimea Canyon losgeht.

Auf dem Weg zum Canyon fahren wir bei schönem Wetter durch typische Ortschaften, mit ihren in der Regel eingeschossigen Holzhäusern und durch schöne Landschaften. Die offizielle Ausflugsbeschreibung des Reiseveranstalters sagt: „Der Waimea Canyon wird auch als Grand Canyon des Pazifik bezeichnet. Von einem Aussichtspunkt in 951 m Höhe können Sie den besonderen Ausblick auf den 15 km langen und bis zu 1,5 km breiten Canyon, dessen Rand stellenweise bis zu 1.115 m aufragt, genießen. Je nach Wetterlage stürzen zahlreiche Wasserfälle über die steilen Wände herab.
Die Wasserfälle fanden heute zwar nicht statt, aber der Anblick des Canyons war großartig. Irgendwie gelingt es mir aber wieder einmal nicht richtig, die Eindrücke, die man gewinnt, auf ein Foto zu bannen.

Liegt es an meiner zu kleinen Kamera, meinen mangelndem fotografischen Talenten oder geht so etwas grundsätzlich nicht?
Auf der Rückfahrt legen wir verschiedene Fotostopps ein und besuchen eine Öko-Kaffeeplantage. Auf dieser Fahrt kommen wir durch verschiedenste Landschaftsformen. Im Gebirge auf 1000 m Höhe ist die Landschaft eher karg und die Böden teilweise abgetragen. Je tiefer man kommt, umso grüner, vielfältiger und prächtiger wird die Vegetation. Und besonders am Meer sieht es so aus, wie man sich Hawaii vorstellt.

Von dem, was die örtliche Reiseleiterin alles erklärt hat, ist bei mir hängen geblieben, warum man so vielen Hühner und Hähne frei herumlaufen sieht. In den 90er Jahren gab es einen schweren Hurrikan, der einige Hühnerställe zerstört hat. Die Hühner und Hähne gelangten in die Freiheit, vermehrten sich kräftig und bevölkern seit dem die Insel. Das sind wahrlich freilaufende Hühner.

Gegen 13:00 verlassen wir Nawilliwilli und die Insel Kaua’i mit Kurs 287° (ungefähr West-Nordwest) Richtung Yokohama/Japan. Vor uns liegen circa 3260 Seemeilen (5900 km). Für diese Strecke durch den Pazifik werden wir bei einer Geschwindigkeit von 17 Knoten fast 8 volle Tage brauchen.

16. – 24. Reisetag, Sonntag 10.3.2013 – 18.3.2013 – Seetage

Die Seetage nach Hawaii verlaufen ähnlich, wie die Seetage vor Hawaii. Das Wetter ist außergewöhnlich gut und man kann den ganzen Tag auf den Außendecks verbringen. Wenn wir Japan erreicht haben werden ist es vorbei mit dem entspannten Schiffsalltag. Es wird nur noch wenige vereinzelte Seetage geben und fast jeden Tag wir ein anderer Hafen angelaufen. Wann soll ich da die Artikel für den Blog schreiben? Vor dem Aufstehen? Abends in Harry’s Bar? Mal sehen.

Es gibt einen besonderen Tag während dieser Seetage, nämlich Freitag, der 15.3.2013. Dieser Tag entfällt auf unserer Reise nämlich komplett, weil wir die sogenannte Datumsgrenze überfahren. Ich glaube, ich habe verstanden, was da passiert. Aber verstanden hat man etwas erst wirklich, wenn man es anderen erklären kann. Das will ich mit dem nächsten Kapitel versuchen. Wen es interessiert, der kann es lesen, wen nicht, der soll es überblättern, die Materie ist an manchen Stellen doch recht trocken.

Für mich war der entfallene Tag insofern bedeutungsvoll, dass ich kein Taschengeld bekommen habe, wie sonst immer Freitags. ??

18. Reisetag, Freitag 15.3.2013 – Überschreitung der Datumsgrenze – Tag entfällt

Um dieses Phänomen zu verstehen, ist die Kenntnis folgender Regeln und Gesetzmäßigkeiten von Bedeutung.

  1. Im Osten geht die Sonne auf, im Süden steigt sie hoch hinauf, im Westen will sie untergeh’n, im Norden ist sie nie zu seh’n.
  2. Der Tag hat 24 Stunden
  3. Die Erde ist eine Kugel
  4. Ein Vollkreis entspricht einem Winkel von 360°

Die Regel Nummer 1 wurde früher darauf zurückgeführt, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Dass es Wirklichkeit andersherum ist, nämlich dass sich die Erde um die eigene Achse dreht und dadurch Tag und Nacht entstehen, ist für die folgenden Erklärungen eigentlich egal.
Die Erdkugel wird von den Kartographen gedanklich mit Linien überzogen, den Längengraden (Meridianen) und den Breitengraden. Die Breitengrade sind bis auf den Äquator für die folgenden Überlegungen ohne größere Bedeutung.
Ein Längengrad ist eine gedachte Linie auf der Erdkugel die vom Nordpol zum Südpol rechtwinklig zum Äquator gezogen wird. Da alle diese Linien sich durch nichts unterscheiden, hat man willkürlich eine ausgewählt und gesagt, dass dies der sogenannte Null-Grad-Meridian sei (0°- Meridian). Dieser Meridian geht durch Greenwich/England. Jetzt kann man alle anderen Meridiane dadurch identifizieren, in dem man deren Lage relativ zum Null-Grad-Meridian angibt. Jeder Meridian berührt (man sagt auch „schneidet“) den Äquator in einem Punkt. Der Äquator ist ebenfalls eine gedachte Linie. Einfach ausgedrückt ist der Äquator eine Linie um die dickste Stelle der Erdkugel. Wenn man nun mit einem großen Messer entlang der Äquatorlinie schneiden würde, hätte man die Erde in 2 gleich große Halbkugeln geteilt, mit jeweils einem Pol. Jetzt kommt die 360 Grad-Geschichte mit dem Kreis ins Spiel. Wenn man sich die durchgeschnittene Kugel an der Schnittfläche anschaut, hat man einen Kreis, deren Kreislinie dem Äquator entspricht. Zieht man vom Mittelpunkt dieses Kreises zum Punkt wo der Null-Grad-Meridian den Äquator schneidet eine Linie, so hat man einen Winkel von 0 Grad gezeichnet. Man kann weitere solche Linien einzeichnen, die mit der Null-Grad-Linie z.B. einen 90 Grad Winkel Bildet oder einen 180-Grad Winkel etc.

Die Folgenden Skizzen sollen diesen Sachverhalt verdeutlichen.

2013_03_19_Seetag_Handskizzen_IMG_7100 [50%]

 

2013_03_19_Seetag_Handskizzen_IMG_7102 [50%]

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Bewegt man sich auf der Kreislinie gegen den Uhrzeigersinn, so entspricht das einer Bewegung auf dem Äquator von Ost nach West. Der Meridian, der z.B. durch den 45-Grad Schnittpunkt gemäß der obigen Skizze geht, wird als Meridian von 45 Grad West bezeichnet, weil er ja vom 0-Grad Meridian gesehen 45 Grad westlich liegt. Bewegt man sich also auf dem Äquator vom 0-Grad-Merdian in westliche Richtung kommt man irgendwann wieder zu seinem Ausgangspunkt zurück und hat dabei einen Winkel von 360 Grad beschrieben und hat dabei den 1-Grad West Meridian, den 2-Grad West Meridian,…, den 180 Grad West Meridian, den 181 Grad West Meridian,… den 359 Grad West Meridian überschritten. Jetzt ist aber die Bezeichnung 181 Grad West Meridian nicht gebräuchlich, sondern man bezeichnet ihn als 179 Grad Ost Meridian, weil man ja auch dorthin gelangen kann, indem man sich vom 0-Grag Meridian um 179 Grad in Richtung Ost, also mit dem Uhrzeigersinn bewegt. Hinweis 181° + 179° = 360°.
Gleiches gilt natürlich auch für 182° West, das ist dasselbe wie 178° Ost, den 182° + 178 ° = 360°.
Diese eben beschrieben Fahrt oder Wanderung macht die Sonne auch, sie bewegt sich an einem Tag also in 24 Stunden einmal um die Erde bzw. wir wissen es ja besser, die Erde dreht sich in Wirklichkeit in 24 Stunden einmal um die eigene Achse. Diese Drehachse geht durch Nord- und Südpol.
In einer Stunde bewegt sich die Sonne um genau 15°, denn 360° : 24 = 15°.

Wenn zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs in Greenwich in England, sagen wir mal, um 6:15 Uhr (es sei gerade Sommer) mit jemanden auf Las Palmas auf Gran Canaria telefoniert, wird der Engländer sagen: „Gerade ist es hell geworden“. Der Canare wird sagen: „Bei mir ist es noch dunkel“. Denn Greenwich liegt, wie wir jetzt wissen, auf 0° und Las Palmas liegt auf 15° West. Wir wissen weiterhin, dass die Sonne von Ost nach West wandern und wir wissen, dass sie für 15° eine Stunde braucht. Also geht sie in Las Palmas eine Stunde später auf, als in Greenwich. Wenn es in Greenwich 7:15 Uhr ist, wird der Canare dem Engländer am Telefon sagen: „Eben geht bei mir die Sonne auf“. Aus diesem Grund hat man international vereinbart, das auf Gran Canaria die Uhren anders gehen als in England, nämlich eine Stunde zurück gegenüber England. Wenn man also von England nach Gran Canaria fliegt, fährt, schwimmt oder sich hin beamen lässt, muss man seine Uhr um eine Stunde zurückstellen. Fliegt, fährt oder schwimmt man weiter in westliche Richtung, muss man alle 15° die Uhr um eine Stunde zurückstellen, also bei 30° West, bei 45° West,… bei 165° West, bei 180° West, bei 195° West, ach ja, das nennt man korrekterweise 165° Ost usw.

Was passiert nun mit den Uhren (und Kalenderblättern) bei einer Reise um die Welt , wenn man in Greenwich am 1.1.2013 um 8:15 Uhr Richtung Westen startet und mal annimmt, dass die Reisegeschwindigkeit so ist, dass man alle 10 Stunden genau 15 Längengrade überquert? Der Reisende muss dann alle 15 Grad seine Uhr um eine Stunde zurückstellen, während jemand, der in Greenwich bleibt, seine Uhr nicht umstellen muss.
Was die Uhren und Kalender des Reisenden und des in Greenwich Verbleibenden anzeigen, zeigt die folgende Tabelle:

Ereignis Datum/Uhrzeit
des Reisenden
Datum/Uhrzeit
in Greenwich
Reisebeginn Di 01.01.2013 08:15 Di 01.01.2013 08:15
15° West erreicht Di 01.01.2013 18:15 Di 01.01.2013 18:15
Uhr zurückgestellt Di 01.01.2013 17:15 Di 01.01.2013 18:15
30° West erreicht Mi 02.01.2013 03:15 Mi 02.01.2013 04:15
Uhr zurückgestellt Mi 02.01.2013 02:15 Mi 02.01.2013 04:15
45° West erreicht Mi 02.01.2013 12:15 Mi 02.01.2013 14:15
Uhr zurückgestellt Mi 02.01.2013 11:15 Mi 02.01.2013 14:15
60° West erreicht Mi 02.01.2013 21:15 Do 03.01.2013 00:15
Uhr zurückgestellt Mi 02.01.2013 20:15 Do 03.01.2013 00:15
75° West erreicht Do 03.01.2013 06:15 Do 03.01.2013 10:15
Uhr zurückgestellt Do 03.01.2013 05:15 Do 03.01.2013 10:15
90° West erreicht Do 03.01.2013 15:15 Do 03.01.2013 20:15
Uhr zurückgestellt Do 03.01.2013 14:15 Do 03.01.2013 20:15
105° West erreicht Fr 04.01.2013 00:15 Fr 04.01.2013 06:15
Uhr zurückgestellt Do 03.01.2013 23:15 Fr 04.01.2013 06:15
120° West erreicht Fr 04.01.2013 09:15 Fr 04.01.2013 16:15
Uhr zurückgestellt Fr 04.01.2013 08:15 Fr 04.01.2013 16:15
135° West erreicht Fr 04.01.2013 18:15 Sa 05.01.2013 02:15
Uhr zurückgestellt Fr 04.01.2013 17:15 Sa 05.01.2013 02:15
150° West erreicht Sa 05.01.2013 03:15 Sa 05.01.2013 12:15
Uhr zurückgestellt Sa 05.01.2013 02:15 Sa 05.01.2013 12:15
165° West erreicht Sa 05.01.2013 12:15 Sa 05.01.2013 22:15
Uhr zurückgestellt Sa 05.01.2013 11:15 Sa 05.01.2013 22:15
180° West erreicht Sa 05.01.2013 21:15 So 06.01.2013 08:15
Uhr zurückgestellt Sa 05.01.2013 20:15 So 06.01.2013 08:15
195° West = 165° Ost erreicht So 06.01.2013 06:15 So 06.01.2013 18:15
Uhr zurückgestellt So 06.01.2013 05:15 So 06.01.2013 18:15
150° Ost erreicht So 06.01.2013 15:15 Mo 07.01.2013 04:15
Uhr zurückgestellt So 06.01.2013 14:15 Mo 07.01.2013 04:15
135° Ost erreicht Mo 07.01.2013 00:15 Mo 07.01.2013 14:15
Uhr zurückgestellt So 06.01.2013 23:15 Mo 07.01.2013 14:15
120° Ost erreicht Mo 07.01.2013 09:15 Di 08.01.2013 00:15
Uhr zurückgestellt Mo 07.01.2013 08:15 Di 08.01.2013 00:15
105° Ost erreicht Mo 07.01.2013 18:15 Di 08.01.2013 10:15
Uhr zurückgestellt Mo 07.01.2013 17:15 Di 08.01.2013 10:15
90° Ost erreicht Di 08.01.2013 03:15 Di 08.01.2013 20:15
Uhr zurückgestellt Di 08.01.2013 02:15 Di 08.01.2013 20:15
75° Ost erreicht Di 08.01.2013 12:15 Mi 09.01.2013 06:15
Uhr zurückgestellt Di 08.01.2013 11:15 Mi 09.01.2013 06:15
60° Ost erreicht Di 08.01.2013 21:15 Mi 09.01.2013 16:15
Uhr zurückgestellt Di 08.01.2013 20:15 Mi 09.01.2013 16:15
45° Ost erreicht Mi 09.01.2013 06:15 Do 10.01.2013 02:15
Uhr zurückgestellt Mi 09.01.2013 05:15 Do 10.01.2013 02:15
30° Ost erreicht Mi 09.01.2013 15:15 Do 10.01.2013 12:15
Uhr zurückgestellt Mi 09.01.2013 14:15 Do 10.01.2013 12:15
15° Ost erreicht Do 10.01.2013 00:15 Do 10.01.2013 22:15
Uhr zurückgestellt Mi 09.01.2013 23:15 Do 10.01.2013 22:15
0° Ausgangspunkt wieder erreicht Do 10.01.2013 09:15 Fr 11.01.2013 08:15
Uhr zurückgestellt Do 10.01.2013 08:15 Fr 11.01.2013 08:15

Man sieht, dass am Ende der Reise der Reisende zwar die richtige Uhrzeit aber ein falsches Datum hat. Wäre der Reisende am 180°-Meridian umgekehrt, dann wäre er ab da zurück in Richtung Osten weitergereist, hätte alle 15° seine Uhr eine Stunde vorstellen müssen und hätte so seine vorher „gewonnenen“ 12 Stunden pö a pö wieder „zurückzahlen“ müssen und in Greenwich würde sich seine Uhrzeit und sein Kalender von dem des zu Hause geblieben Greenwicher nicht unterscheiden.
Da der Reisende aber den 180° Meridian überschritten hat, wäre es unlogisch, wenn er dann auf einmal alle 15° seine Uhr vorstellen müsste. Also hat er weiterhin, wie die ganze Zeit vorher, die Uhr alle 15° eine Stunde zurückgestellt, denn er reiste ja immer noch gen Westen.
Wo liegt der Fehler oder was ist zu tun?
Er muss am 180° Meridian zusätzlich die Uhr um 24 Stunden vorstellen, also um einen ganzen Tag. Jetzt ist der „12-Stunden-Gewinn“ des Reisenden weg, im Gegenteil, er hat jetzt einen Verlust von 12 Stunden. Diesen Verlust baut er Stunde um Stunde alle 15° ab, bis er wieder in Greenwich ist. Hier ist sein Gewinn/Verlust +/- 0 Stunden.
Dies alles verdeutlicht folgende Tabelle, in der im Gegensatz zur ersten Tabelle beim 180° Meridian, der sogenannten Datumsgrenze, neben der Uhrumstellung zusätzlich das Datum um einen Tag erhöht wird.

Ereignis Datum/Uhrzeit
des Reisenden
Datum/Uhrzeit
in Greenwich
Reisebeginn Di 01.01.2013 08:15 Di 01.01.2013 08:15
15° West erreicht Di 01.01.2013 18:15 Di 01.01.2013 18:15
Uhr zurückgestellt Di 01.01.2013 17:15 Di 01.01.2013 18:15
30° West erreicht Mi 02.01.2013 03:15 Mi 02.01.2013 04:15
Uhr zurückgestellt Mi 02.01.2013 02:15 Mi 02.01.2013 04:15
45° West erreicht Mi 02.01.2013 12:15 Mi 02.01.2013 14:15
Uhr zurückgestellt Mi 02.01.2013 11:15 Mi 02.01.2013 14:15
60° West erreicht Mi 02.01.2013 21:15 Do 03.01.2013 00:15
Uhr zurückgestellt Mi 02.01.2013 20:15 Do 03.01.2013 00:15
75° West erreicht Do 03.01.2013 06:15 Do 03.01.2013 10:15
Uhr zurückgestellt Do 03.01.2013 05:15 Do 03.01.2013 10:15
90° West erreicht Do 03.01.2013 15:15 Do 03.01.2013 20:15
Uhr zurückgestellt Do 03.01.2013 14:15 Do 03.01.2013 20:15
105° West erreicht Fr 04.01.2013 00:15 Fr 04.01.2013 06:15
Uhr zurückgestellt Do 03.01.2013 23:15 Fr 04.01.2013 06:15
120° West erreicht Fr 04.01.2013 09:15 Fr 04.01.2013 16:15
Uhr zurückgestellt Fr 04.01.2013 08:15 Fr 04.01.2013 16:15
135° West erreicht Fr 04.01.2013 18:15 Sa 05.01.2013 02:15
Uhr zurückgestellt Fr 04.01.2013 17:15 Sa 05.01.2013 02:15
150° West erreicht Sa 05.01.2013 03:15 Sa 05.01.2013 12:15
Uhr zurückgestellt Sa 05.01.2013 02:15 Sa 05.01.2013 12:15
165° West erreicht Sa 05.01.2013 12:15 Sa 05.01.2013 22:15
Uhr zurückgestellt Sa 05.01.2013 11:15 Sa 05.01.2013 22:15
180° West erreicht Sa 05.01.2013 21:15 So 06.01.2013 08:15
Uhr zurückgestellt Sa 05.01.2013 20:15 So 06.01.2013 08:15
Datum vorgestellt So 06.01.2013 20:15 So 06.01.2013 08:15
195° West = 165° Ost erreicht Mo 07.01.2013 06:15 So 06.01.2013 18:15
Uhr zurückgestellt Mo 07.01.2013 05:15 So 06.01.2013 18:15
150° Ost erreicht Mo 07.01.2013 15:15 Mo 07.01.2013 04:15
Uhr zurückgestellt Mo 07.01.2013 14:15 Mo 07.01.2013 04:15
135° Ost erreicht Di 08.01.2013 00:15 Mo 07.01.2013 14:15
Uhr zurückgestellt Mo 07.01.2013 23:15 Mo 07.01.2013 14:15
120° Ost erreicht Di 08.01.2013 09:15 Di 08.01.2013 00:15
Uhr zurückgestellt Di 08.01.2013 08:15 Di 08.01.2013 00:15
105° Ost erreicht Di 08.01.2013 18:15 Di 08.01.2013 10:15
Uhr zurückgestellt Di 08.01.2013 17:15 Di 08.01.2013 10:15
90° Ost erreicht Mi 09.01.2013 03:15 Di 08.01.2013 20:15
Uhr zurückgestellt Mi 09.01.2013 02:15 Di 08.01.2013 20:15
75° Ost erreicht Mi 09.01.2013 12:15 Mi 09.01.2013 06:15
Uhr zurückgestellt Mi 09.01.2013 11:15 Mi 09.01.2013 06:15
60° Ost erreicht Mi 09.01.2013 21:15 Mi 09.01.2013 16:15
Uhr zurückgestellt Mi 09.01.2013 20:15 Mi 09.01.2013 16:15
45° Ost erreicht Do 10.01.2013 06:15 Do 10.01.2013 02:15
Uhr zurückgestellt Do 10.01.2013 05:15 Do 10.01.2013 02:15
30° Ost erreicht Do 10.01.2013 15:15 Do 10.01.2013 12:15
Uhr zurückgestellt Do 10.01.2013 14:15 Do 10.01.2013 12:15
15° Ost erreicht Fr 11.01.2013 00:15 Do 10.01.2013 22:15
Uhr zurückgestellt Do 10.01.2013 23:15 Do 10.01.2013 22:15
0° Ausgangspunkt wieder erreicht. Fr 11.01.2013 09:15 Fr 11.01.2013 08:15
Uhr zurückgestellt Fr 11.01.2013 08:15 Fr 11.01.2013 08:15

Hier ist also die Welt bezüglich der Uhrzeit und des Datums in Ordnung.

Meine Beispielrechnung enthält zwar einige Ungenauigkeiten bzw. hat bestimmte Dinge zunächst einmal unberücksichtigt gelassen, weil sie für das Prinzip dieser „Zeitarithmetik“ vollkommen unerheblich sind, aber meine Erklärungsversuche nur verkompliziert hätten.

Das Prinzip bleibt natürlich auch erhalten, wenn der Reisende nicht in Greenwich startet, sondern an einem beliebigem Punkt der Erde.

Die Zeitzonen gehen nicht, wie ich es angenommen haben von 0°-15°, 15°-30°, 30°-45° etc., sondern von 7,5° Ost – 7,5° West, 7,5° West – 22,5° West etc.. Die Meridiane 0°, 15°, 30° etc. liegen also jeweils in der Mitte einer Zeitzone und nicht an deren Rand, wie ich es in den Tabellen gerechnet habe. Nur hätte man dann mit krummen Zahlen gerechnet und die Übersicht wäre nicht mehr so schön.

Die Zeitzonen richten sich nur auf hoher See wie beschrieben genau an den Meridianen aus. An Land verschieben sie sich oft dadurch, dass sie an Landesgrenzen oder wirtschaftlich zusammenhängenden Staatengemeinschaften angepasst werden.

Weiterhin habe ich Sommer- und Winterzeitverschiebungen unberücksichtigt gelassen. In manchen Staaten derselben Zeitzone gibt es Sommer- und Winterzeit, in anderen nicht.

Die Zeitumstellung auf See erfolgt immer in der Nacht und nicht exakt zu dem Zeitpunkt wenn man in eine neue Zeitzone einfährt.

Auch der Datumssprung erfolgt auf See nicht exakt zum Zeitpunkt, wenn man die Datumsgrenze, also den 180°-Meridian überfährt, sondern um Mitternacht entweder vor oder nach der Überschreitung. So ist es in der Praxis so, dass man in der Nacht, wenn man in die Nähe des 171,5° Meridians kommt, der ja wie, wie mittlerweile gelernt haben, den Anfang der 180° Zeitzone markiert, die Uhr um eine Stunde zurückstellt und erst die Nacht darauf den Datumssprung vollführt, damit man die Uhr nicht gleichzeitig 1 Stunde zurück und 24 Stunden vorstellen muss

Wenn man umgekehrt immer Richtung Osten reist, verliert man bei jedem Zeitzonenwechsel eine Stunde, d.h. Die Uhr wird jeweils eine Stunde vorgestellt. An der Datumsgrenze allerdings gewinnt man dann einen Tag, weil dort die Uhr um 24 Stunden zurückgestellt wird, man den gleichen Tag also zweimal durchlebt.
Dieses Phänomen beschreibt der Autor Jules Verne im Showdown seines Romans „Reise um die Erde in 80 Tagen“.

Jules_Verne

24. Reisetag, Donnerstag 21.3.2013 Ankunft in Yokohama/Japan

Bis vorgestern hatten wir während unserer Pazifiküberquerung gutes bis sehr gutes Wetter. Gestern früh fing es dann an zu regnen, sodass der Bayerische Frühschoppen vom Pooldeck in das Schiffsinnere verlegt werden musste.
Am Nachmittag wurde der Wind immer stärker und der Seegang immer heftiger. Bis zum Abend hatten wir dann bis zu Windstärke11. Das Schiff schwankte stark und immer wieder gab es Schläge, als ob wir gegen ein Hindernis gefahren wären, Wasser kann ganz schön hart sein. Nach solch einem Schlag bebte und vibrierte der ganze Kahn. Das ging so die ganze Nacht. Der Kapitän drosselt die Geschwindigkeit auf bis zu 5 Knoten, normal sind 17 Knoten- Gegen morgen wurde es etwas ruhiger, die Windstärke ging auf 6 zurück und die Geschwindigkeit konnte auf 10-11 Knoten erhöht werden. Unser geplanter Ankunftstermin (14:00 Uhr) in Yokohama ist natürlich nicht mehr zu halten.
Zur Versöhnung kämpft sich dir Sonne durch die Wolkendecke.

Bildergalerie Hawaii

Hawaii wir kommen

Hawaii wir kommen

Markttag in Hilo

Markttag in Hilo

Hilo – kleiner Stadtpark

Hilo – kleiner Stadtpark

Im Hafen von Honolulu – es regnet

Im Hafen von Honolulu – es regnet

Honolulu – Aloa Tower

Honolulu – Aloa Tower

Honolulu, eine geschäftige Stadt

Honolulu, eine geschäftige Stadt

Waikiki Beach

Waikiki Beach

Waikiki District

Waikiki District

Touristische Straßenscene in Waikiki District

Touristische Straßenscene in Waikiki District

Hotelzufahrt in Waikiki mit Strech-Limo

Hotelzufahrt in Waikiki mit Strech-Limo

Hemdenkauf

Hemdenkauf

Blick vom Aloa Tower auf unser Schiff MS AMADEA

Blick vom Aloa Tower auf unser Schiff MS AMADEA

In Honolulu sind die Feuerwehrautos gelb

In Honolulu sind die Feuerwehrautos gelb

Deutscher Tourist am Strand von Waikiki

Deutscher Tourist am Strand von Waikiki

Südseezauber findet man zumindest an den Reisebussen
Südseezauber findet man zumindest an den Reisebussen

Einfahrt in den Hafen von Nawilliwilli auf der Hawaii Insel Kaua’i

Einfahrt in den Hafen von Nawilliwilli auf der Hawaii Insel Kaua’i

Öko-Kaffeeplantage auf Kaua’i

Öko-Kaffeeplantage auf Kaua’i

Waymea Canyon auf Kaua’i

Waymea Canyon auf Kaua’i

Waymea Canyon

Waymea Canyon

Waymea Canyon

Waymea Canyon

Für ein paar Dollar kann man sich auf der Besucherplattform mit diesem Hawaiianer fotografieren lassen

Für ein paar Dollar kann man sich auf der Besucherplattform mit diesem Hawaiianer fotografieren lassen

Besucherplattform zum Waymea Canyon

Besucherplattform zum Waymea Canyon

Waymea Canyon

Waymea Canyon

Bäume

Bäume

Landschaftspanorama auf Kaua’i

Landschaftspanorama auf Kaua’i

An der hawaiischen Flora interessierte Touristin
An der hawaiischen Flora interessierte Touristin
Freilaufender Hahn
Freilaufender Hahn

24. – 26. Reisetag.
Yokohama und Shimizu in Japan

24. Reisetag, Donnerstag 21.3.2013 Yokohama

Gegen 14:00 Uhr sehen wir am Horizont nach acht Tagen wieder Land – Japan. Um 18:30 machen wir an der Pier des Cruise-Terminals von Yokohama fest. Begrüßt werden wir hierbei durch eine Trommlergruppe, die einen Höllenlärm veranstalten, was aber unverfälschte, traditionelle japanische Folklore ist. Dumm nur, dass zur gleichen Zeit das Abendessen stattfindet. Später essen geht nicht, den für 19:30 sind im Hafengebäude die Einreiseformalitäten fällig, bei denen jeder Reisende zu erscheinen hat. Die Prozedur erinnert stark an die USA; Fingerabdrücke, Foto, Formulare – das volle Programm. Es geht aber relativ rasch, gegen 20 Uhr betreten wir wieder festen Boden, diesmal japanischen.
Wir machen uns zu Fuß auf mit dem Ziel China Town. Akribisch versuchen wir uns die Straßen zu merken, durch die wir kommen, denn wir haben Angst, dass wir in eine Gegend gelangen könnten, wo die Straßenschilder nur noch japanische Schriftzeichen aufweisen und die zusätzlichen Bezeichnungen in denen uns bekannten romanischen Buchstaben fehlen. Dann nutzt uns nämlich auch der schöne Stadtplan auf Englisch nichts mehr.
Aber, dass sei jetzt schon verraten, wir kamen problemlos wieder zum Schiff zurück. China Town war im Großen und Ganzen wie alle China Towns in den gro0en Metropolen. Nur hier lag der Schwerpunkt überwiegend auf Restaurants.
Interessant ist, das gilt übrigens für alle Restaurants in Japan, nicht nur für die chinesischen, dass die Menüs in Plastik und Wachs „lebensecht“ modelliert sind und zur Anschauung in den Schaufenstern oder vor den Läden ausgestellt werden. So kann man durch einfaches Draufdeuten alle erdenkbaren Köstlich- und Scheußlichkeiten bestellen.
Wir finden ein Starbucks Café und ich denke, ich kann meinen vorbereiteten Artikel für den Blog ins Internet schießen. WiFi ist vorhanden, aber nicht brauchbar, denn man braucht einen Internetzugang um sich zu registrieren und nur wer sich registriert hat kommt bei Starbucks ins Internet – typische Deadlock-Situation. Also gehen wir zurück zum Hafen, den wir, wie bereits bekannt, problemlos wieder finden. Im Terminalgebäude gibt es ebenfalls WLAN. Aber hier verhindert eine Firewall den uneingeschränkten Internetzugriff. Nur per App kann man mit dem Smartphone seine Mails abrufen, mehr Internet geht nicht. Der Blog muss also weiter warten.

25. Reisetag, Freitag 22.3.2013 Yokohama

Für den zweiten Tag in Yokohama haben wir für den Vormittag einen Ausflug gebucht, der schon um 8:15 startet, also ist relativ frühes Aufstehen angesagt. Als wir losfahren, kommen wir in der Stadt durch Straßen, die von Kirschbäumen gesäumt sind und die Bäume stehen in voller Blüte. Wir haben das große Glück, die berühmte japanische Kirschblüte zu erleben, obwohl es hierfür eigentlich 2-3 Wochen zu früh ist. In der Bordzeitung (diverse Agenturmeldungen auf vier DIN A 4 Seiten kopiert) werden wir einige Tage später eine Pressenotiz finden, dass es sich um die früheste Kirschblüte seit 1953 handelt. Ein blühender Kirschbaum ist allein schon etwas Schönes, aber hunderte dieser Bäume mit ihrem blassrosa farbenen Blütenmeer sind unbeschreiblich schön.
Unser erstes Ziel ist der „Sankeien Garten“, eine Parkanlage von einem reichen Kaufmann im 19 Jahrhundert angelegt und später der Stadt überlassen (die muss jetzt wohl die Gärtner bezahlen). Teiche mit Kois, kleinen Bambuswäldern und alles was sonst noch pflanzlich japanisch ist wurde hier gepflanzt und natürlich blühende Kirschbäume, Kirschbäume, Kirschbäume.
Das nächste Ziel des Ausflugs ist China Town. Wir haben jetzt den direkten Vergleich von China Town bei Tag und China Town bei Nacht. Mein Eindruck: Bei Tag ist es bunter und quirliger.
Auf dem Weg zum nächsten Ziel kommen wir mitten in der Stadt an einem Station vorbei. Das ist nicht irgendein Station, sondern dasjenige, in dem Deutschland 2002 gegen Brasilien die Fußballweltmeisterschaft vergeigt hat (Oliver Kahn im Tor).
Das dritte Ziel ist der Landmark Tower, ein Wahrzeichen von Yokohama, ein Wolkenkratzer von 295 Meter Höhe. Natürlich bleiben wir nicht in der Lobby im Erdgeschoss bei den Souvenirläden, sondern fahren mit dem schnellsten Fahrstuhl in Japan die 70 Stockwerke in 40 Sekunden nach oben. Der Fahrstuhl erreicht dabei eine maximale Geschwindigkeit von 750 m/min. Diese Zahl sagt mir nichts, deswegen habe ich sie mal umgerechnet. 750m/min = 33,5 Km/Stunde. So sensationell ist diese Geschwindigkeit nicht, aber anscheinend für Fahrstühle schon. Es ist schon pfiffig, die Dimension Meter/Minute zu wählen, denn 750 klingt besser als 33,5.
Die Aussicht von hier oben ist natürlich grandios. Das Häusermeer reicht bis zum Horizont. Nur auf einer Seite ist am Horizont mehr zu sehen als Häuser, nämlich der Fujiyama, der heilige Berg Japans, ist zu sehen. Die Japaner erzählen uns, dass dies ein ganz großes Glück sei, denn meist liegt ihr Fuji hinter Dunst und unter Wolken verborgen.
Mit dem Ausflugbus geht’s zurück zum Schiff zum Mittagessen.
Am Nachmittag erkunden wir Yokohama auf eigene Faust. Und ich sehe fast nur junge Leute, wo die Älteren abgeblieben sind kann ich nicht sagen. Sind sie zu Hause, müssen sie alle in einem der vielen Bürogebäude und Geschäften arbeiten? Was besonders mir als Mitglied der männlichen Spezies auffällt, sind die jungen Japanerinnen. Sie zeichnen sich aus durch die Bank dadurch aus, dass sie
1. Viel Bein zeigen, weil die Röcke kurz sind,
2. Ähnlich gestylt sind wie Manga Figuren, allerdings nur in schwarz-weiß bzw. grau in grau, denn Farben scheinen verpönt zu sein,
3. Äußerst auffälliges Schuhwerk tragen,
wobei das Schuhwerk wiederum mindestens eine manchmal auch mehrere der folgenden Eigenschaften besitzen muss:
a) enorm hohe Absätze
b) hohe Robustheit, für das Hochgebirge oder den Skisport geeignet
c) bis kurz unter das Knie gehend
d) bis kurz über das Knie gehend
e) hohe Plateausohlen.
Jedenfalls muss der Schuh zumindest unbequem sein und sollte auf keinen Fall passen, sondern lieber in der Ferse noch 5 cm Platz haben.

Mein Tipp für einen krisensicheren Job in Japan: Orthopäde für weibliche Fußleiden.

Wir erreichen unser eigentliches Ziel, das „Cosmo Clock 21“, ein Riesenrad, natürlich eines welches mit einem erneuten Superlativ verbunden ist. Mit seinen 112 Metern ist es das größte Riesenrad auf japanischem Boden. Da wir ja bereits in Seattle unsere Riesenradtauglichkeit bewiesen haben, besteigen wir mutig eine Gondel. Je höher die Gondel steigt, umso stiller und in sich gekehrter wird meine Doris, so ganz schwindelfrei scheint sie nicht. Auch ich überzeuge mich immer wieder durch strengen Blick ob der Stabilität der Stahlkonstruktion.
Nach diesem überstandenen Abenteuer geht es zurück aufs Schiff.
Am Abend tritt der seltene Fall ein, dass ich eine Show in der Atlantic Lounge, dem großen Saal des Schiffs, besuche. Geboten wird die Crew Show. Wie der Name
schon sagt, bieten Mitglieder der Schiffsmannschaft etwas auf der Bühne. Meistens handelt es sich um Gesangsauftritte oder Tanzdarbietungen. Oft gibt es wirkliche Gesangstalente unter den Amateurkünstlern, aber das wirklich schöne an diesen Darbietungen ist die Begeisterung, mit der die durchweg jungen Leute auf der Bühne agieren. Endlich können sie mal aus ihrer Kellner-, Stubenmädchen oder sonstigen Rolle ausbrechen. Aber auch ein Maschinist, ein Chinese aus der Wäscherei oder sonst einer der sogenannten unsichtbaren Geister, die man nie sieht und die ihre Aufgaben tief unten im Bauch des Schiffes verrichten, darf sich einmal für einen Moment im Rampenlicht sonnen.

26. Reisetag, Samstag 23.3.2013 Shimizu

In der Nacht sind wir von Yokohama weiter in südliche Richtung bei ruhiger See in die Stadt Shimizu geschippert. Um 6:30, eine halbe Stunde früher als geplant, legen wir an. An der Pier sind schone größere Aktivitäten zu Gange. Eine Brassband begrüßt uns mit Tschingderassabum (habe ich mir sagen lassen, ich liege zu diesem Zeitpunkt noch im Bett). Also raus aus den Federn und an Deck. Mittlerweile singt ein Kinderchor das Heidenröslein auf Japanisch. Ein roter Teppich wird ausgerollt, Rednerpult und Mikrofon wird aufgebaut. Der Bürgermeister will die Ankunft des Schiffs gebührend begrüßen.
Diverse Verkauf- und Informationsstände, unter anderem ein mobiles Postamt, wurden aufgebaut.
Ein Riesenrad finden wir direkt am Hafen ebenfalls vor, doch dafür bleibt keine Zeit. Erstes wird das Schiff bereits um 14:00 Uhr wieder ablegen und zweitens haben wir wieder einen Ausflug gebucht, der pünktlich um 8:40 losgeht.
Mit dem Bus fahren wir vorbei an Teeplantagen und Mandarinenplantagen. Die Teepflanzen scheinen akkurat geschnitten zu sein, ähnlich wie bei uns Buchsbaumpflanzen, halbrunde und buckelförmig, und sie sehen aus wie kleinere grünfarbene Spargelfelder.
Über Serpentinen schraubt sich der Bus um einige hundert Meter hoch zu einem Aussichtspunkt.

(Beschreibung des Reisetags in Shimizu wird noch fortgesetzt.)

Bildergalerie Yokohama

Stürmische See auf dem Weg nach Yokohama

Stürmische See auf dem Weg nach Yokohama

China Town

China Town

Kirschblüten Allee

Kirschblüten Allee

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Sankeien Garten

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Bambuswäldchen

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Pagode im Sankeien Garten.

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Blick vom Landmark Tower…

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… auf den Moloch Yokohama

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Im Hintergrund der mächtige Fuji

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Hier hätten wir 2002 Weltmeister werden können. ??

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Das 112 Meter hohe Riesenrad – Cosmo Clock 21

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Typische junge Japanerinnen…

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… und ihre Schuhmode (hier ein noch harmloses Model).

Bildegallerie Shimizu

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Teeplantage

Schrein und und Kirschblüten - mehr Japan geht fast nicht

Schrein und und Kirschblüten – mehr Japan geht fast nicht

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Fujiyama

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Der Fujiyama und ich.

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Echter japanischer grüner Tee (sehr bitter). Von der Optik der Frankfurter grünen Soße nicht unähnlich.

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Wurde bei den Fotos mit dem Fujiyama im Hintergrund etwa gemogelt?

Auf Wiedersehen Shimizu.

Auf Wiedersehen Shimizu.

26. – 43. Reisetag 23.3-31.3 2013
Japan 2. Teil

26. Reisetag, Samstag 23.3.2013 Shimizu (Fortsetzung)

Der Bus bringt uns zu einem Aussichtspunk, wo wir einen schönen Blick runter auf Shimuzu haben mit dem Fuji als Hintergrund.
Mit einer Seilbahn geht es 200-300 Meter weiter abwärts zu einem Schrein. Einen großen Teil, den wir mit der Seilbahn runtergefahren sind, müssen wir nun mühsam zu Fuß über viele viele Treppenstufen wieder hochlaufen.
Um halb eins hat und der Bus wieder zum Hafen gebracht und dort haben die Japaner jetzt aber richtig aufgefahren. Man kommt sich vor, wie auf der Expo, wo Japan sich vorstellt. Geishas performen Gesang und Tanz. Samurai-Krieger, wüste Gesellen, führen ebenfalls ihre Tänze vor. Es werden Poster und Postkarten verschenkt, Tee wird zur Verkostung angeboten, man kann sich in einen Kimono wickeln lassen und und und. junge Japanerinnen und Japaner, die englisch sprechen können, springen sofort ein, wo Übersetzter gebraucht werden, sei es am Souvenirstand, am Postschalter und bei Fragen jedweder Art. Ich bin wirklich beeindruckt, wie viel Mühe und mit wie viel Engagement und Können dies alles organisiert ist und durchgeführt wird.
Als das Schiff pünktlich um 14:00 Uhr ablegt stehen an die Pier jede Menge Leute und winken und wieder spielt eine Brass-Band schmissige Weisen. 3 ohrenbetäubende Böllerschüsse werden für uns zum Abschied noch abgeschossen und wir nehmen wir Kurs auf die Metropole Osaka.

27. – 29. Reisetag, 24. – 26.3.2013 Osaka

Ich möchte die Sache etwas abkürzen und nicht jeden Schrein und Tempel beschreiben, den wir besuchen, um den geneigten Leser nicht allzu sehr zu langweilen.
Bei der Ankunft werden wir durch eine Brassband begrüßt. Auch in den kommenden Häfen werden uns Brassbands begrüßen. Diese Form der Musik scheint entweder sehr populär in Japan zu sein oder der Japaner ist der Auffassung, dass Brassbands am ehesten dem europäischen Geschmack treffen könnten.
Auch ein Riesenrad lockt uns wieder. Es ist genau so groß wie das in Yokohama (112 Meter).
Wir fahren mit der Metro in ein Geschäfts- und Vergnügungsviertel, welches sich um die bekannte Shinsaibashi Einkaufsstraße gruppiert. Gegenüber den Menschenmassen, die dort unterwegs sind, ist ein verkaufsoffener Adventssamstag auf er Frankfurter Zeil ein müdes gemächliches Treiben.
Vor der Metro in Osaka braucht man keine Bange zu haben. Das System ist narrensicher, dass sogar wir damit zurechtkommen. Jede der circa 10 Metro-Linien ist durch einen Buchstaben gekennzeichnet, so zum Beispiel die Mxxx-Linie durch den Buchstaben M gekennzeichnet. Die Stationen einer Linie sind zusätzlich zum Stationsnamen, der auch in unserer Schrift angegeben ist, durchnummeriert, also M1,M2… etc. Diese Nummern befinden sich auf den Stationsschildern und in den Anzeigen in den Waggons. In den teilweise riesigen sowohl unterirdischen als auch überirdischen Stationen kann man s ich sehr gut orientieren. Die vielen Ausgänge sind ebenfalls nummeriert, überall findet man Übersichtpläne, farbige Markierungen am Boden helfen bei der Orientierung genauso wie die reichliche Hinweis- und Richtungsschilder. Außerdem sind an vielen Stellen am Fußboden Windrosen angebracht, um feststellen zu können in welche Himmelsrichtung man läuft.
Nach unserem Stadtbummel kommen wir in eine unterirdische Station, wo sich zunächst einmal hunderte Geschäfte und Restaurants befinden. An dieser Station treffen 3 Metrolinien zusammen und es gibt ungefähr 70 Ein- bzw. Ausgänge.

Was an unserem Aufenthalt in Osaka noch erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass hier die erste Etappe unserer Reise endet. Viele Passagiere verlassen das Schiff und fliegen nach Hause. Aber noch mehr neue Gäste kommen an. Das Schiff ist bis auf die letzte Kabine belegt, sodass die Momente, in denen einem ein ganzes Deck allein gehörte wohl endgültig vorbei sind, zumindest für diese Etappe.
Weil es zum Zeitpunkt unserer Buchung nicht mehr möglich war, durchgängig Holzklasse zu buchen, müssen wir umziehen. Das kostet uns doch 3 Stunden kostbare Kreuzfahrerzeit, obwohl man uns dabei geholfen hat. Die neue Kabine hat gegenüber der alten keine Sichtbehinderung (deswegen ist sie etwas teurer). In der alten Kabine versperrte die über der Reling festgezurrte Gangway etwas die Sicht. Unser Angebot, die neue bessere Kabine gegen die alte „schlechtere“ ohne finanzielle Rückforderungen zu tauschen, man hätte ja nur vorab die neuen Bewohner per Mail fragen müssen, wurde rigoros abgelehnt. Soviel zur Flexibilität der Reiseveranstalters Phoenix.
Die neue Kabine war ansonsten genauso wie die alte, jedoch, weil auf der anderen Schiffsseite gelegen, waren sämtliche Einrichtungsgegenstände spiegelverkehrt angebracht. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so passierte es anfänglich zum Beispiel, dass man sich nach dem Händewaschen im Bad nach links drehte, um sich abzutrocknen, aber da sind keine Handtücher, die sind nämlich jetzt rechts.

Am 29. Reisetag, also Dienstag, der 26.3.2013 um 17:30 legt das Schiff ab mit Ziele Beppu in Südjapan. Vorher mussten noch alle Passagiere, sowohl die neu Zugestiegenen als auch die „alten Hasen“ an der obligatorischen Seenotrettungsübung teilnehmen. Hierbei bekommt man erklärt, wie man die Schwimmweste anlegt und zu welchem Rettungsboot man gehen muss, falls das Schiff sich in Seenot befindet und evakuiert werden muss.

30. Reisetag, Mittwoch 27.3.2013 Beppu

Beppu ist bekannt für seine heißen Quellen und dient den Japanern als eine Art Kurort. Im Gegensatz zu den Metropolen Yokohama und Osaka wirkte dieser Ort beinahe provinziell. In der Fläche zwar groß, aber die City selbst wenig belebt. Es regnet. Wir waren bereits am frühen Nachmittag wieder auf dem Schiff und nahmen uns für den Rest des Tages frei. Wie bereits bei der Ankunft wurde auch das Auslaufen durch einen Auftritt von traditionellen japanischen Trommlern begleitet.

War erst vor 4 Tagen eine Abschiedsgala, so drohte heute die Willkommensgala.. Wir entkommen dem Ganzen, indem wir uns vom Zimmerservice Schnitzel mit Kartoffelsalat auf die Kabine bringen lassen. Wir sind und bleiben eben Banausen!

31. Reisetag, Donnerstag (Gründonnerstag) 28.3.2013 Kagoshima

Wir legen um 8:30 an. Das Wetter ist schön, aber weder Brassband noch Trommler begrüßen uns. Auch steht in der Hafennähe kein Riesenrad.
Wir haben einen Ausflug gebucht. Thema: „Vulkan Sakurajima und Senegan-En Garten“. Dieser Ausflug wurde nach der gleichen Methode durchgeführt, wie es die Japaner mit „Europa in 3 Tagen“ machen. Eine einzige Hetze mit mangelhaften Erläuterungen durch den Reiseleiter. Bus rein, Bus raus, Vulkangebiet, Vulkanasche und Lavagestein in 20 Minuten. .Bus rein, Bus raus. Große Gartenanlage mit Souvenirshops, Restaurants und Bäumen, 40 Minuten. Beides im Prinzip nicht schlecht, aber bitte nicht so.
Den Nachmittag nahmen wir uns wieder frei und faulenzten auf dem Pooldeck.

Um 20:00 legten wir ab. Aber da zogen die Japaner alle Register. Es spielte wieder eine Brassband, viele Besucher an der Pier winkten. Als das Schiff sich schon einige Meter vom Kai entfernt hatte wurde an Land ein sehr schönes Feuerwerk gezündet, während aus den Schifflautsprechern die Auslaufhymne ertönte, ein gefühlvolles Instrumentalstück, in dem, Fernweh, Abschiedsschmerz, Erwartung auf das neue Ziel vereint sind, die Melodie von einer Trompete getragen. Und am Himmel der bunte Feuerregen. Da bekommt man durchaus schon mal heimlich ein bißchen feuchte Augen.

32. Reisetag, Freitag (Karfreitag) 29.3 2013 Amami

Amami ist eine kleine Insel ganz im Süden Japans. Die gleichnamige Hafenstadt ist unser heutiges Ziel, das wir gegen 10:00 Uhr erreichen. Wie gewohnt werden wir durch ein Trommler-Ensemble begrüßt. Da unser Schiff diesen Hafen zum ersten Mal anläuft, wird dem Kapitän vom Bürgermeister eine Plakette überreicht. Das ist in der Kreuzschifffahrt üblich, dass beim Ersteinlaufen in einem Hafen dem Schiff ein Erinnerungsstück in Form eines Schmuckteller oder eines Bild oder Ähnlichem überreicht wird, auf dem dann das Datum , der Name der Hafenstadt und ein für die Hafenstadt typisches Symbol oder Sehenswürdigkeit abgebildet ist. Diese Hafenplakette wird dann im Schiff an einer genügend großen oder langen Wand zu den anderen bereits dort vorhandenen Hafenplaketten dazu gehängt.

Extra wegen unserer Ankunft mit der MS AMADEA sind an verschiedenen Stellen im Ort diverse Stände und eine kleine Bühne aufgebaut worden An den Ständen wird demonstriert, wie man Reiskuchen backt, einen Thunfisch fachgerecht zerlegt. Auch kann man japanischen Zuckerrohrschnaps verköstigen. Im Kulturzentrum wird demonstriert, wie früher von Hand Seidenkimonos gewoben wurden und es wird der unvermeidliche grüne Tee gereicht.
Beim Ablegen gegen 18:00 Uhr werden von uns Passagieren an der Reling hunderte überdimensionale Luftschlangen geworfen, nachdem an der Pier noch einmal Musik- und Tanzdarbietungen stattgefunden haben. Die Japaner an Land winken uns zu, die bunten Luftschlangen flattern im Wind – ein wunderschönes Bild.

Hier könnte der Bericht über Amami zu Ende sein, wenn wir nicht noch ein Erlebnis der ganz besonderen Art gehabt hätten. Doris und ich traten im japanischen Radio auf und das kam so:
Wir schlenderten durch den Ort, um die uns gebotenen touristischen Attraktionen zu finden. Mit unseren gelben Jacken fielen wir wieder mal auf, und in einem Fenster im ersten Stock, scheinbar ein kleines Bürogebäude, winkte man uns zu und wir winkten zurück. Aus dem Winken im ersten Stock wurden plötzlich Zeichen, die uns bedeuteten, wir sollen doch hochkommen. Jetzt sahen wir auch an der Gebäudeaufschrift, dass es sich um einen örtlichen Radiosender handelte, der sich schlicht D.77.7 MHz nannte. Eine junge Frau, eine der 3-4 Leute die uns zugewinkt hatten, nahm uns in Empfang und fragte uns auf Englisch, ob wir bereit wären, ein Interview zu geben. Warum nicht, dachten wir und stimmten zu. Wir unterhielten uns im Tonstudio mit der jungen Frau, (Youko ist ihr Name) ein Weilchen, sie fragte wo wir herkommen (aus Deutschland), wie lange die Kreuzfahrt dauert ( 3 Monate), wo wir schon überall waren, insbesondere in Japan (Yokohama, Osaka…). Dann begann die Aufzeichnung des Interviews, bei dem die eben erwähnten Fragen noch einmal gestellt wurden. Jede der auf Englisch gestellten Fragen und auf Englisch gegebenen Antworten wurden ins japanische übersetzt, wobei fast jede unser Antworten durch begeistertes Klatschen und wiederholen der Antwort begleitet wurde:. „Ooohhh from Germany“ oder „ ooohhh with a cruise ship“. Als das Interview beendet war, gingen wir mit Youko ein Stück durch die Stadt, wo sie uns dies und das erklärte. Am Zuckerrohrstand musste ich einen Schnaps auswählen, trinken und dann kommentieren, wie er schmeckt. Das wiederum wurde, wie bei den anderen Schnapstrinkern vor und nach mir von einem Menschen mit einer professionell aussehenden Filmkamera aufgenommen. Hoffentlich erscheine ich nicht auf YouTube zur Belustigung der japanischen Internetgemeinde.
Weiter ging es mit Youko durch die Stadt und wir erreichten nach wenigen Minuten einen kleinen Süßwarenladen, in dessen hinterem Teil sich ein weiteres Tonstudio befand. Dort saß vor dem Mikrofon die Moderatorin Yosuke, die, wie uns Youko erklärte „Live on air“ war. Und wir würden unser Interview jetzt noch einmal machen, aber so, dass wir gleich auf Sendung sind. Dazu mussten wir allerdings erst einmal die Worte Ugamin Shoran (Hallo) für den Start des Interviews und Arigassama (Danke schön) für das Ende des Interviews lernen. Dann ging es los und wie schon bei der Aufzeichnung wurden unsere Antworten und insbesondere unsere japanischen Sprachkünste mit frenetischem Klatschen und zusätzlich mit Schlägen auf einer kleinen Handtrommel gefeiert. Ich weiß natürlich nicht, wie die japanischen Radiohörer die Sache beurteilten, denn der Informationsgehalt, von dem, was wir erzählten, war eher rudimentär, aber uns hat es einen Riesenspaß gemacht. Von dieser Stelle aus noch mal ein herzliches Dankeschön an Youko und an ihre netten Kolleginnen und Kollegen.

33. Reisetag, Samstag 30.3 2013 Naha

Heute bin ich schnell fertig mit dem Bericht. Naha ist eine größere Hafenstadt auf der Insel Okinawa.
Einlaufen – Einkaufsstraße – Souvenirshops – Fischmarkt – Auslaufen 17:00 Uhr (mit Trommlern) – fertig.

34. Reisetag, Sonntag (Ostersonntag) 31.3.2013 Ishigaki

Auch hier bekommen wir (bzw. das Schiff) eine Hafenplakette überreicht. Mehr als eine Einkaufsstraße bietet der Ort nicht. Und da jeder Laden in etwa das gleiche Angebot hat, sind wir schnell durch.
Am Abend verlassen wir etwas wehmütig Japan, ein faszinierendes Land mit vielen freundlichen Menschen und nehmen Kurs auf Taiwan, das nur einen Katzensprung entfernt ist (ca. 150 Seemeilen).

Bildergalerie Japan 2. Teil

Osaka

Die Burg – Das Wahrzeichen von Osaka

Die Burg – Das Wahrzeichen von Osaka

Doris und ein Samurai. Die Plastikuniform könnte auch aus dem Fundus vom Starligt Express stammen.

Doris und ein Samurai. Die Plastikuniform könnte auch aus dem Fundus vom Starligt Express stammen.

Die Burg – Das Wahrzeichen von Osaka

Tempelanlage Shitennogji

Alte und neue Welt

Alte und neue Welt

Doris unter „Großkopferten“

Doris unter „Großkopferten“

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Massen in der Einkaufsstraße Shinsaibashi

Massen in der Einkaufsstraße Shinsaibashi

… und noch mehr Menschenmassen…

… und noch mehr Menschenmassen…

...aber in der Masse gut erkennbar – die Frau in der gelben Jacke.

…aber in der Masse gut erkennbar – die Frau in der gelben Jacke.

Nichts zum Essen und Trinken, das ist die Speise- und Getränkekarte.

Nichts zum Essen und Trinken, das ist die Speise- und Getränkekarte.

Folter-Schuhe

Folter-Schuhe

Metrostation

Metrostation

Metro-Zug

Metro-Zug

Beppu

Ganz kleine heiße Quelle

Ganz kleine heiße Quelle

unbelebte Straße in Beppu

unbelebte Straße in Beppu

Kakoshima

Semegan-En Garten

Semegan-En Garten

Vulkangebiet Sakurajima

Vulkangebiet Sakurajima

Amamin

Der Thunfisch wird in übersichtliche Portionen zerlegt.

Der Thunfisch wird in übersichtliche Portionen zerlegt.

Aufzeichnung des Interviews (rechts Youko)

Aufzeichnung des Interviews (rechts Youko)

Der Tontechniker, der das Interview aufgezeichnet hat.

Der Tontechniker, der das Interview aufgezeichnet hat.

 

Unser Spickzettel für das Live-Interview

Unser Spickzettel für das Live-Interview

 

Nach der erfolgreichen Livesendung (hinten v.l.n.r.  Yosuke, Youko und die Eignerin des Süßwarenladens)

Nach der erfolgreichen Livesendung (hinten v.l.n.r. Yosuke, Youko und die Eignerin des Süßwarenladens)

Good Bye Amamin.

Good Bye Amamin.

 

Okinawa

Im wahrsten Sinne des Wortes ein buntes Angebot an Meeresfrüchten.

Im wahrsten Sinne des Wortes ein buntes Angebot an Meeresfrüchten.

Ishigaki

Überreichung der Hafenplakette an den Kreuzfahrdirektor Rippel (im Hintergrund v.l.n.r. Kapitän, Hoteldirektor, 1. Offizier)

Überreichung der Hafenplakette an den Kreuzfahrdirektor Rippel (im Hintergrund v.l.n.r. Kapitän, Hoteldirektor, 1. Offizier)

Ein ganz kleiner Teil der Sammlung der Hafenplaketten der MS AMADEA.

Ein ganz kleiner Teil der Sammlung der Hafenplaketten der MS AMADEA.

Natur und Technik

Natur und Technik

 

Taiwan und Philippinen

35. Reisetag, Ostermontag 1.4.2013 Keelung/Taiwan

Der Tag beginnt mit einem Aprilscherz. In dem gestern ausgeteilten Tagesprogramm für heute war zu lesen, dass nach dem Anlegen um 6:00 Uhr eine dreiviertel Stunde später, also um 6:45 Uhr uns auf der Backbordseite ein Schiff der taiwanesischen Behörden passieren werde, um uns zu begrüßen. Zu diesem Behufe mögen wir doch möglichst zahlreich an Deck erscheinen um mit den ebenfalls ausgeteilten taiwanesischen Fähnchen kräftig zu winken. Als ich kurz vor sieben aufstehe und aus dem Fenster meiner Kabine schaue, sehe ich, wie eines unserer Rettungsboote auf der Backbordseite hin und her fuhr, Auf dem Dach des Bootes stehen einige Leute vom Phoenix-Team und halten ein Transparent hoch, wo gut zu lesen ist: „April April“!
Keelung ist eine große Hafenstadt im Norden von Taiwan, etwa 30 Kilometer von der Hauptstadt Taipeh. Da sich das Zentrum von Keelung direkt am Hafen befindet, brauchten wir keine Ausflüge zu buchen.
Was sich bereits in den letzten japanischen Zielen angedeutet hat, wird jetzt ganz deutlich, wir sind in tropischem Gebiet. Es ist sehr warm und schwül, während in Deutschland teilweise wieder Schnee gefallen ist.
Wir machen uns also zu Fuß auf, um Keelung zu erkunden. Was sofort auffällt sind die unzähligen Motorroller. Im Gegensatz zu China, wo das Moped das Verkehrsmittel ist, sind es in Taiwan die Scooter, wie die Motorroller hier genannt werden. Auf jeder freien Fläche, auf den Bürgersteigen und am Straßenrand sind sie geparkt und gleichzeitig werden die Straßen von ihnen bevölkert. Private PKWs gibt es wenige. Wo soll man sie denn auch parken?
Die City besteht im Erdgeschossbereich nur aus Geschäften. In den großen breiten Straßen halbwegs europäisch wirkende Läden, aber sobald man etwas abbiegt und sich in die kleineren Gässchen traut wird es exotisch. Ein Gewusel und Durcheinander an Läden, Werkstätten, Garküchen, Buden und Verkaufsständen und natürlich überall sowohl fahrende als auch geparkte Scooter. Die Läden und Werkstätten sind oft winzig klein, und was ihr eigentlicher Zweck ist, erschließt sich uns oft nicht.
Am Nachmittag kehren wir zu unserem Schiff zurück, total verschwitzt und mit wehen und kaputten Füßen. Im Hafenterminal gibt es WiFi und so kann ich den Artikel und die Bilder von „Japan II“ ins Internet stellen.
Um 18:00 Uhr verlasen wir Keelung mit Ziel Kaohsiung im Süden Taiwans.

36. Reisetag, Dienstag 2.4.2013 Kaohsiung /Taiwan

An der Pier, wo wir festgenacht haben, werden wir standesgemäß empfangen. .Zwei Drachen (1 Kostüm mit 2 Personen pro Drache) vollführen einen wilden Tanz. Schon toll, wie die jeweils 2 Leute in einem Kostüm sich koordinieren, sodass die beiden Drachen symmetrisch tanzen und die Bewegungen der Vorder- und Hinterbeine natürlich wirken.
Da wir wussten, dass der Hafen von Kaohsiung außerhalb der Stadt liegt, so haben wir uns entschlossen, einen Ausflug mit zu machen. Meine Abneigungen gegen diese Ausflüge habe ich ja schon hier und da artikuliert. Außerdem sind sie recht teuer. Ein Halbtagesausflug kostet zwischen 60 und 80 Euro, ein Ganztagesausflug so um die 100 Euro aufwärts. Aber egal, heute steht „Fo Guang Shan – Buddhas Berg des Lichts“ (56 Euro/Person) auf dem Programm. Hauptziel ist das Kloster des buddhistischen Ordens Fo Guang Shan. Es ist das Zentrum dieses Ordens. Hier werden die Mönche und Nonnen (nennt man weibliche Mönche bei den Buddhisten tatsächlich so?) ausgebildet und ihre weltweiten Einsätze organisiert. Das Kloster ist sehr weitläufig angelegt mit Gärten, Parks, Pagoden und diversen Gebäuden. Optisch hervorstechend sind ein riesiger goldener sitzende Buddha und ein ebenso riesiger stehender Buddha. Überall auf dem Klostergelände sind zehntausende Miniatur-Buddhas aufgestellt. Die Fahrt hierher hat sich wirklich gelohnt.
Da Ausflüge immer mehr als ein Ziel haben müssen, bringt man uns noch an den Lotos See. Allerdings hat der Lotos noch nicht so richtig Saison. Aber im und rund um diesen im Jahre 1686 künstlich angelegten See befinden sich farbenfrohe Pagoden und große Drachen- und Götterfiguren aus der chinesischen Mythologie.
Gegen 14:30 Uhr sind wir wieder auf dem Schiff und haben so etwas Ähnliches wie ein Wochenende vor uns, denn heute steht nichts mehr auf dem Programm, sogar den Besuch des Fitnessraums werden wir heute ausfallen lassen und morgen ist Seetag.

37. Reisetag, Mittwoch 3.4.2013 Seetag

Bis auf die Tatsache, dass die Klimaanlage im gesamten Schiff schwächelt, weil irgendein Aggregat kaputt ist, gibt es nichts Aufregendes zu berichten. Ein extra aus Frankreich eingeflogener Techniker hat das Problem bisher noch nicht lösen können.
Abends ist Musik und Tanz auf dem Pooldeck.
Die Hälfte unserer Reise ist schon vorbei.

38. Reisetag, Donnerstag 4.4.2013 Manila/Philippinen

Die Begrüßung heute ist eine musikalische. Ein kleines Orchester bestehend aus mehreren Spielern mit Holzxylophonen und überdimensionalen Panflöten spielen uns auf.
Wir machen eine klassische Stadtrundfahrt, weil wir keine andere Chance sehen in dem Moloch Malina irgendetwas Vernünftiges an einem Tag in Eigenregie zu machen. Wir werden zu einigen Sehenswürdigkeiten gebracht (Rizal Park, San Augustin Kirche, Fort Santiago und Chinesischer Friedhof).
Interessant sind natürlich der chaotische Verkehr und die bunten Minibusse, die sogenannten Jeepneys. Wir sehen viele einfachste bis primitive Häuser und Hütten und wenige hundert Meter später wieder Luxushotels. Da diese Eindrücke nur aus dem fahrenden Bus gewonnen werden, gibt es hiervon keine Fotos.
Da sehr viele Besatzungsmitglieder von den Philippinen stammen, macht sich seit Tagen eine gewisse Spannung und Unruhe an Bord breit. Für einige der Crew-Mitglieder ist hier die Fahrt zu Ende. Ihr Vertrag mit dem Schiff läuft aus und sie machen einige Woche Urlaub, bis sie wieder einen neuen Vertrag eingehen, entweder wieder auf der Amadea oder auch auf anderen Schiffen. Andere Crew-Mitglieder erhalten Besuch von ihren Familienangehörigen. Die Reederei erlaubt ihnen, als Besucher ihre Verwandte an Bord besuchen zu dürfen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Die Freude der Philippinos darüber ist groß, seit Tagen sprachen Sie von nichts anderem mehr. Stolz stellen sie uns ihre Kinder vor.
Natürlich kommen auch neue Crewmitglieder an Bord, die diejenigen, die aussteigen ersetzen.
Als das Schiff um 17:30 Uhr ablegt und eine Kapelle an der Pier „Auld Lang Syne“ spielt, sieht man überall philippinische Crew-Mitglieder an der Reling mit nachdenklicher oder trauriger Miene.
Unser philippinisches Zimmermädchen erzählt uns, dass das Heimweh doch sehr oft und sehr stark ist.
Das ist die Kehrseite der Medaille unserer Traumreise.

39. Reisetag, Freitag 5.4.2013 Romblon/Philippinen

Heute besuchen wir die Insel Romblon. Hier leben etwa 6000 Einwohner. Wir Ankern in einer Bucht, vor uns ein kleines Hafenstädtchen. Der Hafen ist viel zu klein, als dass unser Schiff hier anlegen könnte,
Es werden zwei Rettungsboote heruntergelassen, um die Passagiere an Land zu bringen. Wir tendern also, wie es im Fachjargon der Kreuzfahrer heißt. Es gibt keine Sehenswürdigkeiten, aber was zu sehen ist, ist sehenswert. Hier ist alles bunt und quirlig. Am Hafen stehen mehr als hundert bunte Motorrad-Rikschas und warten auf Fahrgäste. Unzählige kleine Geschäfte und ein großer überdachter Markt erfreut das touristische Auge. Die Sträßchen belebt und wir werden genauso neugierig beäugt, wie auch wir die Leute bestaunen, wie sie hier leben. Die Leute sind freundlich, lächeln uns zu oder wünschen ein „Good Morning“. Einige ganz mutige sprechen uns auch an, fragen wo wir herkommen etc.
Wir trotten bis an den Rand des Örtchens und fahren mit einer Motorrad-Rikscha wieder zurück. Es ist alles wie aus dem Bilderbuch, inklusive der Armut und dem einfachen und einfachstem Leben hier.
An einem Vormittag konnte man wirklich alles gut erkunden und froh, dass man so nicht leben muss, tendern wir zum Schiff zurück und legen um 13:00 Uhr pünktlich ab.
Die Klimaanlage zickt immer noch. Auf dem Schiff ist es überall schön mollig warm.

 

Bilder folgen leider erst später.

Taiwan und Philippinen (Fortsetzung)

40. Reisetag, Samstag 6.4.2013 Puerto Princesa/Philippinen

Puerto Princesa ist ebenso wie das gestrige Romblon eine kleine Hafenstadt, allerdings mit einer genügend großen Pier, sodass wir nicht tendern müssen. Empfangen werden wir durch eine Blaskaperelle, die herrlich schräg und falsch spielt.
Bei sommerlichen Temperaturen um die 40 Grad erkunden wir den Ort. Wir betreten eine recht große, aber einfach gehaltene katholische Kirche in der es wunderbar kühl ist und die erfüllt ist von lautem Vogelgezwitscher. Denn neben dem Hauptportal an der „Schmalseite“ befinden sich auch links und rechts vom Kirchenschiff große Tore, die offen sind und für Durchzug sorgen und zusätzlich als Einflugmöglichkeit für schattensuchende Vögel genutzt wird, die zu Hunderten den Innerraum bevölkern.
Bei unserem Spaziergang kommen wir recht weit ab vom „Zentrum“ und gelangen in die „Wohnviertel“. Einfache Hütten aus Strohmatten mit Wellblech, von denen fast jede Zweite neben dem reinen Wohnzweck auch als Mini-Ladengeschäft genutzt wird. Ein Lädchen bietet ein paar getrocknete Fische an, ein weiteres Mineralwasser (wahrscheinlich warm), ein anderes wiederum ein paar Süßigkeiten.
Der Alltag hier ist geprägt aus einer Mischung von Improvisation gepaart mit permanenten Provisorien.
Für den Weg zurück zum Hafen nehmen wir uns eine Motorrad-Rikscha, die auch im hintersten Winkel des Ortes zu dutzenden präsent sind und man nie länger als 10 Sekunden auf ein freies Gefährt warten muss.
Am Abend ist mal wieder Gala angesagt mit einem 10-Gängemenue, welches wieder als Set-Menue serviert werden soll. Das heißt, man bestellt nichts beim Kellner, sondern es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Viele Gäste sind voller Sorge, wie sie den Abend überstehen sollen, nicht weil sie sich, wie wir vorm Essen fürchten, sondern weil die Kleiderordnung eben Gala vorschreibt, man glaubt diese Vorschrift einhalten zu müssen und das bei gleichzeitiger Schwächeln der Klimaanlage. In den Restaurants herrschen seit Tagen Temperaturen von knapp 30 Grad und da fleht auch der fundamentalistischste-Anzugträger um Gnade. Bisher haben die Komiker von der Phoenix-Reiseleitung auch an den letzten heißen Tagen bei defekter Klimaanlage nach wie vor Sakko und Schlips gefordert („Fachjargon: Leichte Eleganz).
Anscheinend hat dann plötzlich jemand von Phoenix eine Eingebung bekommen oder vielleicht hat ihm auch nur ein Gast Prügel angedroht, auf jeden Fall lag in der Kabine eine Schreiben, dass auf Grund der Witterungsbedingungen die Gala in eine tropische Gala umgewidmet wird und kein Sakko, Jackett und Krawatte mehr erforderlich sei.
Da wir sowieso die Gala schwänzen wollten, hatte diese Entscheidung der Reiseleitung für uns eine rein akademische Bedeutung. In den folgenden Tagen lautete der Bekleidungsvorschlag dann „leger“ – die Vernunft hat gesiegt.

(Leider ist das Internet hier in Port Kelang/Malaysia so langsam, dass ich keine Bilder hochladen kann.)

Beauty ist nicht mehr an Bord

Beauty ist nicht mehr da

Beauty heißt eigentlich Danielle und ist eine sehr hübsche philippinische Getränkekellnerin, die uns im Restaurant und auf dem Jupiterdeck bedient hat. Eine Passagierin hat sie Beauty genannt und dieser Name hat sich durchgesetzt, wen man über sie sprach. Angesprochen hatten wir sie aber weiterhin mit ihrem richtigen Namen. Danielle war eine sehr aufmerksame und freundliche Bedienung. Als Sie uns zum zweiten Mal die Getränke zum Abendessen serviert hatte, fragte sie uns nach unseren Namen, damit sie uns richtig ansprechen könne. Sie hat uns seither immer mit Namen angesprochen (Madame Doris und Sir Peter) und hat sich auch unsere Kabinennummer gemerkt. Diese brauchte sie, damit die Getränkerechnungen auf unsere Kabine gebucht werden konnten. Wir ließen uns sehr gerne von ihr bedienen. Eines Tages erfuhren wir von anderen Passagieren, dass Danielle von jetzt auf gleich in Singapur von Bord musste, weil sich herausgestellt hat, dass sie schwanger ist. Ihr Arbeitsvertrag enthielt eine Klausel, dass bei Schwangerschaft das Vertragsverhältnis unverzüglich gelöst wird. Man ließ Danielle wohl auch keine Zeit, sich von ihren Gästen zu verabschieden, sie hätte sicher noch den ein oder anderen 5 oder 10 Dollarschein als Trinkgeld erhalten.
Es wurde erzählt, dass sie wegen Übelkeit bei der Schiffsärztin war, eine deutsche Ärztin, die auch für uns Passagiere zuständig ist. Sie hat die Schwangerschaft festgestellt. Die Informationen und Gründe über Danielles Weggang erhielten einige Passagiere von der Saalchefin des Restaurants.
Es sind 3 Dinge, über die sich Doris und ich sehr empört haben:
1. Die frauenfeindliche Vertragsklausel. Danielle, hätte sicher noch einige Monate arbeiten können und sicherlich auch wollen. Insbesondere da ihr Verlobter ebenfalls auf der Amadea arbeitet.
2. Gilt für die deutsche Ärztin nicht die Schweigepflicht? Oder müssen Crew-Mitglieder per Vertrag die Ärzte von der Schweigepflicht entbinden? Oder hat Danielle einfach ihre Schwangerschaft „zugegeben“ wie ein geständiger Verbrecher?
3. Wie kommt die Saalchefin dazu, über die Schwangerschaft von Danielle mit Passagieren zu sprechen?

Wir wünschen Danielle und ihrem Kind alles Gute und finden es schlimm, wie man mit den arbeitenden Menschen an Bord umgeht.

Borneo

Borneo

Bisher war mein Wissensstand, dass Borneo eine der vielen zu Indonesien gehörenden Insel ist. Das ist aber nicht ganz richtig. Ein Teil dieser Insel gehört zu Malaysia, der kleine Staat Brunei befindet sich hier und der große Rest gehört zu Indonesien

41. Reisetag, Sonntag 7.4.2013 Kota Kinabalu/Malaysia

Die malaysische Hafenstadt Kota Kinabalu befindet sich auf der Insel Borneo. Die Provinz um Kota Kinabalu heißt Sabah. Der Name Kota Kinabalu wird hier landläufig mit KK abgekürzt.
Wir laufen um 9:15 Uhr ein und bevor wir uns auf machen an Land zu gehen, bekommen wir noch Besuch von unserem neuen „Hausfreund“, den wir seit einigen Tagen haben. Er gehört zum Hotelbereich des Schiffes (Housekeeping) und misst zweimal am Tag bei uns die Temperatur in der Kabine. Trotz dieser intensiven Messungen zeigt sich die Klimaanlage weiterhin unbeeindruckt und schafft nicht mehr als die Kabine auf 25-26 Grad zu kühlen.
Mit dem vom Schiff organisierten Shuttlebus fahren wir ins Zentrum von KK (9 €/Person). Die Fahrt Endet vor einer modernen Shopping Mall, aber es zieht uns zu der örtlichen Markthalle mit den umliegenden Markständen, wo wir wieder mal ein ordentliches Quantum an Exotik und pittoresken Eindrücken vorfinden können.
Ein paar Schritte weiter ist man wieder am Meer und beobachten, wie ein Schiff mit Hohlblocksteinen beladen wird. Wegen der geringen Wassertiefe kann das Schiff nicht längsseits an der Ufermauer festmachen, sondern ankert ca. 10 Meter entfernt. Von einem LKW werden die Steine, jeweils 4 Stück auf einmal, von einem Mann dicht an die Ufermauer gebracht. Dort steht im Wasser ein weiterer Mann, nimmt jeweils 2 Steine und bringt sie zu einem Ruderboot, in dem 2 weitere Männer die Steine gleichmäßig verteilen. Das Ruderboot fährt dann zum 10 Meter entfernt liegenden Schiff, damit die Steine umgeladen werden können. Damit das Umladen einfacher wird, hat man es irgendwie bewerkstelligt, dass das Schiff starke Schlagseite hat, sodass der Höhenunterschied zwischen dem Ruderboot und Schiff selbst geringer wird, also eine echte Arbeitserleichterung.
Wir lassen uns weiter treiben und kommen zu einem Fischereihafen. Ein Schlagbaum deutet eine Art Absperrung an, aber wir passieren ihn versuchsweise und niemand hält uns auf. Wieder einmal muss die Vokabel „unbeschreiblich“ herhalten. Fisch wird entladen, sortiert und mit Schiebekarren von A nach B gebracht. Einige der dort arbeitenden Männer und Frauen haben ihre Kinder mitgebracht, die in dem Getümmel spielen oder auf herumliegenden Paletten schlafen.
Irgendwann fahren wir wieder zurück aufs Schiff und der normale Bordalltag saugt uns wieder auf. Als wir vom Abendessen kommen, bemerken wir, dass es in der Kabine sehr fischig riecht. Die Übeltäter sind schnell gefunden. Es sind die Sohlen unserer Schuhe, denn im Fischereihafen lagen ja überall tote Fische und Teile von sonstigem Meeresgetier am Boden und da ist wohl etwas davon an der Sohle haften geblieben. Also ab damit ins Bad, dort läuft ständig eine gut funktionierende Entlüftung.

42. Reisetag, Montag 8.4.2013 Muara/Brunei

Um 7:30 Uhr machen wir an der Pier in Muara/Brunei fest. Brunei ist ein kleiner Staat, etwas zweimal so groß wie das Saarland und hat knapp 400.000 Einwohner. Die Staatsform ist die eines Sultanats. Der Sultan hat das alleinige Sagen, denn er hat 1962 die Verfassung außer Kraft gesetzt, das Parlament aufgelöst und die Parteien verboten. In Brunei gibt es Öl. Die Förderrechte wurden an Shell vergeben und Brunei, genauer der Sultan, erhält 50% der Gewinne aus der Ölförderung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Sultan einer der reichsten Männer der Welt ist. Zwar ist Brunei ein Wohlfahrtsstaat, Schulen, Gesundheitswesen etc. ist alles kostenlos. Es gibt keine Steuern. Der Sultan lässt sich als großer Wohltäter feiern. In meinen Augen bestiehlt er schlicht und ergreifend das Volk und gibt ihm dann etwas vom Diebesgut nach gut dünken wieder zurück.
Da wir nur einen halben Tag in Brunei liegen werden, wir keinen Ausflug gebucht haben und wir mit Eindrücken schon ziemlich vollgestopft sind, verzichten wir darauf in auf eigene Faust in die Hauptstad von Brunei, nach Bandar Seri Begawan, um dort den Sultanspalast von außen und die Moschee von innen zu besuchen. Wir vergleichen mittlerweile die Reise und die Möglichkeiten, was man alles sehen kann, mit einem Buffet. Dort kann man in der Regel auch nicht alles essen, was angeboten wird. (Natürlich gibt es Spezialisten die das sehr wohl können!)
Also bummeln wir durch den kleinen Hafen und sehen zu wie Container entladen werden. Im Hafenterminal hat uns der Sultan kostenloses WLAN zur Verfügung gestellt, sodass ich den Blog mit neuem Material füttern kann.
Um 14:00 Uhr legen wir ab. Der Sultan konnte uns leider nicht persönlich verabschieden, er weilt zurzeit in China, wahrscheinlich gibt er dort Geld aus.
Wir nehmen Kurs auf Singapur. Morgen ist ein Seetag

43. Reisetag, Dienstag 9.4.2013 Seetag

Ruhetag. Kein Blogeintrag erforderlich

(Bilder folgen)

Singapur und Malaysia

44. Reisetag, Mittwoch 10.4.2013 Singapur

Nach einem ruhigen Seetag erreichen wir gegen 10:00 Uhr unseren südlichsten Punkt der Reise, 1 Grad nördlich des Äquators, den Stadtstaat Singapur.

Weit vor den verschiedenen Frachthäfen von Singapur liegen hunderte von Frachtschiffen vor Anker und warten auf einen Liegeplatz um ihre Fracht zu löschen und Neue aufzunehmen. Der Warenumschlag hier muss riesig sein.
Doris und ich sind heute zum dritten Mal in Singapur, allerdings zum ersten Mal mit dem Schiff. Da wir die Stadt also schon ganz gut kennen, brauchen wir die 2 Tage, die wir hier am neuen Kreuzfahrerterminal liegen, mit Besichtigungen nicht ganz so vollpacken und können die Sache ruhig angehen..

Mit Bus und Metro geht es zunächst zu einer Attraktion, die wir auch deshalb noch nicht kennen, weil sie relativ neu ist – der Singapur Flyer, mit seinen 165 Metern das größte Riesenrad der Welt.
Die Fahrt kostet 33 Singapur-Dollar pro Person, das sind etwa 20 Euro und dauert 30 Minuten. Die Fahrt ist eigentlich gar nicht so spektakulär, da die klimatisierten Gondeln sehr groß sind, mit Plätzen für 8 Personen und noch genügend Platz, dass man umherlaufen kann. Man fühlt sich eher wie in einem Flugzeug und das Kribbeln im Bauch ist geringer, als wen man in einer kleinen und leicht schwingenden Gondel sitzt. Trotzdem ist der Ausblick natürlich grandios.

Weiter geht es mit der Metro zur Bugis Street. In der Bahn ziehen wir sofort eine Jacke über, denn die Klimaanlage bläst einem polare Kälte entgegen. Hier in der Bugis Street gibt es einen riesigen Markt mit Klamotten, Uhren Souvenirs und Essmöglichkeiten. Wir kaufen uns jeder eine billige Uhr mit knallbunten Plastikarmbändern Doris eine für 5 Singapur $(= 3 Euro= und ich eine für 10 Singapur $ (= 6 Euro).
Ehe man sich’s versieht fängt es an dunkel zu werden und wir fahren zurück aufs Schiff,

45. Reisetag, Donnerstag 11.4.2013 Singapur

Heute stehen ein Besuch der Chinatown und ein Bummel am Singapur River auf dem Programm.
In Chinatown bleiben wir etwas zu lange vor einem Geschäft stehen, wo man sich Anzüge, Hosen und Hemden schneidern lassen kann. Wir werden also von einem der zum Geschäft gehörenden verkaufstüchtigen Schneider eingefangen. Da Doris ernsthaft daran interessiert ist, sich einige leichte Sommerhosen schneidern zu lassen, sucht sie sich aus den unzähligen Stoffmustern 3 Stück aus und lässt sich vermessen. Die Hosen sollen dann nach Deutschland geschickt werden. Das Projekt scheitert dann allerdings an den Preisvorstellungen des Schneiders. Komplettpreis wäre 700 Singapur $, da sind 440 Euro, also etwa 140 Euro pro Hose. Uns ist klar, dass man auch durch zähe Verhandlungen nicht auf einen Preis von vielleicht 40-70 Euro pro Hose kommen kann. Mann macht uns noch ein Angebot von 400 Euro, schlägt vor, billigere Stoffe zu nehmen, aber wir wollen nicht mehr. Wir fragen uns auch, wie ist das mit dem Zoll, wenn man sich Ware schicken lässt? Und kann man dem Schneider wirklich trauen, dass er die Sachen schickt, schließlich ist Vorauszahlung angesagt? Wie hoch würden die Versandkosten sein und wer trägt sie?
Wir verlassen also unbehost Chinatown. Chinatown ist seit unseren letzten Besuchen in Singapur moderner und übersichtlicher geworden. Der alte morbide Charme ist verschwunden
Auf unserem Fußmarsch zum Singapur River können wir die Architektur der Wolkenkratzer und Hochhäuser bestaunen. Die Architekten haben sich wirklich etwas einfallen lassen, damit der Anblick der Hotels, Büro- und Appartementgebäude nie langweilig wird.
Die Promenade am Singapur River ist in den letzten Jahren ebenfalls modernisiert worden. Die urigen Kneipen und kleinen Restaurants sind verschwunden und stattdessen findet man große vornehme Gourmettempel mit großen Terrassen am Flussufer, wo man an weiß gedeckten Tischen dinieren kann.

Kaputt von dem warmen und schwülen Wetter kommen wir zurück auf das Schiff und am frühen Abend legen wir ab.

46. Reisetag, Freitag 12.4.2013 Port Kelung/Malaysia

Am Morgen erreichen wir den Hafen von Port Kelung. Er befindet sich an der Westküste der Halbinsel Malakka in einer Flussmündung. Dort wo wir anlanden gibt es außer dem Kreuzfahrerterminal aber auch gar nichts, kein Haus, kein Geschäft, kein Yachthafen, keine Fischerboote. Port Kelung dient den Kreuzfahrern auch lediglich als Brückenkopf für Kuala Lumpur. Wir haben keine Stadtrundfahrt Kuala Lumpur gebucht. Man könnte aber auch auf eigene Faust in die Hauptstadt gelangen, indem man sich mit dem Taxi zum Bahnhof bringen lässt und von dort mit der Eisenbahn nach KL (so kürzen die Malaysier gerne Kuala Lumpur ab) fährt, Hin- und zurück wäre man ca. 3 Stunden unterwegs, hätte also für die Stadt noch genügend Zeit, könnte das höchste Gebäude der Welt besichtigen, Parks und Moschen besuchen und einfach die Stadt auf sich wirken lassen können. Aber wir sind mittlerweile irgendwie nicht mehr Aufnahmefähig, wahrscheinlich touristisch übersättigt und lassen uns durch Superlative nicht mehr so richtig beeindrucken. Also lautet der Beschluss: „Wir unternehmen heute nichts“
Im Hafengebäude gibt es WiFi, allerdings muss man sehr viel Geduld mitbringen, weil die Bits und Bytes nur einzeln und wahrscheinlich wegen der Hitze nur langsam und wiederwillig durch das World Wide Web trödeln.

Immerhin können wir in Flussufernähe im Wasser ein kleines Krokodil entdecken, sodass wir touristisch dann doch nicht ganz leer ausgegangen sind.

47. Reisetag, Samstag 14.4.2013 Langkawi/Malaysia

Langkawi ist eine Insel des Langkawi Archipels, welches westlich der Halbinsel Malakka liegt und aus knapp 100 Eilanden besteht.
Wir kommen am späten Vormittag an und gleich nach dem Mittagessen nehmen wir zusammen mit 2 anderen Ehepaaren ein Wassertaxi, das uns zu einer kleinen Inseln mit einem Sandstrand bringen soll. Das Unternehmen droht zu scheitern, da wir nicht genügend malaysische Ringgit haben und der Taximann unsere Dollars nicht annehmen will. Doris (sie führt die Reisekasse) will deshalb zurück zum Schiff laufen, weil dort ein Geldwechsler seinen Stand aufgebaut hat. Aber der Taximann ist Kavalier und fährt Doris mit seinem Moped zum Schiff und bringt sie mir auch heil und im Besitz genügender Ringgit-Geldscheinen wieder zurück. Nun geht es mit dem Wassertaxis in rasanter Fahrt zu drei verschiedenen benachbarten Inseln, wo wir vom Boot aus jeweils den Strand begutachten können, um uns dann für einen zu entscheiden. Unsere Wahl fällt auf eine Insel, wo es in Strandnähe noch ein paar Holzhütten gibt und am Strand sich nur ganz wenige einheimische Badegäste tummeln. Gleich hinter dem Strand beginnt der Wald, sodass man auch prima Schatten finden kann. Kurzum ein Traumstand wie aus dem Bilderbuch.
Kaum haben wir unsere Badetücher ausgebreitet, entdecken wir am Waldrand zwei Affen. Ich werfe dem einen eine Scheibe Brot hin, er frisst sie im wahrsten Sinne des Wortes mit einer affenartigen Geschwindigkeit und stürmt dann sofort zu meiner Badetasche, die am Boden steht und sucht darin nach weiteren Leckereien. Es ist nicht ganz leicht, ihn zu verscheuchen, er faucht und zeigt mir die Zähne, aber da letztendlich der Affe mehr Angst hat als ich, zieht er wieder ab in Richtung Wald und beobachtet uns aus sicherer Entfernung. Wir gehen baden, wobei immer einer bei unserem mitgebrachten Badesachen, Taschen, Kameras, Sonnenbrillen etc. bleibt, damit die Affen sie nicht stehlen.
Nach dem Affenabenteuer bekommt die Frau von einem der beiden mit uns gefahrenen Ehepaare Zweifel, ob uns das Wassertaxi, wie vereinbart um 16:00 Uhr auch wieder abholt, da wir ja die Rückfahrt auch schon bezahlen mussten. Doris und ich überprüfen deshalb die Bereitschaft unsere Handys und das Vorhandensein eines Funknetzes, um das Schiff anrufen zu können, falls wir, versetzt vom Taximann, allein auf der Insel zurückbleiben würden.
Nun stand dem Badevergnügen endgültig nichts mehr im Weg. Das Wasser ist herrlich, nicht zu warm und vor allem nicht zu kalt, es gibt keine Steine oder sonstiges Ungemach.
Doch nach einer guten Stunde kommen plötzlich nach und nach etwa 10 Wassertaxis an, vollgepackt mit Gästen der MS Amadea, die nun in Kompaniestärke (etwa 100 Leute) lautstark den Strand bevölkern. Die organisierten Ausflüge hatten unseren „Traumstand“, der nun keiner mehr war, ebenfalls zum Ziel.
Unser Wassertaxi holt uns relativ pünktlich wieder ab und fährt noch einen kleinen Umweg in die Nähe einer weiteren kleinen Insel. Hier können wir ein gutes Dutzend Adler beobachten, Sea Eagles und Mountain Eagles, wie uns der Bootführer erklärt. Er wirft noch einige Fleischbrocken ins Wasser, die sich die Greifvögel natürlich holen, sodass wir sie ganz aus der Nähe beobachten können.
Rundherum also ein schöner Tag, wenn ich nicht vor lauter Affen vergessen hätte, mich mit dem mitgebrachten Sonnenschutz (Lichtfaktor 50) einzureiben. Ich habe zwar nicht in der Sonne gelegen, sondern nur im Schatten, habe aber beim Baden genug Sonne abbekommen, so dass ich nun zu den Rothäuten zähle und ich in der kommende Nacht eigentlich besser im Stehen geschlafen hätte.

48. Reisetag, Sonntag 15.4.2013 Sabang/Indonesien

Sabang ist ein Hafenstädtchen auf der indonesischen Insel We, die vor dem nördlichen Zipfel von Sumatra gelegen ist. Hier gibt es einige Tauchschulen, aber das ist touristisch schon alles.
Der halbe Ort ist auf den Beinen und erwartet uns um 12 Uhr an der Pier. Auch heute steht wieder Strandbesuch auf dem Programm. Ich bleibe aber lieber auf dem Schiff und meide die Sonne wie ein Vampir. Am Nachmittag bewölkt sich der Himmel sehr stark, sodass ich es wage, an Land zugehen. Doris ist gerade vom Baden zurück. Sie berichtet, dass der Strand nicht sehr schön war, teilweise schmutzig, das Wasser aber in Ordnung war.
Rund um das Schiff wurden Verkaufsstände aufgebaut, es gibt Taxis, Rikschas, Mopedverleih und jede Menge Einheimische sind gekommen, weil sie das Schiff und die hellhäutigen Menschen ansehen wollen. Wir spazieren durch den Ort, kaufen einige Bananen ein, verschenken unsere Lindt Schokoladenhasen, die wir zu Ostern vom Phoenix-Osterhasen bekommen hatten, fotografieren Menschen, weil sie uns dazu auffordern und kehren irgendwann wieder zurück zum Schiff.
Nachdem wir am frühen Abend abgelegt haben erleben wir endlich mal einen richtigen tropischen Regenschauer.
Vor uns liegen jetzt 2 Seetage, bis wir Colombo, die Hauptstadt von Sri Lanka erreichen werden.

49. Reisetag, Montag 16.4.2013 Seetag

Heute ist wieder Galaabend angesagt. Für uns gibt es deshalb wieder Schnitzel mit Kartoffelsalat auf der Kabine.

50. Reisetag, Dienstag 17.4.2013 Seetag

Um 11:30 ist bayerischer Frühschoppen am Pooldeck. Eine Weißwurst und warmer Leberkäse vor dem eigentlichen Mittagessen? Warum nicht. Heute Abend geht es ja wieder ins Fitnessstudio.
Für das Ehepaar Krüger, mit denen wir uns angefreundet haben ist es heute der letzte Abend. Sie und eine größerer Anzahl weiterer Gäste, gehen morgen in Colombo vom Schiff und fliegen nach Hause. Es sollen angeblich nur wenige neue Gäste einsteigen, sodass das Schiff wieder angenehm leer sein wird.
Morgen wird also bereits die zweite Etappe unserer Reise zu Ende gehen.

Sri Lanka und Indien

51. Reisetag, Mittwoch 17.4.2013 Colombo/Sri Lanka

Nach 2 Seetagen erreichen wir am frühen Vormittag den Hafen von Colombo in Sri Lanka.
Hier geht die 2. Etappe unserer Reise zu Ende und es beginnt die dritte unter dem Motto “Auf den Routen von Sindbad zwischen Ceylon und Arabien“ .Es macht sich bei uns ein ungutes Gefühl bemerkbar, die letzte Etappe ist angebrochen – wir haben keine weitere mehr in der Hinterhand. Wir müssen wieder die Kabine wechseln, also steht erst einmal wieder ein lästiger Umzug an, der uns letztlich wieder den ganzen Vormittag kostet.
Leider liegen wir nicht, wie geplant am Passagierteminal, sondern mitten im Containerhafen. Der Hafen ist sehr sehr weitläufig, bis zum Ausgang sind es gut 3 Kilometer und an der Pier stehen nur Taxis mit einer speziellen Lizenz, die es ihnen erlaubt, in das Hafengelände einzufahren. Und diese Taxis haben ein mafiöses Kartell gebildet. Es nicht möglich, sich bis zur Hafenausfahrt fahren zu lassen, wo bereits das touristisch interessante Leben beginnt, nämlich im Stadtteil Pettah. Man kann nur Rundfahrten machen, die zwischen 20 und 50 US-Dollar kosten sollen. Da wir aber partout nur nach Pettah wollen und nicht mehr als 3 Dollar bis dorthin zahlen wollen, machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Es gibt keinen Schatten, die Sonne brennt senkrecht von oben und nach 10 Minuten Fußweg sind wir mürbe. Beim nächsten Taxifahrer, der uns anspricht, buchen wir eine einstündige Stadtrundfahrt, allerdings zum Schnäppchenpreis von 10 US-Dollar.
Die Hafenausfahrt, die wir jetzt bequem im Fahrzeug passieren, wird von vielen bewaffneten Polizisten kontrolliert, wohl wegen der Sicherheit.
Im Hafen selbst dürfen wir Kreuzfahrer uns frei zwischen Containerkränen und Container-LKWs frei bewegen. In allen anderen Häfen dieser Welt, die wir bisher in den letzten Jahren auf unseren Reisen angelaufen haben, war so etwas streng verboten und auch durch entsprechende Absperrungen gar nicht möglich. Hier gelten also andere Sicherheitskriterien als am Hafen Ein/Ausgang.
Die Stadtrundfahrt stellt sich als gelungen heraus. Wir bekommen einen Eindruck vom Verkehr, sehen prachtvolle Bauten aus der englischen Kolonialzeit. Wir machen Halt an einem Hinduistischen Tempel. Während Doris und der Fahrer sich noch unterhalten, mache ich die ersten Fotos vom Tempel. Ein einheimischer Passant, der “zufällig“ am Tempel vorbeikommt, gibt ungefragt Erklärungen über die Figuren an der Fassade. Mir ist schon klar, dass das auf ein Trinkgeld hinauslaufen soll. Als er allerdings nach 2 Minuten seinen Vortrag beendet, verlangt er 10 US-Dollar. Ich gebe ihm einen Dollar – großes Gezeter, ich gebe ihm noch einen Dollar immer noch großes Gezeter, was ihm aber nichts hilft.
Bevor wir wieder ins Taxi einsteigen wollen, öffnet ein Mann, der schon die ganze Zeit auf der Treppenstufe vor einem Haus saß den Deckel eines Bastkörbchens, das vor ihm steht. Heraus kommt eine ausgewachsene Kobra. Der Taxifahrer beruhigt uns zwar, sie hätte keine Zähne mehr, aber wir verzichten trotzdem auf Fotos, wohl wissend, dass hierfür sicher eine kleine Gebühr fällig wird. Von einem anderen Gast erfahren wir später, dass die kleine Gebühr 10 US-Dollar beträgt.
Merkregel: Die kleinste touristische Währungseinheit in Sri Lanka sind 10 US-Dollar.
Der nächste Stopp ist an einem buddhistischen Tempel. Hatten wir weltweit den größten sitzenden, stehenden oder liegenden Buddha schon irgendwo gesehen, soll es hier die kleinste Buddha-Figur der Welt geben. Der Eintritt in den Tempel beträgt nur einen Dollar/Person. Er besteht aus Gebetsräumen mit prachtvollen geschnitzten Figuren. Im Hof steht ein junger Elefant, der auf Grund der Gefangenschaft, er ist angekettet, verhaltensgestört scheint. Er wiegt sich pausenlos hin und her, nimmt lustlos die vor ihm liegenden frischen Zweige mit dem Rüssel auf und legt sie gleich wieder hin, ohne zu fressen. Unser Taximann allerdings erklärt uns, dass das Tier sehr glücklich sei, da es gut gefüttert wird und sich um nichts kümmern muss.
Innerhalb des Klosters befindet sich auch ein Museum, wo alles Mögliche ausgestellt wird. Elfenbeinschnitzereien, Schmuck, den verstorbene Buddhisten dem Tempel vermacht haben, Relikte aus der englischen Kolonialzeit, einen Mercedes Oldtimer und natürlich die kleinste Buddha-Figur der Welt, die tatsächlich nur wenige Millimeter groß ist und in einer Vitrine hinter einer Lupe steht.
Nach diesem Tempelbesuch ist die vereinbarte Stunde auch schon um, aber der Taxifahrer will uns unbedingt noch zu einer Manufaktur fahren, wo Edelsteine zu Schmuck verarbeitet werden. Edelsteine sind ein wichtiger Teil des Exports von Sri Lanka. Doris versucht verzweifelt, diesen Punkt von der Tagesordnung streichen zu lassen, aber der Taximann ist unerbittlich. Erstens sei die Ware “duty free“ und zweitens gäbe es 50% Rabatt. Wir erreichen also den Hof der Manufaktur. Als unser Taxifahrer erläutert, dass man uns zunächst einen kleinen Film über die einheimische Edelsteinverarbeitung zeigen wird, platzt Doris der Kragen. Zum ersten Mal in der Geschichte Sri Lankas fand eine Stadtrundfahrt ohne anschließende Verkaufsveranstaltung für Edelsteinschmuck statt.
Der Taxifahrer ist zunächst etwas angesäuert. Ob er auch heimlich dafür gesorgt hat, dass meine schöne grüne Uhr aus Singapur genau in diesem Augenblick stehen bleibt, wurde nie geklärt. Schließlich trägt seine Niederlage doch mit Fassung. Außerdem hätte er gerne von uns so eine grüne Phoenix-Tasche, wie sie jeder Reisegast zu Beginn der Reise in seiner Kabine vorfindet. Er fragt, ob wir eine für ihn hätten. Wir haben genügend übrig, da wir bei den beiden Umzügen auf dieser Reise erneut diese begehrten Taschen in den neuen Kabinen vorfanden. Dieser Umstand stärkt unsere Verhandlungsposition bezüglich einer erneuten Taxifahrt für den morgigen Tag. Abholung um 10:00 Uhr am Schiff. Fahrt an einen zentralen Punkt in Pettah. Abholung nach zweieinhalb Stunden. Preis 10 US-Dollar und eine Tasche. Ohne weitere Diskussionen werden diese Bedingungen vom Taxifahrer akzeptiert. ER gibt uns seine Visitenkarte, damit, falls er um 10 Uhr nicht da sei, der Obermafiosi der Taxiinnung, der einen kleinen Stand an unserem Schiffliegeplatz hat, ihn rufen kann.

52. Reisetag, Donnerstag 18.4.2013 Colombo/Sri Lanka

Unser bestelltes Taxi ist natürlich noch nicht da, aber man bemüht sich sofort unseren Taximann herbeizurufen und tatsächlich ist er 2 Minuten später da. Wir übergeben ihm eine Phoenix-Tasche und er fährt uns nach Pettah. Dort lasse ich in einem kleinen Uhrenlädchen eine neue Batterie in die gestern stehen gebliebene Uhr einsetzen. Das gute Stück läuft jetzt wieder, mal sehen wie lange.
Das Sammelsurium an Geschäften hier in Pettah ist bemerkenswert. Flickschuster, die ihr Geschäft auf einer Decke am Straßenrand betreiben, Läden bzw. Stände mit T-Shirts und sonstiger Kleidung. Ich würde ja hin und wieder gerne mal aus dem bunten Angebot eine leichte Hose oder ein Hemd anprobieren, aber ich bin schweißnass und es gibt keinen trocken Fleck mehr am Körper, das Klima ist nach wie vor mörderisch. Doris versucht ein paar Sandalen zu kaufen, aber vergeblich, mit Schuhgröße 38 überschreitet sie das Maximum für asiatische Frauenfüße.
Gegenüber dem Bahnhof, den wir kurz besichtigt haben, fahren jede Menge Busse ab. Das System kann man als Fremder nicht durchschauen. Es gibt keine Haltestellen und keine Fahrplaninformationen. Wenn ein Bus ankommt, steht ein Mann an der der Türe und fängt Singsang artig an zu schreien. So gibt er anscheinenden die Fahrziele bekannt.
Unser Taxifahrer holt und pünktlich am vereinbarten Treffpunkt wieder ab und bringt und Schiff. Nach 2 –3 Stunden Herumlaufen draußen in der Hitze ist man so kaputt, dass die touristische Neugier total erschlafft ist.

53. Reisetag, Freitag 19.4.2013 Kochi/Indien

Am frühen Nachmittag erreichen wir Kochi im Bundesstaat Kerala. Kochi liegt im Westen am unteren Zipfel von Indien. Am Morgen war am Außendeck wieder mal ein maritimer Frühschoppen, den ich allerdings geschwänzt habe, da ich erstens für den Nachmittag einen klaren Kopf behalten wollte, es steht nämlich am Nachmittag ein Ausflug an und zweitens bin ich mit den Aufzeichnungen für den Internet-Blog enorm im Rückstand.
Am Nachmittag geht der erwähnte Ausflug los. Er nennt sich “Backwaters Bootsfahrt“ und die Ausflugsbeschreibung liest sich unter anderem wie folgt:“… erkunden Sie die Wasserwege um Kochi.… Sie sehen die Menschen, die am Wasser leben bei ihrer täglichen Arbeit“. Wir erwarteten also, dass wir wilde Dschungellandschaften durchqueren, wo aus dem Dickicht mal ein Elefant und mal ein Königstiger durchbricht. An den lichten Stellen hingegen am Rande von kleinen Dörfern winken uns fröhlich fleißige Reisbauern zu, die mit einem von einem Ochsen gezogenen Pflug das Feld bestellen. Nun, ganz so war es nicht. Das Gebiet um Kochi ist ein Gebilde von Halbinseln und Inseln und hiervon fuhren wir mit einem Ausflugsboot einen Teil ab. Zunächst ging es am modernen Teil von Kochi vorbei, und die Appartement- und Bürogebäude unterscheiden sich in keinster Weise von denen in Europa und dieser Teil der Bootsfahrt hätte auch in Frankfurt vom Eisernen Steg zum Westhafen stattfinden können, man hätte den Unterschied kaum bemerkt. Dann ging es an einem Teil des Frachthafens vorbei, wo das Vorkommen von Elefanten und Tigern recht spärlich ist. Schließlich gelangten wir an einen Abschnitt, wo sich der große Fischereihafen befindet. Das war dann schon interessanter. Ein großer Teil der Fischerboote unterscheidet sich erheblich von den uns aus Nord- und Ostsee bekannten Fischkuttern. Die Holzboote sind recht groß und in knallbunten Farben gestrichen. Sie haben aber außer einem Sonnendach, dem Steuerruder und den fest installierten Holzkisten für den Fang kaum weitere Aufbauten. Die Mannschafft besteht aus circa 20 Leuten und man erklärt uns, dass man deshalb so viele Leute braucht, um die Netze auszuwerfen und wieder einzuholen, da dies nicht durch Motorwinden unterstützt wird. Wir sehen, wie die Fischerboote ein- und auslaufen und wie der Fang entladen wird. Wir fahren dann noch an den berühmten chinesischen Fischernetzen vorbei, die wir von weitem schon bei der Einfahrt der MS AMADEA gesehen hatten. Hierbei handelt es sich um große Fischernetzte, die über eine ausgeklügelte Konstruktion aus Stämmen und Steinen, die als Gewichte dienen, vom Ufer aus ins Wasser versenkt und wieder herausbefördert werden. Die Methode wurde vor einigen hundert Jahren von den Chinesen in Indien eingeführt und wird hier noch in kleinem Umfang betrieben. Und dann ist die Bootsfahrt auch schon wieder zu Ende. Im Großen und Ganzen war es dann aber doch eine schöne und gemütliche Fahrt gewesen

54. Reisetag, Samstag 20.4.2013 Kochi/Indien

Heute wollen wir Kochi, genauer gesagt, den alten Stadtteil “Fort Kochi“ auf eigene Faust erkunden. Wir haben die Information, dass sich ganz in der Nähe unseres Liegeplatzes ein Fähranleger befindet, von wo man mit kleinen Schiffen und noch kleinerem Geld (5 Rupien = 0,06€) sich nach Fort Kochi übersetzen lassen kann. Aber kaum haben wir das Schiff verlassen, werden wir von mehreren Tuk-Tuk-Fahrern bedrängt, doch mit ihnen zu fahren, egal wohin. Aber wir haben uns die Fähre in den Kopf gesetzt und laufen in der prallen Sonne Richtung Fähranleger. Mit jedem Schritt in der Hitze wird aber unser Widerstand geringer. Ein Tuk-Tuk-Fahrer, der uns unbeirrt nachgefahren ist, will uns für den Preis von 5 US-Dollar fahren, egal wohin und egal wie lange.
Ein Tuk-Tuk ist so etwas Ähnliches wie eine Motorrad-Rikscha. Bei der Rikscha allerdings sitzen die Passagiere in einer Art überdachtem Seitenwagen, wogegen das Tuk-Tuk eher mit einem Kabinenroller vergleichbar ist.
Dann geht sie los die verwegene Fahrt. Zwar herrscht in Indien Linksverkehr, aber das ist nicht so entscheidend. Entscheidend ist, wo Platz auf der Straße ist und dort fährt man und wenn es brenzlig wird, hupt man eben und falls dabei einmal Verkehrsknäuel entstehen, lösen diese sich auch blitzschnell wieder auf. Der Tuk-Tuk-Fahrer, Sham ist sein Name, hat uns versprochen, uns zu verschiedenen Attraktionen zu bringen, wie den Gewürzmarkt, einen Basar, die Franziskuskirche und was weiß ich noch alles. Wir erreichen Fort Kochi tatsächlich unversehrt und die erste Attraktion ist eine Wäscherei. Sie besteht aus etwa 20 kleinen Betonverschlägen mit je einem Becken, in dem sich die Waschlauge befindet. In diesem Becken steht dann der Wäscher oder die Wäscherin, weicht die Wäsche ein, wringt sie mit der Hand aus und bearbeitet sie dann mit einer Wurzelbürste und schlägt sie auf einer Betonplatte aus, Viele Hotels der Stadt lassen hier waschen. Den Platz, wo die Wäsche auf der Leine trocknet, hält Sham für ein ausgezeichnetes Fotomotiv. Also platziert er uns vor der flatternden Wäsche und macht einige Aufnahmen mit meinem Fotoapparat.
Wir fragen Sham nach einem Internetcafé. Es gibt tatsächlich eines, es liegt direkt neben einer katholischen Kirche, die auf Shams Programm steht und die wir erst besichtigen müssen. Das Internetcafé ist preiswert, 50 Rupien die Stunde (0,60 €). Wir checken unsere Mails und ich gratuliere Petra aus Wächtersbach vorab zu ihrem morgigen Geburtstag. (Hallo Petra, ist die Mail angekommen?). Weiter geht’s zum Gewürzmarkt. Der Gewürzmarkt entpuppt sich als kleines Lädchen, in den alle Tuk-Tuk-Fahrer ihre Tourist-Passagiere hinbringen. Dieses Vertriebskonzept kommt mir irgendwie bekannt vor. Da wir aber tatsächlich Gewürze kaufen wollen, passt das schon. Allerdings sind da nicht wirklich Schnäppchen zu machen. Die Vorstellung, einen Sack Curry für ‘nen Appel und ‘n Ei zu bekommen, müssen wir begraben. Aber wenn wir gerade schon mal hier sind, zahlen wir halt die Touristenpreise. Ich hoffe nur, wir finden nicht plötzlich auf dem Etikett den Herstellernamen Ostmann. J .Das nächste Ziel ist der Basar, der gar keiner ist, sondern ein Geschäft für Teppiche, Schmuck, Stoffe und Holzschnitzereien. Wir sind höflich, betreten den Laden, lassen wortgewaltige Verkaufsargumente über uns ergehen, wobei unser “No, thank you“ auf absolutes Unverständnis stößt und Fassungslosigkeit beim eloquenten Verkaufspersonal auslöst. Irgendwie gelingt uns die Flucht aus dem “Basar“. Wir bitten Sham uns nicht weiter zu Geschäften zu bringen. Kein Problem, meint er, nur noch in eines, das sei für ihn ganz wichtig, denn für jeden Besucher den er bringt, erhält er Punkte, die es ihm ermöglichen, später zu studieren. Ähnliche Stories haben bei uns früher auch schon die Zeitschriftenwerber erzählt. Aber wie gesagt, wir sind höflich…
Jetzt ist es Zeit für eine Pipi-Pause. Sham weiß Rat, er kennt ein Geschäft, wo man auf die Toilette gehen kann, Öffentliche Toiletten kennt er nicht, obwohl wir genau wissen, dass es welche gibt. Er bietet uns nur an, einen weiteren Touristenladen aufzusuchen. Das erfüllt zwar den Straftatbestand der Erpressung, aber da wir nicht wissen, welche Strafe in Indien auf Pipimachen im Freien steht, lassen wir uns auf den Deal ein – Geschäft gegen Geschäft. Dann ist aber auch wirklich Schluss mit Geschäften. Er bringt uns zur St. Francis Kirche, wo der portugiesische Entdecker Vasco da Gama beigesetzt war, bevor ihn die Portugiesen Jahre später nach Portugal geholt haben.
Der nächste Stopp ist an einem kleinen Strand, wo wir an der Promenade etwas bummeln und den ein oder anderen Blick auf einen der Souvenirstände wagen wollen. Aber schon kurze Zeit später müssen wir fliehen. Am Morgen hat ein weiteres Kreuzfahrtschiff in Kochi angelegt, eines von der Reederei Costa. Dieser Dampfer hat 2600 Passagiere an Bord, Allein sechs oder sieben Ausflugsbusse mit Costa-Passagieren haben besagte Promenade angefahren, die ist jetzt schwarz vor Menschen.
Nächster Tagesordnungspunkt auf Sham’s Liste sind die gestern schon vom Wasser aus gesehenen chinesischen Fischernetze. Die Fischer einer dieser Anlagen laden uns ein, uns die Sache aus der Nähe anzusehen. Einer dieser Fischer nimmt meinen Fotoapparat, um uns zu fotografieren. Doris und ich und 2 weitere Fischer ziehen kräftig an jeweils einem der vier Seile damit sich das Netz langsam aus dem Wasser hebt, wobei an anderen Seilen befestigte Steine als Gegengewicht das Herausziehen des Netzes erheblich erleichtern – wirklich tolle Konstruktion. Wir balancieren über einen schmalen wackelige Holzsteg nach vorne zum Wasser, um den Fang zu begutachten – leider nichts gefangen. Mittlerweile haben sich sehr viele Schaulustige um die Fischfanganlage geschart, um dem seltsamen Treiben dieser hellhäutigen Touristen zuzuschauen. Nachdem ein letztes Foto gemacht wurde, kam die nicht ganz unerwartete Frage nach “Donatation“, also einer kleinen Spende. Doris und ich kommen schnell überein, dass uns 5 US-Dollar als angemessen bis gr0ßzügig erscheinen. Das sieht der Fischer allerdings anders und meint ein weiterer Fünfer sei angebracht, immerhin seien sie sieben Leute. Wir bleiben hart und versuchen ihm auf Englisch zu erklären, dass wir leider keinen Dukatenscheißer zu Hause hätte, aber dummerweise fällt mir in der Hektik die Vokabel für “Dukatenscheißer“ nicht ein, sodass mein Erklärungsversuch wenig überzeugt.
Wir bitten Sham uns zum Schiff zu fahren, was er bereitwillig macht. Jetzt geht es ans bezahlen. Wir waren 4 Stunden unterwegs und fragen, ob es bei den 5 Dollar bleibt. Er sagt, es bleibt dabei, aber wir mögen bedenken, dass er seit 6 Uhr in der Frühe am Schiff auf Kundschaft gewartet hat. Ich beratschlage mich mit Doris und wir entscheiden, 5 Dollar pro Stunde eine sehr gute Entlohnung sei. Wir geben Sham 20 US-Dollar, er bedankt sich artig und wir hören keine Klagen und er stellt keine Nachforderungen.
Fazit: Ein gelungener Tag und ein weiteres bestandenes kleines Abenteuer in einer völlig fremden Welt

55. Reisetag, Sonntag 21.4.2013 New Mangalore/Indien

Wir sind in der vergangenen Nacht weiter die indische Westküste hinaufgefahren und erreichen den Hafen von New Mangalore. Da wir wussten, dass der Hafen 15 Kilometer außerhalb des Ortes liegt und der Ort selbst nichts zu bieten hat, haben wir einen Ganztagesausflug (mit Lunchbox) gebucht, Der Titel: “Landschafts- und Tempeltour“. Ich will es kürzer machen als die Beschreibung über Kochi.
Wir besuchen eine Cashew-Nuss-Verarbeitungsfabrik, was an einem arbeitsfreien Sonntag nicht sehr spannend ist. Nur einige Arbeiter müssen die Nüsse zum Trocknen ausbreiten, der Rest der Verarbeitung ruht.
Ein jainischer Tempel in Karkala mit einer riesigen Steinfigur ist das nächste Ziel. Jainismus ist eine der Hauptreligionen in Indien, neben Hinduismus, Buddhismus, Jainismus, Sikhismus, Islam und Christentum.
Weiter geht es zu einem “modernen Agrarbetrieb“, wie es in der Ausflugsbeschreibung zu lesen war. Hier werden verschiede Bäume gezeigt und erklärt, welche Früchte sie in 2 Monaten tragen werden. Zurzeit trägt aber kaum ein Baum Früchte, es ist unglaublich heiß, das Hirn ist am Verdampfen und ich glaube, dass mich das alles im Moment nicht wirklich interessiert.
Dann noch ein Tempel und es geht zurück zum Schiff. Die Fahrt selbst war eigentlich nicht schlecht. Wir kamen mal ein Stück von der Küste weg und haben schöne Landschaften gesehen und kamen durch etliche pittoreske Dörfer und kleine Ortschaften. Obwohl wir gar nicht so viel laufen mussten, sind wir fix und fertig und freuen uns auf die Dusche.

56. Reisetag, Montag 22.4.2013 Mormugao(Goa)/Indien

Goa war in den 60er Jahren Ziel von Aussteigern und Hippies. Heute ist Goa ein touristisch erschlossenes Gebiet.
Doris und ich haben beschlossen, heute im Meer baden zu gehen. Auf einer Landkarte, die wir vom Schiff erhalten haben, haben wir uns den 4 -5 Kilometer vom Hafen entfernten Strand Baina Beach ausgesucht. Wir wollen mit dem Taxi oder einem Tuk-Tuk dorthin fahren. Als wir das Hafengelände verlassen, stürzen sich, nicht gelogen, 50 Taxifahrer auf uns. Die meisten Gäste sind bereits auf organisierten Ausflügen nach Alt-Goa, 80 Passagiere befinden sich seit 2 Tagen auf einer Überlandtour, sodass es nur noch sehr wenige “Freigänger“ vom Schiff gibt. Neben den vielen Taxen sehen wir ein einsames und einziges Tuk-Tuk. Das wollen wir haben und die Traube der Taxifahrer löst sich daraufhin auf. Das Tuk-Tuk soll 10 US-Dollar kosten, darin enthalten Hinfahrt, Wartezeit des Fahrers am Strand und Rückfahrt. Wir akzeptieren und fahren los.
Der breite Strand ist sehr schön, sauberer Sand und es gibt sogar Bäume, die Schatten spenden. Außer einem Verleih für Ruderboote und Jetski gibt es keinerlei Infrastruktur. Allerdings ist zu unserer Enttäuschung eine rote Fahne gehisst, was bedeutet, dass Baden gefährlich ist. Dies bestätigen uns 2 indische Rettungsschwimmer, die Strandwache halten. Eine Gruppe Jugendlicher badet trotz roter Flagge, aber nur ganz nah am Ufer. Also trauen wir uns auch. Da wir wegen des Schattens ganz hinten am Strand unser Lager aufgeschlagen haben, nehmen wir vorsichtshalber unsere Taschen mit und deponieren sie bei den Rettungsschwimmern in ihrer “Baywatch Station“, einer Sitzgelegenheit mit Sonnensegel. Die Jugendlichen im Wasser freuen sich diebisch, als die erste größere Welle Doris umwirft und gleich die darauffolgende sie noch ein wenig umherwirbelt. Wir lernen schnell, dass man auf herannahende Wellen achten muss, um ungetrübte Badefreuden genießen zu können. Wir planschen, tollen und schwimmen im brusttiefen Wasser und bereuen es nicht, diesen Strand ausgewählt zu haben. Die Jugendlichen machen von sich ein Gruppenfoto, bei dem sie uns mit dabeihaben möchten. Natürlich machen wir mit. Nachdem die Jugendlichen und auch wir abziehen, ist der Strand wieder menschenleer.
Auf der Straße wartet unser Tuk-Tuk-Fahrer und bringt uns zum Schiff zurück.
Den Nachmittag nutze ich um, um auf dem Notebook die Blog-Artikel bis einschließlich des heutigen Tags fertig zu schreiben.

57. Reisetag, Dienstag 23.4.2013 Mombai/Indien

Auch hier ist das Internet so langsam, dass ich keine Bilder hochladen kann. Bericht über Mombai kommt später.

Mumbai(Bombay) in Indien

57. Reisetag, Dienstag 23.4.2013 Mumbai(Bombay)/Indien

Wir wurden schon vor unserer Ankunft in Mumbai, dem früheren Bombay, von der Reiseleitung über die Zustände in diesem Moloch informiert. Kriminelle Organisationen verstümmeln Kinder und schicken sie zum Betteln auf die Straße. Es macht wenig Sinn, hier zu versuchen, mit Geld zu helfen. Auch bettelnde Mütter mit Kleinkindern, insbesondere an touristischen Schwerpunkten, sollte man nichts geben, da diese ihre Tageseinnahmen ebenfalls an kriminelle Hintermänner abgeben müssen. Allerdings sei Betteln aber auch “normaler“ Alltag für viele Menschen, die nur so halbwegs überleben können, denn es für viele etwas bessergestellte Leute üblich, ihnen mit Almosen zu helfen. Da Doris und ich solchen Zuständen hilflos gegenüberstehen, verspüren wir eigentlich wenig Lust, diese Stadt zu besuchen. Wir beschließen, uns auf ein minimales touristisches Programm zu beschränken und verzichten vor allem, an den überall angebotenen Sightseeing-Touren in die Slums teilzunehmen, um gaffend außergewöhnliche Fotos zu schießen. Ziel wird also nur das Wahrzeichen von Mumbai, das Gateway of India und das sehenswerte Luxushotel Taj Mahal sein. Wir wollen diese touristischen Attraktionen zu Fuß erreichen, nicht um die paar Dollars für ein Taxi zu sparen, sondern weil Laufen die beste Methode ist, ein Gespür für einen Ort zu bekommen. Dieses Unterfangen ist natürlich insofern nicht ganz einfach, weil die Taxifahrer hartnäckig ihre Dienste anbieten und ein “Nein“ überhaupt nicht gelten lassen. Der erste Schwung erwartet uns gleich, nachdem wir das Terminalgebäude, welches innerhalb des Hafengeländes liegt, verlassen haben. Zu Fuß oder mit ihren Fahrzeugen verfolgen sie uns und versuchen uns lautstark zu überzeugen, mit ihnen zu fahren. Man muss schon sehr unhöflich sein, damit man in Ruhe gelassen wird. Der nächste Schwung stürzt sich auf uns, nachdem wir nach knapp 5 Minuten Fußweg durch ein Tor den Hafenbereich verlassen. Ich muss mich schützend vor Doris stellen, weil sie versuchen, durch körperliche Nähe und Anfassen irgendwie ein Vertrauensverhältnis zwischen ihnen als Dienstleister und uns als potentiellen Kunde zu schaffen. Auch wenn ich Verständnis für ihre Situation habe, sie müssen schließlich Geld verdienen und die Konkurrenz ist riesengroß, so können und dürfen sie uns nicht ihren Willen aufzwängen. Also ist auch hier unser “Nein“ nicht ganz ohne Aggression, denn nur so hat es Erfolg. Ein ganz hartnäckiger Zeitgenosse verfolgt uns dennoch mit seinem Fahrzeug und schreit uns permanent zu, dass wir doch endlich bei ihm einsteigen sollen. Erst nach 20 Minuten gibt er auf. Da es uns einfach nicht gelungen ist, ihn zu ignorieren, haben wir von der Stadt eigentlich noch nicht viel sehen können, da er doch immer wieder unsere Aufmerksamkeit fesselte. Auf dem restlichen Weg ist das natürlich anders. Was sehr unangenehm auffällt, sind die schwer bewaffneten Polizisten und Soldaten, die vor den verschiedensten Gebäuden postiert sind. So auch vor dem Polizeipräsidium, ein imposanter, prachtvoller Bau aus der Kolonialzeit, die Fassade wunderschön restauriert. Der Verkehr ist laut wegen des ständigen Hupens. Mopeds gibt es nicht sehr viele und Tuk-Tuks oder Motorrad-Rikschas gar keine, zumindest nicht in dem Bezirk, wo wir uns gerade befinden. Das Überqueren der breiten verkehrsreichen Straßen ist abenteuerlich, denn es gibt keine Fußgängerampeln. Nach weiteren 20 Minuten, ohne “unseren“ Taxifahrer erreichen wir das Gateway of India, eine Art Triumphbogen, von den Engländern 1924 erbaut, zur Erinnerung an den Besuch von König George V: und Queen Mary. Auf dem Platz vor dem Tor tummeln sich neben den fliegenden Händlern und Bettlern auch jede Menge Fotografen, deren Dienst gerne und häufig von den vielen indischen Touristen, die es hier gibt, genutzt wird. Jeder dieser Fotografen hat einen Rucksack auf dem Rücken, worin sich, so von der Sonne geschützt, ein kleiner akkubetriebener Farbdrucker befindet, der nach getätigter Aufnahme ausgepackt und auf den Boden gestellt wird und dann das Foto gedruckt wird. Auch Doris und ich lassen uns ablichten. Einmal mit dem Gateway of India und einmal mit dem Luxushotel Taj Mahal im Hintergrund. Dieses Luxushotel aus der Zeit des britischen Empire steht ebenfalls auf unserer touristischen To-Do-Liste. Wir möchten das Hotel auch von innen sehen und man lässt uns problemlos hinein, nachdem unsere Rucksäcke per Röntgenapparat, wie sie an Flughäfen verwendet werden, durchleuchtet wurden. Innen ist alles sehr stilvoll und prächtig, in einem Schaukasten gibt es Bilder von Prominenten, die hier schon abgestiegen waren, wie John Lennon, Mick Jagger, George W. Busch, Richard Gere und und und. Nachdem unsere Neugier befriedigt ist machen wir uns auf den Heimweg und kommen noch einmal am Platz vor dem Gateway vorbei. Ein Luftballonverkäufer bietet einen riesigen Ballon an, bestimmt 1,50 Meter groß und so dick, dass man ihn gerade so mit beiden Armen umfassen kann. Er demonstriert uns auch, wir stabil und unempfindlich das Ding ist. Ich bin sehr interessiert, obwohl mir auf die Frage von Doris, was ich damit denn wolle, im Moment keine passende Antwort einfällt. Jetzt ist es so, dass die Ballons nicht einzeln, sondern nur im Zehnerpack (und natürlich unaufgeblasen) verkauft werden. Nach zäher Verhandlung liegt der Preis für den Zehnerpack bei umgerechnet 4 €. Kaum ist der Kauf abgeschlossen, kommt ein anderer Luftballonverkäufer und erklärt mir, dass ich reingefallen bin. Der imposante große Ballon war nur ein Muster, während sich in der Packung lediglich Ballons in üblicher Größe und schlechter Qualität (sehr dünn, platzen schnell) befinden. Unser Verkäufer war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, Reklamation also nicht möglich. Einen Vorteil haben die gekauften Ballons. Sie nehmen selbst im aufgeblasenen Zustand nicht so viel Platz weg. Auf dem weiteren Weg zurück zum Schiff, können, wir unbehelligt von Taxifahrern, diesen Teil der Stadt begutachten. Es gibt nur wenige schöne Stellen und kaum Geschäfte. Im Hafengebäude kann man, indem man sich für eine Stunde einen Account kauft (3 US-Dollar), per WLAN ins Internet, was wir gerne nutzen. Den Nachmittag verbringen wir lesend an Deck. Als es Abend wird und die Sonne untergegangen ist, fällt auf, dass die Stadt irgendwie duster wirkt, es brennen viel weniger Lichter als in anderen Metropolen und es bleiben viele Stelle dunkel. Auch dieser Zustand unterstreicht die Trostlosigkeit dieser Stadt und wir sind eigentlich recht froh, als es gegen Mitternacht heißt: „Leinen los“, mit dem Ziel Muscat in Oman, das wir nach 2 Tagen auf See erreichen werden.

Bildergalerie Taiwan und Philippinen

Keelung/Taiwan

Fahrende Scooter

Fahrende Scooter

Geparkte Scooter
Geparkte Scooter
Garküchen

Garküchen

Wohnviertel

Wohnviertel

KaohsiungTaiwan


Diese buddhistische Nonne führte uns durch die Klosteranlage Fo Guang Shan.

Diese buddhistische Nonne führte uns durch die Klosteranlage Fo Guang Shan.


Diese buddhistische Nonne führte uns durch die Klosteranlage Fo Guang Shan.

Sitzender Buddha


Diese buddhistische Nonne führte uns durch die Klosteranlage Fo Guang Shan.

Stehender Buddha


Diese buddhistische Nonne führte uns durch die Klosteranlage Fo Guang Shan.

Neben diesen Löwenfiguren…


Diese buddhistische Nonne führte uns durch die Klosteranlage Fo Guang Shan.

… gibt es weitere zehntausende verschiedenster Figuren, die über das gesamte Klostergelände verteilt sind.

Ist das unsere Kanzlerin Angela Merkel?

Ist das unsere Kanzlerin Angela Merkel?

Novizen, man kann es am Haarschnitt erkennen.

Novizen, man kann es am Haarschnitt erkennen.

Blick in den Park des Klosters

Blick in den Park des Klosters

Der Lotus See von Kaohsiung…

Der Lotus See von Kaohsiung…

... nebst baulichen und figürlichen Attraktionen.

… nebst baulichen und figürlichen Attraktionen.

 

Manila/Philippinen

Ausflug. Rein in den Bus.

Ausflug. Rein in den Bus.

Auf Wiedersehen Manila

Auf Wiedersehen Manila

Romblon/Philippinen

Wie aus dem Bilderbuch…

Wie aus dem Bilderbuch…

... und der Arbeitsalltag. Verladung schwerer Marmorprodukte vom LKW…

… und der Arbeitsalltag. Verladung schwerer Marmorprodukte vom LKW…

… per Hand an die Anlegestelle…

… per Hand an die Anlegestelle…

… und von dort auf ein Schiff.

… und von dort auf ein Schiff.

Abenteuer: Fahrt mit der Motorrad-Rikscha

Abenteuer: Fahrt mit der Motorrad-Rikscha

Puerto Princesa/Philippininen

 

Wahlkampf: Ellen Hagedorn zur Bürgermeisterin…

Wahlkampf: Ellen Hagedorn zur Bürgermeisterin…

… Ed Hagedorn zum Senator ..

… Ed Hagedorn zum Senator ..

… und last but not least: Mark Hagedorn zum Vize-Bürgermeister.

… und last but not least: Mark Hagedorn zum Vize-Bürgermeister.

Die Wohnverhältnisse…

Die Wohnverhältnisse…

...sind oft …

…sind oft …

… äußerst einfach.

… äußerst einfach.

 

Bildergalerie Borneo
(Indonesien, Malaysia und Brunei)

Kota Kinabalu/Malaysia

Markthalle in Kinabalu

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Marktfrau mit ihren Kindern

 

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Baustoffverladung: Von der Hafenmauer…

 

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zum Ruderboot und von dort ….

 

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… zum Schiff

 

 

 

 

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Im Fischereihafen – Fischsortierer

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Muara/Brunei

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Bildergalerie Singapur, Malaysia und Indonesien

Singapur

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Im Riesenrad “Singapure Flyer“

 

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Beim Schneider in Chinatown

 

Port Kelung/Malaysia

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Mehr gab es hier nicht zu sehen

Langkawi/Malaysia

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Der Affe weiß, wo es was zu holen gibt,…

 

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… und lässt sich nur schwer verscheuchen.

 

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Seeadler.

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Der Strand

 

 

Sabang/Indonesien

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Begutachtung der Fotosession

 

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Straßenszene

 

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Hier wird kein Speiseöl verkauft, sondern Benzin.

 

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Eine Ladenbesitzerin präsentiert uns stolz ihren Nachwuchs

 

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Jugendtreff – Ein Raum, 6 Fernseher. 6 verschiedene Programme (meist Fußball), alle Geräte mit voller Lautstärke.

 

Oman

60. Reisetag, Freitag 26.4.2013 Muscat/Oman

Nach 2 erholsamen Seetagen im indischen Ozean erreichen wir Muscat, die Hauptstadt des Sultanats Oman. Bis 1970 war der Oman ein unterentwickeltes, rückwärtsgewandtes Land, weil der Sultan ein erzkonservativer Mann war. Der Sohn dieses Sultans hat es irgendwie geschafft, den Alten nach England abzuschieben und hat sich selbst auf den Thron gesetzt. Er schaffte in den letzten 4 Jahrzehnten ein modernes Oman, in dem er Schulen, Krankenhäuser bauen ließ und eine moderne Verwaltung installierte. Fehlendes Know How beschaffte er, in dem er hochqualifizierte ausländische Fachkräfte ins Land holte und diese nach und nach durch inzwischen gut ausgebildete Omanis ersetzen lies. Er installierte ein Sozialsystem, wie Rente, Arbeitslosengeld etc. Es gibt auch ein Parlament, das aber nur beratende Funktion hat, entscheiden tut der Sultan. Wohl und Wehe des Landes hängen also ausschließlich von den Dekreten des Sultans ab. Bis jetzt ist das einigermaßen gut gelaufen, aber wehe der Sultan wird irre oder bösartig oder geistesgestört. Was der Sultan, der kinderlos ist, allerdings bisher vergessen hat, ist eine Nachfolgeregelung zu schaffen. Er ist jetzt 74 und so viel mir bekannt ist, leben auch Sultane nicht ewig. Oman sollte also schleunigst den Wechsel von der absoluten Monarchie zur konstitutionellen Monarchie vollziehen.
Falls sich der geneigte Leser wundert, woher ich das alles weiß, ich habe mir an den Seetagen an Bord einen Vortrag über Oman, gehalten von einer Lektorin, angehört.
Jedenfalls sind wir jetzt in Oman (oder heißt es im Oman?) und machen uns nach dem Frühstück auf, zu Fuß die Hauptstadt zu erkunden. Muscat (es gibt auch die Schreibweise Maskat) ist eine kleine Hauptstadt mit nur 25.00 Einwohnern. Nach wenigen hundert Metern erreichen wir den Ausgang des Hafens, wo eine handvoll Taxifahrer warten, die allerdings nicht besonders hartnäckig sind und sich vom geübten Touristen leicht abschütteln lassen. Obwohl Freitag ist, was in islamischen Ländern dem christlichen Sonntag entspricht, sehen wir ein geöffnetes Friseurgeschäft. Da meine Haare mittlerweile schon wieder über die Ohren gewachsen sind, lasse ich mir einen osmanischen Kurzhaarschnitt verpassen, mit allem Drum und Dran. Dazu gehört auch eine Nassrasur, eine Kopf- Gesichts- Nacken- und Schultermassage, eine Gesichtspflege mit diversen Mittelchen und Cremes und ein Spezialpreis für Touristen, nämlich 20 US-Dollar (circa 15 Euro). Aber ich tröste mich damit, dass es in Deutschland beim Starfriseur Christoph Waltz auch nicht preiswerter gewesen wäre.
So gestylt flanieren wir an der kilometerlangen Uferpromenade entlang. Der Gehweg und das Promenadenmäuerchen bestehen aus Marmor. Im Weg sind immer wieder Ornamente eingelassen. Alle 200 Meter gibt es kleine Pavillons mit einem goldenen Kuppeldach. Hier findet man Schatten und Bänke zum Verweilen und Ausruhen. Da hat der Sultan anscheinend entschieden: „Klotzen und nicht kleckern!“. Gegenüber der Promenade stehen elegante Häuser, Geschäfte und Hotels. Hinter dieser Zeile etwas versteckt, findet man den Souk. Ein Souk ist „ein kommerzielles Viertel in einer arabischen Stadt“, so definiert es Wikipedia. Enge Gässchen, angenehm kühl, weil hier die Sonne nicht hinkommt, Geschäft an Geschäft, wenige mit Bedarf für die einheimische Bevölkerung, die meisten doch auf die touristische Kundschaft ausgelegt. Da Oman an der sogenannten Weihrauchstraße, ein uralter Handelsweg, liegt, wird hier in fast jedem Geschäft Weihrauch verkauft, ich erinnere mich wieder an meine alten Tage als Ministrant. Neben dem allgegenwärtigen Weihrauch werden Kaschmirprodukte, der übliche Souvenirkitsch, Kleidung und Schuhe angeboten. Was Doris in Colombo nicht gelungen ist, nämlich in ihrer Größe passende Schuhe zu finden, gelingt hier. Sie ersteht zwei paar leichte bequeme Sommerschuhe, nach langwierigem erfolgreichem Feilschen.
Wir schlendern langsam zurück zum Schiff, denn für den Nachmittag steht ein organisierter Ausflug an, eine Fahrt mit einer Dhau, einem speziellen Segelschifftyp, wie er seit vielen Jahrhunderten an den Anliegerländern des indischen Ozeans gebaut und verwendet wurde. Aber da es mittlerweile angefangen hat zu regnen wird der Ausflug abgesagt, einmal wegen der schlechten Sichtverhältnisse, und des Weiteren, weil die Wellen außerhalb des geschützten Hafens die Dhau doch kräftig hin und her schaukeln würden.
Von Mitreisenden erfahren wir am Abend, dass der organisierte Ausflug „Stadtrundfahrt mit Besuch des Souk“ am Nachmittag stattgefunden hat und die Regenfälle den Souk überschwemmt haben, weil es keine Abwasserkanäle gibt. Den Leuten blieb nichts anderes übrig, als die Schuhe auszuziehen und durch das knietiefe Wasser zurück zu ihrem Bus zu waten.
Kurz vor Mitternacht verlässt unser Schiff den Hafen Muscat. Da das ursprüngliche Ziel für den 1.Mai, die jemenitische Hafenstadt Hodeidah, wegen der unsicheren politischen Lage gestrichen wurde, ist der Routenplan für die nächsten Tagen abgeändert worden. Morgen ist also kein Seetag, sondern wir werden vor dem omanischen Hafenstädtchen Sur ankern.

61. Reisetag, Samstag 27.4.2013 Sur/Oman

Da wir heute wieder mal auf Reede liegen, da der Hafen von Sur für unser Schiff zu klein ist, tendern wir zur Anlegestelle. An Hand der Informationen die wir von der Reiseleitung erhalten haben, wissen wir, dass wenn man von der Anlegestelle aus etwa 2,5 Kilometer in östliche Richtung laufen, man zu einer kleinen Werft kommt, wo man heute noch Dhaus baut und da wollen wir, bzw. eher ich hin, aber Doris läuft brav mit. Dumm ist nur, dass der Hafen wie weiland Berlin von einer großen Mauer umgeben ist und sich der einzige Ausgang mehr als einen Kilometer westlich von der Anlegestelle entfernt, in die Mauer eingelassen wurde, wahrscheinlich auf Geheiß des Sultans auf Anraten der Taxilobby. Was uns wundert ist, dass wir von keinem Taxisfahr angesprochen werden, obwohl hier und da eines steht. Wir laufen also einen Kilometer innen an der Mauer entlang, passieren den Ausgang und gehen wieder einen Kilometer diesmal außen an der Mauer entlang, wieder zurück. Jetzt erreichen wir ziemlich bald die Uferpromenade, die und in Richtung Dhau-Werft führen soll. Sie ist ähnlich prächtig wie die gestern in Muscat, nur dass es keine Pavillons gibt. Der Himmel schiebt des Öfteren eine Wolke vor die Sonne, was uns den Marsch erleichtert. Wir gelangen schließen an die Werft und betreten zögerlich das Gelände und da uns niemand verjagt fragen wir, ob wir fotografieren dürfen, was uns zunächst verwehrt wird und warum auch immer dann doch erlaubt wird.
Eine Dhau wird in Handarbeit aus Holz gebaut. Zurzeit befinden sich 3 Schiffe im Bau. Es gibt kein Trockendock und wir sehen keine Kräne oder schwere Maschinen. Die Schiffsrümpfe sind mit Stämmen und Pflöcken abgestützt und das Ganze sieht recht abenteuerlich aus. Für den Bau gibt es keine Pläne, die Schiffe werden aus dem “Gedächtnis“ gebaut. Die Bauleitung erfolgt durch Omanis, während die Arbeiten selbst durch indische Gastarbeiter ausgeführt werden, die anscheinend auch auf dem Werftgelände wohnen.
Nachdem wir alles besichtigt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Wir gehen nicht die Strandpromenade entlang, sondern durch den Ort, auch in der Hoffnung, ein Taxi zu finden, den wir sind zur Überzeugung gelangt, dass wir jetzt genug gelaufen sind. Das erste Taxi, das ich versuche anzuhalten ist gar keins, sondern eine Fahrschulfahrzeug, die haben nämlich, wie die Taxis auch so einen Pinöckel auf dem Dach, nur dass dort auf Arabisch nicht Taxi sondern Fahrschule steht. Meinen Irrtum bemerke ich einen Augenblich später, denn ich sehe, dass Fahrer und Beifahrer weiblich sind und sich hinten am Fahrzeug ein Schild mit einem großen “L“ befindet, wie man es auch in England von den Fahrschulen auch kennt. Oman ist eines der wenigen arabischen Länder, in denen Frauen Autofahren dürfen.
Nachdem uns noch einige Schafe und Ziegen auf dem Bürgersteig die Vorfahrt genommen haben, gelingt es mir dann doch ein richtiges Taxi anzuhalten. Der Fahrpreis zum Hafen beträgt 400 Baizas, das sind 80 Euro-Cent, man merkt sofort, dass hier der Tourismus noch nicht Fuß gefasst hat. Die omanische Währung ist der Omani Rial und dieser wird unterteilt in 1000 Baizas.
Am Abend besuchen wir zum ersten Mal richtige Show im großen Saal des Schiffes, der Atlantic Lounge, bisher hatten wir lediglich der Crew- und der Gästeshow beigewohnt. Das Showprogramm hat den Titel “Buddy Holly and Friends“ und das Ensemble versucht mit Rock ’n‘ Roll Hits den Saal zum Kochen zu bringen, was nur leider nur partiell gelingt. Doris und ich jedenfalls haben eine Menge Spaß und lassen uns sogar zu einigen Tänzen hinreißen.
Unser Schiff ist mittlerweile unterwegs zu unserem letzten Ziel in Oman, die ganz im Süden liegende Stadt Salalah.

62. Reisetag, Sonntag 28.4.2013 Seetag

Wir merken, dass die Reise nun so ganz langsam zu Ende geht, denn heute Vormittag gibt es einen informativen Vortrag über die angebotenen Ausflüge in Ägypten, Jordanien, Israel und Sizilien. Und danach kommt Nizza, wo wir ohne weitere touristische Aktivitäten von Bord gehen und nach Hause fliegen werden.

63. Reisetag, Montag 29.5.2013 Salalah/Oman

Wir machen an der Pier des Containerhafens fest. Der Hafen liegt weit außerhalb des Ortes in einer Bucht und soll nicht viel Sehenswertes bieten, außer dass man dort preiswert Weihrauch kaufen kann, denn Salalah wird auch die Weihrauchstadt genannt. Da wir aber im Moment keinen Bedarf an Weihrauch haben, treten wir am Nachmittag einen gebuchten Ausflug an. Versprochen wurde uns eine 30 minütige Busfahrt zu einem Strandhotel, dessen Einrichtungen man mitbenutzen kann. Mit einem Traumstand vor dem geistigen Auge war aber nach schon knapp 10 Minuten die Busfahrt zu Ende. Wir hatten die Bucht, in der der Hafen liegt, gar nicht verlassen. Mitten in einer trostlosen Brachlandschaft, die durch eine Reihe von Großbaustellen aufgelockert ist, liegt unser Ziel, ein Hilton-Mittelklasse-Strandhotel, mit einer recht schönen Poollandschaft. Vom Hotelgelände gelangt man direkt zum breiten Strand mit Blick auf den Containerhafen. Zum Wasser sind es circa 250 Meter. Das Wasser ist auch nicht besonders toll, es gibt Tang und ab und zu schwimmt eine Plastiktüte vorbei, außerdem trübt die Brandung das Wasser sehr. Immerhin ist nur eine gelbe Flagge(Baden eventuell gefährlich) gehisst, was eine wesentliche Verbesserung gegenüber unserem Strandbesuch in Goa/Indien bedeutet, wo wir ja eine rote Flagge (Baden verboten) vorfanden war. Wir schwimmen also etwas im Arabischen Meer, bleiben aber anschließen den Rest der Zeit am Hotelpool und haben viel Spaß beim Rutschen auf der Wasserrutsche. Aber deswegen extra in den Oman zu fahren, muss man eigentlich nicht.
Nach dem Abendessen, einem kulinarischer Themenabend unter dem Motto “1001 Nacht“ laufen wir aus. Bei Nacht und aus einer gewissen Entfernung sieht sogar ein gut beleuchteter Containerhafen romantisch aus. Die Landstraßen von Salalah, die sich in Serpentinen in das gleich hinter der Stadt beginnende Gebirge hochhangeln, sind mit dicht stehenden Straßenlaternen bestückt, was natürlich bei Dunkelheit phantastisch wirkt. Da hat der Sultan mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut.

64. – 67. Tag Dienstag 30.4.3013 – Freitag 3.5.2013 Seetage

Unser nächstes Ziel liegt im Norden des Roten Meers und lautet Safaga/Ägypten. Bis dahin werden wir 4 Tage brauchen. Die Route führt am Horn von Afrika vorbei, ein von Piraten verseuchtes Gebiet. Schon seit Muscat/Oman wurden deswegen die ersten Maßnahmen getroffen. Auf dem Promenadendeck wurde jeweils steuerbord und backbord eine Dummy-Puppe, mit einer gelben Warnweste und einer Baseballkappe auf dem Kopf aufgestellt, um potentielle Piraten abzuschrecken. Die Informationspolitik über die Piraterie ist auch nicht wirklich befriedigend. Es wurde ein Informationsblatt verteilt, in dem zu lesen war, dass wir durch einen gesicherten Korridor fahren werden und in den Nächten vom 30.4 – 2.5 verdunkelt fahren werden. In diesen Nächten ist der Aufenthalt auf den Außendecks verboten, Ausnahme sei ganz nur ganz oben das Sonnendeck. Die Vorhänge in den Kabinen sollen zugezogen bleiben. Mich hätten aber zusätzlich die Antworten auf folgende Fragen interessiert.

  • Wie gelangen die Piraten auf ein Schiff und wie bringen sie es unter ihre Kontrolle?
  • Welche Schiffe gehören zum Beuteschema?
  • Inwieweit macht eine Verdunklung des Schiffes im Zeitalter des Radars und scheinwerferbesitzenden Piraten Sinn?

Wirklich große Sorgen mache ich mir allerdings nicht. Wie soll eine handvoll Männer, die mit ein bis zwei kleineren Booten kommen, eine 300 köpfige Mannschaft und ebenso viele Passagiere auf einem großen Schiff unter Kontrolle halten? Das ist bei einem Frachter mit höchstens 10 Mann Besatzung doch wesentlich einfacher. Hier beruhigt mich ganz einfach das Sankt Florian Prinzip: „ Oh heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd‘ andere an.“
In der Walpurgis Nacht (30.4) werden dann die Außendecks gesperrt. In den Restaurants und Bar sind die Vorhänge zugezogen, zumindest bei den Fenstern, die welche haben. Es gibt allerdings viele unverhüllte aber hell erleuchtete Fenster. Stellt sich also eine weitere Frage:

  • Ist ein halbverdunkeltes Schiff bereits genügend geschützt oder ist das ganze lediglich ein Aktionismus mit Alibifunktion?

Am 1.Mai gegen 16:30 Uhr sollen tatsächlich, so wird später erzählt, 2 bewaffnete Zodiacs, das sind robuste, schnelle Schlauchboote, gesichtet worden sein, die, vorbei an unserem Schiff, auf einen Frachter zusteuerten. Es tauchte dann aber auch ein Kriegsschiff auf, sodass die Zodiacs sich wieder zurückgezogen haben.

Aber heute, am letzten dieser vier Seetage, ist das alles vergessen. Heute ist auf dem Schiff eine Piratenparty angesagt. Ich sehe das allerdings mal wieder mit gemischten Gefühlen. Hier wird ein ernstes Problem verharmlost und wird der allgemeinen Belustigung geopfert, aber vielleicht sehe ich das doch ein wenig zu eng. Aber gerade in den letzten Tagen ging es durch die Nachrichten, dass in Somalia, dem Land, wo sich die Piraten rekrutieren, in den Jahren von 2010 bis 2012 mehr als 260.00 Menschen an Hunger gestorben sind. So ein Land bildet doch den ideale Nährboden, in dem kriminelle Hintermänner Leute ohne sonstige Perspektiven finden können, die dann ebenfalls kriminell werden, indem sie die Drecksarbeit machen und Schiffe entführen, und so den Hintermännern ermöglichen, Millionen Dollars Lösegeld zu erpressen , von dem Piraten dann einen Teil erhalten. Natürlich muss man die Piraten bekämpfen, aber das tatsächliche, viel größere Problem liegt woanders.

In den vergangenen vier Seetagen wurde auch ein vierteiliger Computerkurs angeboten, in dem man lernen sollte, wie man sich einen eigenen Internetauftritt bastelt. Der Referent hatte bereits einen einstündigen Vortrag bzw. Kurs zum Thema „Suchen mit Google“ gehalten. Da waren wir 20 noch Teilnehmer, aber da man dem Referenten nicht gestattet hat, das schiffseigene Internet zu nutzen und er zum allem Überfluss sich noch die vorbereiteten PowerPoint-Folien gelöscht hatte, war die Angelegen doch sehr trocken. Außerdem war er nicht unbedingt ein begnadeter Didakt, sodass die Angelegenheit trocken und für einige wohlmöglich unverständlich war. So ist es zu erklären, dass wir zu Beginn der neuen Kursreihe genau zwei Zuhörer waren. Der Referent, der unbestritten großes und fundiertes Fachwissen mitbrachte, stellte die Software „Joomla“ vor, ein mächtiges und flexibles Tool, dessen Bedienung allerdings kompliziert und aufwendig ist. Zusätzlich schleuderte er der 2 köpfigen Zuhörerschaft Begriffe wie XML-File, HTML-Code, CSS-Formatierung, FTP-Filetransfer, Local Host, PHP-Skripte etc. um die Ohren. Der zweite Herr ist beim nächsten Mal erst gar nicht mehr gekommen. So kam ich in den Genuss eines persönlichen IT-Trainers und habe auf meine alten Tage als Computermann noch einiges lernen können.

Ach ja, ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass vorgestern mal wieder Galaabend war, dem Doris und ich traditionell nicht beigewohnt haben.

Bildergalerie Oman

Muscat/Oman

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Fassaden der Uferstraße

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Uferpromenade…

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… mit kleinen schattigen Pavillons zum Ausruhen.

Sur/Oman

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Auch hier eine schöne Promenade.

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Die Pläne für den Bau einer Dhau…

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… gibt es nur im Kopf des Konstrukteurs …

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…und nicht auf Papier.

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Die Karawane…

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…zieht weiter.

Salalah/Oman

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Badestrand mit Hafenblick.

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Piratenschreck.

Ägypten, Jordanien und Israel

68. Reisetag, Samstag 4.5.2013 Safaga/Ägypten

In der Nacht wurden die Uhren wieder einmal um eine Stunde zurückgestellt. Jetzt haben wir die gleiche Zeit wie in Deutschland. Man sieht deutlich, dass das Ende der Reise naht. Aber bevor wir nach Ägypten einreisen dürfen, präsentierten man uns erst mal höheren Behördenunsinn derart, dass gestern jeder eine Deklaration seiner Film- und Fotogeräte einschließlich Gerätenummer abgeben musste. Mit einer Lupe bewaffnet gelang es mir dann auch die Seriennummer von meinem Handy zu entziffern, schließlich kann man damit ja auch fotografieren und filmen. Leute, die keine Kameras mithaben oder gar nicht mit an Land wollen, müssen dennoch ein leeres Deklarationsformular abgeben, auf dem dann nur Name und Passnummer eingetragen ist.
Safaga liegt im Süden Ägyptens am Westufer des Roten Meers. Hier hätten wir die Möglichkeit per Ausflug Luxor und das Tal der Könige zu besichtigen, eigentlich ein Muss eines Ägyptenbesuchs. Aber eine vierstündige Hinfahrt, dann in 4 Stunden erst Luxor, Mittagessen und anschließende das Tal der Könige besuchen und wieder vier Stunden für die Rückfahrt, hielten fanden wir dann doch nicht für so sinnvoll.
Wir haben deshalb einen Halbtagesausflug mit dem Titel: “Besuch eines Beduinenstamms“ gebucht. Um 9 Uhr früh geht es los. Wir sind nur 10 Teilnehmer, die sich in 2 Geländewagen auf den Weg machen. Zunächst geht es durch Safaga, dann auf die Autobahn Richtung Hurghada und schließlich links ab in die “Arabische Wüste“. Zunächst ist die Wüste wenig naturbelassen, überall liegt Müll herum, hauptsächlich Plastikmüll. Aber nach einer gewissen Zeit wird der Unrat weniger. Bei der Wüste handelt es sich nicht um die klassische Sandwüste mit Dünen wie z. B. die Sahara, sondern um festen steinigen Boden. Im Hintergrund erheben sich hohe Berge, die sich farblich von der Ebene kaum unterscheiden. Wikipedia beschreibt kurz und knapp die Arabische Wüste wie folgt:
Sie besteht aus zerklüfteten
Basalt– und Granitformationen und erreicht ihre größte Höhe im Gebel Shayib al-Banat mit 2.187 Metern.
Diese Art der Wüste wird uns auch noch in Jordanien und in Israel begegnen. Nach eine knappen Stunde Fahrzeit erreichen wir unser Ziel, das Beduinendorf. Das Dorf besteht aus einigen einfachen Steinhäuser und Zelten. Am Dorfrand weiden Kamele. In einem offenen Zelt erhalten wir zunächst eine Tasse schwarzen Tee und unser Guide erzählt uns ein wenig über das Leben der Beduinen. Ein großes Problem ist, dass sich die verschiedenen Beduinenstämme wenig vermischen und es dadurch vermehrt zu Krankheiten und Missbildungen kommt, weil Verwandte untereinander heiraten.
Auf die Gruppe warten drei gesattelte Kamele, aber nur Doris und ich nehmen das Angebot zu einem kleinen Kamelritt war. An der nächsten “Station“ des Beduinen Musterdorfes backt eine Frau Fladenbrot, von dem wir alle probieren müssen. Es schmeckt gar nicht schlecht. Weitere Besichtigungspunkte sind der Brunnen und ein Webstuhl. Nach dem die Handwerkskunst am Webstuhl kurz demonstriert wurde, werden neben Produkten aus eigener Produktion auch diverse Fabrikwaren angeboten. Dann ist es auch schon Zeit für die Rückfahrt. Vom einheimischen Führer erhalten wir dann noch die Insiderinformation, dass das besichtigte Dorf nur noch wegen der Touristen existiert und die Bewohner längst die Städte gezogen sind und an “Touristentagen“ zur Arbeit in das Dorf fahren.
Den Nachmittag verbringen wir auf dem Schiff am Pool, den wir heute erst genau wie das Jacuzzi zum ersten Mal nutzen.

 

69. Reisetag, Sonntag 5.5.2013 Aqaba/Jordanien

In der Nacht, die wegen einer erneuten Zeitumstellung diesmal um eine Stunde kürzer ist, sind wir in den Golf von Aqaba eingefahren, an dessen Ende die Hafenstadt Aqaba liegt. Hier haben wir trotz der notwendigen langen Busfahrt einen Ganztagesausflug zu dem UNESCO-Welterbe, die verlassene Felsenstadt Petra, gebucht. Auf der mehr als dreistündigen Fahrt durch die sehr schroffe Gebirgslandschaft (Sandstein und Granit) sehen wir echte Beduinendörfer, Kamel- Schaf- und Ziegenherden. Über Petra selbst ist zu sagen, dass es sich hierbei um die antike Hauptstadt der Nabatäer handelt Herausragend sind die in die Felsen gemeißelten Monumentalfassaden (30m x 40 m). Jetzt wissen wir auch, warum dieser Ausflug recht teuer ist, denn allein der Eintritt kostet etwa 55 Euro. Man hat einiges an Fußweg zurückzulegen und das bei sengender Hitze. Schließlich gelangt man an einen langen Schluchtweg, an dem die engen Felswände bis zu 100 m aufwärts ragen. Die Passage durch diese enge Schlucht birgt gewisse gefahren. Man kann sich nämlich, wenn man die Strecke nicht laufen möchte, sich vom Eingang von Petra bis zur Hauptattraktion, dem sogenanntem Schatzhaus, mit einer einspännigen Pferdekutsche fahren lassen. Und die Kutscher fahren wie die Teufel. Wenn man das Rattern eines solchen Gefährts hört, tut man besser daran, sich eng an die Felswand zu drücken. Wir erreichten schließlich unversehrt das “Schatzhaus“, wobei es sich bei diesem Namen um einen reinen Fantasienamen handelt. Denn wozu der hinter der prachtvollen gemeißelten Fassade gelegene Raum tatsächlich genutzt wurde, ist unbekannt. Der Regisseur Steven Spielberg nutze das “Schatzhaus“ als Kulisse für seinen Film “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Aber beim Schatzhaus war noch lange nicht Schluss, es ging weiter zum Theater, das einst mehrere tausend Zuschauer fassen konnte und zu den “Königsgräbern“. Neben der antiken Pracht gibt es aber auch Souvenirläden und ein Freiluftcafe, wo wir unsere mitgebrachten Lunchpakete verzehren können. So gestärkt machen wir uns auf den knapp einstündigen Rückmarsch zum Bus und treten die Rückreise nach Aqaba an. Dafür, dass wir anschließend den Fitnessraum auf dem Schiff nicht mehr aufsuchten, ist hoffentlich nachvollziehbar.

70. Reisetag, Montag 6.5.2013 Eilat/Israel

Eilat liegt einen Steinwurf weit von Aqaba entfernt. Ich schätze, dass es weniger als 3 Kilometer sind, denn man konnte die Stadt von unserem Liegeplatz in Aqaba sehr gut sehen. Aber jetzt einfach mit unserem Dampfer in 10 Minuten dort rüber zu fahren, wäre wohl zu einfach gewesen. Die israelischen Behörden verlangen nämlich, dass das Schiff erst wieder in internationale Gewässer fahren muss, um nach Israel einreisen zu dürfen. Da waren ja die Ägypter mit ihrem Behördenschwachsinn bezüglich Deklaration der Fotoapparate noch harmlos. Der Leser möge aber bitte meinen Unmut über solche schikanösen Bestimmungen des Staates Israel nicht mit Antisemitismus verwechseln. Nachdem wir also 30 Seemeilen den Golf von Aqaba wieder raus ins offene Rote Meer gefahren sind, die gleiche Strecke wieder zurück, wobei wir die letzten 3 Seemeilen einen etwas westlicheren Kurs genommen haben, erreichen wir um 5:30 Uhr den Hafen von Eilat. Wir sind bereits um 5:00 Uhr aufgestanden, weil wir schon um viertel vor sieben im Bus sitzen, um die geschichtsträchtige Massada Festung am Toten Meer zu besichtigen. Die Festungs- und Burganlage wurde von Kaiser Herodes etwa im Jahre 40 vor Christus auf einer Hochfläche mit felsigen Steilabhängen errichtet. Sie galt als uneinnehmbar. 100 Jahre später, im Zuge des jüdischen Widerstands gegen die römische Besatzung, flohen knapp 1000 Juden, Männer, Frauen und Kinder eben auf diese Burg und trotzten 3 Jahre lang der römischen Belagerung. Schließlich wurde die Lage aussichtslos. Die Römer bauten eine riesige Rampe an der 100 Meter hohen Westflanke des Plateaus und sie begannen mit einem Rammbock die Mauern zu zerstören. Den belagerten Juden drohte als Strafe für den Widerstand die Sklaverei. Die Belagerten beschlossen, als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Per Los bestimmten sie einige Soldaten, die den Rest der Gruppe und anschließend sich gegenseitig töten sollten. Als die Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur noch zwei Frauen und fünf Kinder lebend vor. Durch diese Überlieferung wurde Massada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens. (Quelle: örtlicher Reiseführer und Wikipedia). Wir fahren etwa drei Stunden auf einer gut ausgebauten Straße durch die Negev Wüste. Östlich neben der Autobahn verläuft ein Zaun, der die Grenze zu Jordanien kennzeichnet. Dahinter erhebt sich die steile und zerklüftete Gebirgslandschaft, die wir gestern auf den Weg nach Petra durchfahren haben. Durch ein ausgeklügeltes, das fossile Grundwasser nutzende Bewässerungssystem, werden seit Jahrzehnten durch Kibbuzim (= Plural von Kibbuz), das sind kollektive Landwirtschaftsbetriebe, Teile der Wüste urbar gemacht. Wir sehen Dattelplantagen und riesige Gemüsefelder. Am Fuße des Massada-Plateaus angekommen brauchen wir aber nicht den Fußweg zu nehmen, der sich am 400 Meter hohen Osthang empor schlängelt, sondern wir nehmen die Seilbahn. Der israelische Führer erklärt uns gut und detailliert, wie der Alltag auf der Burg zur Zeiten des Herodes abgelaufen ist, wie die 1000 jüdischen Menschen während der dreijährigen Belagerung gelebt und überlebt haben und was die Römer alles unternommen haben, um belagerten zur Aufgabe zu zwingen und schließlich mit einem ungeheuren Menschenaufgebot, nämlich 15.00 Soldaten und noch einmal ebenso vielen Sklaven die Festung schließlich erstürmten. Mit der Seilbahn geht es dann wieder bergab und wir fahren in ein nahegelegenes Hotel zum Mittagessen. Anschließend haben wir die Gelegenheit im Toten Meer zu baden. Wie ein Korkstoppen treiben wir auf dem Rücken liegend im lauwarmen Wasser, das einen Salzgehalt von über 30 Prozent aufweist und deswegen so gut trägt. Größere Schwimmbewegungen sind nicht empfehlenswert, denn wenn man das Salzwasser in die Augen bekommt, soll es höllisch brennen. Richtig schwierig ist es, wenn man zum ersten Mal versucht sich von der Rückenlage wieder hinzustellen. Nach dieser Erfahrung nutzen wir dann auch noch den Pool des Hotels und machen uns gegen 15 Uhr auf den Rückweg zum Schiff. Da wir morgen wieder in Ägypten sein werden, werden in der Nacht die Uhren jetzt wieder um eine Stunde zurückgestellt und damit wieder mit Deutschland synchron.

71. Reisetag, Dienstag 7.5.2013 Sharm El-Sheikh/Ägypten

Wir kommen gegen 7 Uhr früh im Hafen des bekannten ägyptischen Badeorts Sharm El-Sheikh an. Gegen 9:30 Uhr fahren wir mit dem vom Schiff organisierten Shuttlebus (5 €) ins touristische Zentrum. Es sind nur wenige Touristen unterwegs. Die große Masse liegt an den Hotelpools, am Strand oder schnorchelt. Das pralle Leben entwickelt sich am Abend, aber da werden wir schon wieder weg sein. Die City ist auch schnell erforscht. Rund um eine neugebaute Moschee reihen sich die verschiedensten Läden, Restaurant und Cafes. Es gibt auch ein schäbiges Toilettenhäuschen, das wir aufsuchen möchten. Als wir gerade dabei sind, den geforderten Dollar für die Nutzung zu löhnen, macht der Besitzer eines Restaurants ein Angebot, dass wir nicht ablehnen können. Wenn wir bei ihm etwas trinken, ist die Benutzung der Toilette kostenlos, ebenso wie die Nutzung seines WLAN-Netzes. Also nehmen wir in dem einem Beduinenzelt nachempfundenen Restaurant Platz, trinken eine Cola und rufen mit unseren Smartphones unsere Emails ab. Zum Mittagessen sind wir wieder auf dem Schiff zurück. Am Abend ist es nicht mehr so schön wie in den letzten Tagen, um draußen zu sitzen, denn nachdem die Sonne untergegangen ist, sinkt die Temperatur rasch auf 20 Grad. Solche arktischen Temperaturen sind wir nicht mehr gewöhnt.

72. Reisetag, Mittwoch 8.5.2013 Port Said/Ägypten

Gegen 6 Uhr früh fährt unser Schiff in den Suezkanal ein. Zu dieser Zeit liegen wir aber noch im Bett. Die Durchfahrt durch den Kanal soll 12 bis 15 Stunden betragen, sodass uns noch genügend Zeit bleibt, dass bautechnische Wunderwerk zu bestaunen. Wir sind dann auch den ganzen Tag mit Fernglas und (registrierten) Fotoapparat auf den Außendecks unterwegs. Beide Ufer des Kanals werden lückenlos von bewaffneten Soldaten beobachtet und bewacht. Die Durchfahrt der Schiffe erfolgt im Konvoi. Das hat einen ganz einfachen Grund. Es gibt nur eine Stelle im Kanal, wo die aus dem Süden kommenden Schiffe und die aus dem Norden kommenden problemlos aneinander vorbeifahren können, nämlich im Bittersee. Dieser liegt etwa 65 Kilometer hinter der Südeinfahrt. Gegen 16:00 Uhr verlassen wir nach 162 Kilometer den Kanal durch die Nordeinfahrt und erreichen Port Said. Hier war eigentlich nur ein technischer Stopp von 19 bis 20 Uhr ohne Landgang geplant. Der Stopp sollte eigentlich nur dazu dienen, die Passagiere wieder aufzunehmen, die gestern das Schiff zu einer Überlandfahrt nach Kairo verlassen haben. Da wir aber unplanmäßig sehr früh angekommen sind, erfolgt doch eine Freigabe des Schiffs, sodass wir an Land können. Neben unserem liegt ein weiteres Kreuzfahrtschiff. Deswegen sind wohl innerhalb und außerhalb des Hafengeländes die vielen Buden und Verkaufsstände mit einem breiten touristischen Warenangebot. Des weiteren werden Kutschfahrten angeboten. Wir verlassen das Schiff und zeigen an einer Kontrollstelle brav unsere Pässe und befinden uns mitten im Verkaufstrubel innerhalb des Hafengeländes. Um das Hafengelände verlassen zu können, müssen wir erneut unsere Pässe zeigen. Die uniformierten Beamten blättern unsere Pässe von vorn bis hinten durch, diskutieren kurz miteinander und geben diese dann einem Mann in Zivil, der sich dann sofort nach irgendwohin auf den Weg macht. Unseren Protest kommentieren die beamtem mit einem kurzen: “Only one minute“. Da ich es dann doch etwas genauer wissen will, läßt er sich herab und sagt, es muss noch ein Stempel in den Pass. Warum andere die Passagiere ohne diesen Zusatzstempel das Hafengelände verlassen können, könnte uns warscheinlich nur die Sphinx weissagen. Nach zehn bangen Minuten ist die “one minute“ vorbei und der Mann bringt uns tatsächlich unsere Pässe zurück und wir dürfen endlich den Hafen verlassen. In einem nahegelegen Hotel fragen wir nach einer WLAN-Verbindung, denn ich möchte gerne den Bericht und die Bilder vom Oman in den Blog hochladen und habe deswegen mein Netbook mitgenommen. Für 5 US-$ erhalte ich einen Account und ein Passwort für eine einstündige Internetnutzung. Zurück im Hafen erliegt Doris dem reichhaltigen Warenangebot und kauft 2 gefälschte Markenuhren, die sie nach zähen Preisverhandlungen für 20 Euro ersteht. Um 20 Uhr verlasen wir den Hafen von Port Said. Vor uns liegen jetzt 2 Seetage bevor wir Naxos auf Sizilien erreichen werden.

73. – 74. Reisetag Donnerstag 9.5. bis Freitag 10.05.2013 Seetage

Jetzt sind wir im Mittelmeer und das Ende der Reise rückt immer näher. Aus Ägypten haben wir noch einige lästige Fliegen an Bord. Solche Störungen des Bordfriedens gab es bisher nicht. Ansonsten verlaufen die beiden Seetage ohne besondere Ereignisse, von der Abschiedsgala einmal abgesehen.

Bildergalerie Ägypten, Jordanien und Isreal

Safaga/Ägypten

Technischer Halt mitten in der Wüste

Technischer Halt mitten in der Wüste

Selbst im Liegen ist so ein Kamel noch recht hoch.

Selbst im Liegen ist so ein Kamel noch recht hoch.

Doch nun bilden "Ross" und Reiter eine Einheit.

Doch nun bilden „Ross“ und Reiter eine Einheit.

Beduinenkind

Beduinenkind

Doris‘ Kamelführerin.

Doris‘ Kamelführerin.

Aqaba/Jordanien

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Auf der Busfahrt nach Petra . die Gebirgslandschaft von Jordanien (Aufnahme durch das Busfenster)

Beduinen mit ihrer Herde.

Beduinen mit ihrer Herde.

Hier beginnt die kleine Wanderung nach und durch Petra.

Hier beginnt die kleine Wanderung nach und durch Petra.

Die Behausungen und Gebäude wurden in die Felsen gemeißelt.

Die Behausungen und Gebäude wurden in die Felsen gemeißelt.

Anfang des großen Schluchtwegs (Bab as-Siq).

Anfang des großen Schluchtwegs (Bab as-Siq).

Vorfahrt für den Stärkeren.

Vorfahrt für den Stärkeren.

Am Ende des Schluchtwegs …

Am Ende des Schluchtwegs …

.. eines der Highlights von Petra …

.. eines der Highlights von Petra …

… das Schatzhaus.

… das Schatzhaus.

Farbtupfer in der sonst kargen Landschaft in und um Petra.

Farbtupfer in der sonst kargen Landschaft in und um Petra.

Die sogenannten Königsgräber

Die sogenannten Königsgräber

Eilat/Israel

Der Fußweg zur Festung Massada

Der Fußweg zur Festung Massada

Am Modell kann man sehen, wie die Festung ursprünglich einmal ausgesehen hat.

Am Modell kann man sehen, wie die Festung ursprünglich einmal ausgesehen hat.

Die Festung Massada ist heute ein Symbol für den Freiheitwillen des Staates Israel.

Die Festung Massada ist heute ein Symbol für den Freiheitwillen des Staates Israel.

Blick von der Festung zum Toten Meer.

Blick von der Festung zum Toten Meer.

Im Toten Meer ist es sehr leicht, den Freischwimmerstatus zu erlangen.

Im Toten Meer ist es sehr leicht, den Freischwimmerstatus zu erlangen.

Sharm El-Sheikh/Ägypten

Die neue Moschee – Teile davon befinden sich noch im Bau.

Die neue Moschee – Teile davon befinden sich noch im Bau.

Dieser Gewürzhändler ihres Vertrauens garantiert …

Dieser Gewürzhändler ihres Vertrauens garantiert …

… größtmögliche Qualität.

… größtmögliche Qualität.

Suez Kanal und Port Said/Ägypten

Fahrt durch den Suezkanal Steuerbordseite ….

Fahrt durch den Suezkanal Steuerbordseite ….

… und Backbordseite.

… und Backbordseite.

Der Schiffskonvoi (ca. 20 Schiffe in Nordrichtung und ebenso viele in Südrichtung) wird von Schleppern begleitet, die bei Manövrierunfähigkeit eines Schiffes sofort eingreifen zu können.

Der Schiffskonvoi (ca. 20 Schiffe in Nordrichtung und ebenso viele in Südrichtung) wird von Schleppern begleitet, die bei Manövrierunfähigkeit eines Schiffes sofort eingreifen zu können.

Einfahrt nach Port Said.

Einfahrt nach Port Said.

Budenzauber im Hafen von Port Said.

Budenzauber im Hafen von Port Said.

Nachtrag – Bildergalerie Sri Lanka und Indien

Bildergalerie Sri Lanka und Indien

Irgendwie hatte ich es versäumt, die Bilder von Sri Lanka und Indien hochzuladen. 😦

 

 

Colombo/Sri Lanka

Fassade eines Hinduistischer Tempel

Fassade eines Hinduistischer Tempel

Innenraum eines Buddhistischen Tempels

Innenraum eines Buddhistischen Tempels

Große Buddhafigur

Große Buddhafigur

Straßensanierung…

Straßensanierung…

…während der Rushhour

…während der Rushhour

Kochi/Indien

Dacharbeiten…..

Dacharbeiten…..

…in luftiger Höhe

…in luftiger Höhe

Die Fischerboote mit 20 Mann Besatzung…

Die Fischerboote mit 20 Mann Besatzung…

 … gibt es in den tollsten Farben

… gibt es in den tollsten Farben

Chinesische Fischernetze

Chinesische Fischernetze

An der Bushaltestelle

An der Bushaltestelle

Wäscherei.

Wäscherei.

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Die Wäsche wird auf dem Stein geschlagen. Schonwaschgang?

Die Wäsche wird auf dem Stein geschlagen. Schonwaschgang?

Der versprochene “Gewürzmarkt“, der sich lediglich als kleines Lädchen entpuppt hat.

Der versprochene “Gewürzmarkt“, der sich lediglich als kleines Lädchen entpuppt hat.

Chinesisches Fischernetz: Man braucht 4 Leute um das Netz aus dem Wasser zu ziehen.(v.l.n.r.  indischer Fischer 1, indischer Fischer 2, Doris, Peter)

Chinesisches Fischernetz: Man braucht 4 Leute um das Netz aus dem Wasser zu ziehen.(v.l.n.r. indischer Fischer 1, indischer Fischer 2, Doris, Peter)

Man muss nach vorne zum Wasser balancieren, …

Man muss nach vorne zum Wasser balancieren, …

… um an das Netz zu gelangen...

… um an das Netz zu gelangen…

… und das unter den kritischen Blicken der vielen Zuschauer.

… und das unter den kritischen Blicken der vielen Zuschauer.

Das Ende einer schönen Tuk-Tuk-Fahrt

Das Ende einer schönen Tuk-Tuk-Fahrt

Mangalore/Indien

Maschinen zur Verarbeitung der Cashew-Nüsse. An einem Sonntag nicht besonders interessant.

Maschinen zur Verarbeitung der Cashew-Nüsse. An einem Sonntag nicht besonders interessant.

Die Chashew-Nüsse werden zum Trocknen…

Die Chashew-Nüsse werden zum Trocknen…

… gleichmäßig am Boden verteilt.

… gleichmäßig am Boden verteilt.

Mormugao/Indien

Unser Traumstand

Unser Traumstand

Mumbai(Bombay)/Indien

“The Gate of India“, das Wahrzeichen von Mombai.

“The Gate of India“, das Wahrzeichen von Mombai.

Mobiler Drucker im Einsatz vor dem großen Platz am “Gate of India“

Mobiler Drucker im Einsatz vor dem großen Platz am “Gate of India“

Das berühmte Luxushotel Taj Mahal.

Das berühmte Luxushotel Taj Mahal.

Italien Frankreich Deutschland

75. Reisetag, Samstag 11.5.2013 Naxos di Taormina/Italien

Am frühen morgen erreichen wir unser Ziel, Naxos die Taormina auf der italienischen Insel Sizilien und gehen vor Anker, weil es keine genügend große Pier gibt.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8467 [50%]

Naxos wurde von den alten Griechen gegründet

Gegen 9:30 fahren werden wir mit dem Tenderboot an Land gebracht. Naxos die Taormina ist eine kleine italienische Stadt am Fuße des das Vulkans Ätna und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Der bekannte Ferienort Taormina selbst liegt auf einem Hochplateau wenige Kilometer von Naxos entfernt. Da wir vor 3 Jahren schon einmal als Tagestouristen Taormina besucht hatten, verzichten wir auf einen Ausflug dorthin. Sehenswert dort ist auch nur das gut erhaltene antike Theater, der Rest besteht eigentlich nur aus Souvenirläden, Restaurants und Hotels.
Also bummeln wir durch die Stadt, vorbei an einigen Badestränden und besichtigen eine Kirche. In den Straßencafes ist nicht viel los. Am Ende des Ortes kehren wir um, laufen zurück Richtung Anlegestelle des Tenderboots und noch zwei Kilometer weiter und gelangen zu einem Markt. Dort erhält man Haushaltswaren, Nähgarn, Kleidung, Schuhe, Handtaschen, Bettwäsche und allerlei sonstigen Krempel. Auf dem Rückweg zur Anlegestelle nehmen wir eine Abkürzung, die uns zu einem Strand führt. Der Weg hört plötzlich in einer Bucht vor einem Lavafeld auf, das rechts vom Wasser und links von großen eingezäunten Herrenhäusern begrenzt ist. Kein Problem, das Lavafeld kann man überwinden und hinter der nächsten Biegung geht es sicher weiter.

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Da kommen wir doch locker durch.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8461 [50%]

Oder doch nicht?

Hinter der nächsten Biegung geht es natürlich nicht so ohne weiteres weiter. Die Lavebrocken werden größer und schroffer und im Prinzip stecken wir fest.

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Für die Schönheit der Natur haben wir plötzlich kein Auge mehr.

Entweder müssen wir bisher geleistete Kletterpartie in entgegen gesetzte Richtung absolvieren und auch die “Abkürzung“ wieder zurück wandern oder für immer im Lavafeld bleiben. Für diese Lösungen können wir uns nicht begeistern. Weiter in die bisher eingeschlagene Richtung wandern bzw. klettern ist jedoch technisch unmöglich und viel zu gefährlich.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8461 [50%]

Gefangen im Niemandsland.

Die Lage: Links sind nur eingefriedete Gebäude ohne das es zwischen zwei Grundstücken einen Weg gibt, der uns wieder auf eine Straße führt und rechts ist Lava und dann das Meer. Also klettern wir zu einem der Grundstücke und rufen, aber überall sind die Fensterläden verrammelt und kein Mensch ist weit und breit zu sehen. Eines der Grundstücke ist nur von einer niedrigen Mauer mir einem ebenso niedrigen Eisengeländer zur Lava-Mondlandschaft abgegrenzt und in unserer Not klettern wir rüber, in der Hoffnung, dass wir jetzt nicht von einem großen Wachhund gefressen werden, aber es hat ja nicht gebellt, als wir „hallo hallo“ gerufen haben. Wir müssen noch ein abgeschlossenes Gartentürchen überwinden und gelangen so auf die andere Seite des Grundstücks und da ist ein offenes Tor, das zu einer Straße führt und dort steht ein Mann. Wir entschuldigen uns bei ihm für den von uns begangenen Landfriedensbruch und es gelingt uns, ihm unsere Notlage zu erklären. Die Straße, auf die wir unsere ganze Hoffnung gesetzt haben ist allerdings einige Meter weiter durch ein schweres hohes unüberwindbares Eisentor versperrt. Zum Glück hat der besagter Mann eine Fernbedienung, mit der er uns diese Tor, welches uns in die Freiheit führt, öffnet. Wir befanden uns in einem großen, von der Öffentlichkeit abgegrenzten Bereich. Die Häuser und Villen dienen als Appartements und Hotels, die aber zur Zeit alle unbewohnt sind.
Nach circa einem Kilometer auf der Straße der Freiheit gelangen wir wieder auf bekanntes Terrain, wo es mittlerweile auch vor Touristen wimmelt. Wir haben zwar Hunger, nehmen aber davon Abstand, uns irgendwo eine Pizza zu genehmigen, weil wir auf einer anderen Reise in einem touristisch stark frequentierten italienischen Badeort die schlechteste Pizza unseres Lebens gegessen haben. In einem kleinen Straßencafe trinken wir etwas und essen den schlechtesten Hotdog unseres Lebens. Aber wenigsten gibt es in diesem Cafe kostenloses WLAN.
Am frühen Abend verlassen wir dann Naxos Di Taormina.

Am Abend auf dem Schiff wird auf den Pooldeck zur Unterhaltung der Passagiere “Hüttenzauber“ geboten. Neben Musik und Tanz gibt es diverse Spiele wie Eisstockschießen, Eisgolf, Nägel einschlagen etc. Und überall kann man einen Schnaps gewinnen.

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76. Reisetag, Sonntag 12.5.2013 Seetag.

Am Vormittag wird ein Bayerischer Frühschoppen mit Freibier veranstaltet. Ich habe allerdings keinen Durst auf Freibier, weil ich gestern Abend beim Eisstockschießen, Eisgolf und Nägeleinschlagen recht erfolgreich war. Außerdem muss ich für heute Nachmittag fit sein. Die Koffer müssen gepackt werden.
Den letzten Abend an Bord verbringen wir in Harry’s Bar und machen dem Musiker-Duo
Harald & Apollonia die Freude, wenigsten einmal auf der Reise zu ihrer Musik getanzt zu haben.

77. Reisetag, Montag 13.5.2013 Nizza/Frankreich.

Wir stehen um 7:30 auf, Das Schiff legt gerade im Hafen von Nizza an. An so einem Abreisetag herrscht immer eine seltsame Stimmung auf dem Schiff. Auch wir haben eigentlich kein Auge für den Hafen, wie sonst immer. Selbst die vornehmen Yachten, die hier liegen, bringen mich dazu, den Fotoapparat auszupacken und Bilder zu machen. Wir warten, bis wir aufgerufen werden, von Bord zu gehen um den Bus zu besteigen, der uns zum Flughafen bringen wird. Unsere Koffer haben wir gestern Abend vor die Kabinentür gestellt. Dort wurden sie abgeholt und wir finden sie jetzt vor dem Bus wieder, wo sie eingeladen werden.
Der Heimflug geht unproblematisch über die Bühne. Das Taxi am Frankfurter Flughafen braucht knapp 15 Minuten, bis es uns vor unserer Haustüre gegen 17:30 Uhr absetzt.
Als erstes wollen wir schnell etwas einkaufen, damit wir zum Abendessen und Frühstück nicht darben müssen, schließlich sind wir gute und reichhaltige Kost gewöhnt.
Unser Auto springt mit Ach und Krach gerade noch an. Die Batterie liegt in den letzten Zuckungen.

Tag 1 danach, Dienstag 14.5.2013 Niederhöchstadt/Deutschland

Wieder selbst Frühstück machen zu müssen ist ungewohnt. Was heute zu tun ist: Koffer auspacken. Wäsche waschen.

Fazit: Die Reise war super. Gut, dass ich alles aufgeschrieben habe, weil es doch unheimlich viele Eindrücke waren, die man gar nicht alle auf einmal verarbeiten kann. Wir werden noch sehr sehr lange von den Erinnerungen zehren können.

<<< zum Anfang

Auf zu neuen Ufern und Gestaden

Die nächsten Ziele

Nachdem wir festgestellt haben, dass man es ohne Komplikationen mehrere Wochen auf einem Schiff aushalten kann, ohne das es zu irgendeiner Zeit einmal langweilig wird, haben wir schon die nächsten reisen auf dem Radar.

Vom 25.07.2013 – 09.09. 2013 mit der MS ASTOR nach Grönland und Kanada.

25-07-2013-ms-astor-groenland-kanada_ji

Hierzu wird es auch wieder einen Blog geben, den Sie unter folgender Adresse finden: www.hoe2013b.wordpress.com .

 

Eine weitere Reise ist für 2015 geplant. Der Kreuzfahrtveranstalter Phoenix bietet eine Reise „In 96 Tagen rund um Südamerika“ auf der MS ANTANIA an. Wir haben für diese Reise eine Kabine in der Holzklasse gebucht.

suedamerika

Einen Blog hierzu wird es sicherlich auch geben, aber noch nicht heute und morgen nicht gleich.

Nachtrag: Den Südamerika-Blog gibt es inzwischen: Mit dem Schiff einmal rund um Südamerika

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Auf zu neuen Ufern und Gestaden

Die nächsten Ziele

Nachdem wir festgestellt haben, dass man es ohne Komplikationen mehrere Wochen auf einem Schiff aushalten kann, ohne das es zu irgendeiner Zeit einmal langweilig wird, haben wir schon die nächsten reisen auf dem Radar.

Vom 25.07.2013 – 09.09. 2013 mit der MS ASTOR nach Grönland und Kanada.

25-07-2013-ms-astor-groenland-kanada_ji

Hierzu wird es auch wieder einen Blog geben, den Sie unter folgender Adresse finden: www.hoe2013b.wordpress.com .

 

Eine weitere Reise ist für 2015 geplant. Der Kreuzfahrtveranstalter Phoenix bietet eine Reise „In 96 Tagen rund um Südamerika“ auf der MS ANTANIA  an. Wir haben für diese Reise eine Kabine in der Holzklasse gebucht.

suedamerika

Einen Blog hierzu wird es sicherlich auch geben, aber noch nicht heute und morgen nicht gleich.

Italien Frankreich Deutschland

75. Reisetag, Samstag 11.5.2013 Naxos di Taormina/Italien

Am frühen morgen erreichen wir unser Ziel, Naxos die Taormina auf der italienischen Insel Sizilien und gehen vor Anker, weil es keine genügend große Pier gibt.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8467 [50%]

Naxos wurde von den alten Griechen gegründet

Gegen 9:30 fahren werden wir mit dem Tenderboot an Land gebracht. Naxos die Taormina ist eine kleine italienische Stadt am Fuße des das Vulkans Ätna und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Der bekannte Ferienort Taormina selbst liegt auf einem Hochplateau wenige Kilometer von Naxos entfernt. Da wir vor 3 Jahren schon einmal als Tagestouristen Taormina besucht hatten, verzichten wir auf einen Ausflug dorthin. Sehenswert dort ist auch nur das gut erhaltene antike Theater, der Rest besteht eigentlich nur aus Souvenirläden, Restaurants und Hotels.
Also bummeln wir durch die Stadt, vorbei an einigen Badestränden und besichtigen eine Kirche. In den Straßencafes ist nicht viel los. Am Ende des Ortes kehren wir um, laufen zurück Richtung Anlegestelle des Tenderboots und noch zwei Kilometer weiter und gelangen zu einem Markt. Dort erhält man Haushaltswaren, Nähgarn, Kleidung, Schuhe, Handtaschen, Bettwäsche und allerlei sonstigen Krempel. Auf dem Rückweg zur Anlegestelle nehmen wir eine Abkürzung, die uns zu einem Strand führt. Der Weg hört plötzlich in einer Bucht vor einem Lavafeld auf, das rechts vom Wasser und links von großen eingezäunten Herrenhäusern begrenzt ist. Kein Problem, das Lavafeld kann man überwinden und hinter der nächsten Biegung geht es sicher weiter.

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Da kommen wir doch locker durch.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8461 [50%]

Oder doch nicht?

 Hinter der nächsten Biegung geht es natürlich nicht so ohne weiteres weiter. Die Lavebrocken werden größer und schroffer und im Prinzip stecken wir fest.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8458 [50%]

Für die Schönheit der Natur haben wir plötzlich kein Auge mehr.

Entweder müssen wir bisher geleistete Kletterpartie in entgegen gesetzte Richtung absolvieren und auch die “Abkürzung“ wieder zurück wandern oder für immer im Lavafeld bleiben. Für diese Lösungen können wir uns nicht begeistern. Weiter in die bisher eingeschlagene Richtung wandern bzw. klettern ist jedoch technisch unmöglich und viel zu gefährlich.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8461 [50%]

Gefangen im Niemandsland.

Die Lage: Links sind nur eingefriedete Gebäude ohne das es zwischen zwei Grundstücken einen Weg gibt, der uns wieder auf eine Straße führt und rechts ist Lava und dann das Meer. Also klettern wir zu einem der Grundstücke und rufen, aber überall sind die Fensterläden verrammelt und kein Mensch ist weit und breit zu sehen. Eines der Grundstücke ist nur von einer niedrigen Mauer mir einem ebenso niedrigen Eisengeländer zur Lava-Mondlandschaft abgegrenzt und in unserer Not klettern wir rüber, in der Hoffnung, dass wir jetzt nicht von einem großen Wachhund gefressen werden, aber es hat ja nicht gebellt, als wir „hallo hallo“ gerufen haben. Wir müssen noch ein abgeschlossenes Gartentürchen überwinden und gelangen so auf die andere Seite des Grundstücks und da ist ein offenes Tor, das zu einer Straße führt und dort steht ein Mann. Wir entschuldigen uns bei ihm für den von uns begangenen Landfriedensbruch und es gelingt uns, ihm unsere Notlage zu erklären. Die Straße, auf die wir unsere ganze Hoffnung gesetzt haben ist allerdings einige Meter weiter durch ein schweres hohes unüberwindbares Eisentor versperrt. Zum Glück hat der besagter Mann eine Fernbedienung, mit der er uns diese Tor, welches uns in die Freiheit führt, öffnet. Wir befanden uns in einem großen, von der Öffentlichkeit abgegrenzten Bereich. Die Häuser und Villen dienen als Appartements und Hotels, die aber zur Zeit alle unbewohnt sind.
Nach circa einem Kilometer auf der Straße der Freiheit gelangen wir wieder auf bekanntes Terrain, wo es mittlerweile auch vor Touristen wimmelt. Wir haben zwar Hunger, nehmen aber davon Abstand, uns irgendwo eine Pizza zu genehmigen, weil wir auf einer anderen Reise in einem touristisch stark frequentierten italienischen Badeort die schlechteste Pizza unseres Lebens gegessen haben. In einem kleinen Straßencafe trinken wir etwas und essen den schlechtesten Hotdog unseres Lebens. Aber wenigsten gibt es in diesem Cafe kostenloses WLAN.
Am frühen Abend verlassen wir dann Naxos Di Taormina.

Am Abend auf dem Schiff wird auf den Pooldeck zur Unterhaltung der Passagiere “Hüttenzauber“ geboten. Neben Musik und Tanz gibt es diverse Spiele wie Eisstockschießen, Eisgolf, Nägel einschlagen etc. Und überall kann man einen Schnaps gewinnen.

2013_05_11_Naxos_Italien_IMG_8470 [50%]

76. Reisetag, Sonntag 12.5.2013 Seetag.

Am Vormittag wird ein Bayerischer Frühschoppen mit Freibier veranstaltet. Ich habe allerdings keinen Durst auf Freibier, weil ich gestern Abend beim Eisstockschießen, Eisgolf und Nägeleinschlagen recht erfolgreich war. Außerdem muss ich für heute Nachmittag fit sein. Die Koffer müssen gepackt werden.
Den letzten Abend an Bord verbringen wir in Harry’s Bar und machen dem Musiker-Duo
Harald & Apollonia die Freude, wenigsten einmal auf der Reise zu ihrer Musik getanzt zu haben.

77. Reisetag, Montag 13.5.2013 Nizza/Frankreich.

Wir stehen um 7:30 auf, Das Schiff legt gerade im Hafen von Nizza an. An so einem Abreisetag herrscht immer eine seltsame Stimmung auf dem Schiff. Auch wir haben eigentlich kein Auge für den Hafen, wie sonst immer. Selbst die vornehmen Yachten, die hier liegen, bringen mich dazu, den Fotoapparat auszupacken und Bilder zu machen. Wir warten, bis wir aufgerufen werden, von Bord zu gehen um den Bus zu besteigen, der uns zum Flughafen bringen wird. Unsere Koffer haben wir gestern Abend vor die Kabinentür gestellt. Dort wurden sie abgeholt und wir finden sie jetzt vor dem Bus wieder, wo sie eingeladen werden.
Der Heimflug geht unproblematisch über die Bühne. Das Taxi am Frankfurter Flughafen braucht knapp 15 Minuten, bis es uns vor unserer Haustüre gegen 17:30 Uhr absetzt.
Als erstes wollen wir schnell etwas einkaufen, damit wir zum Abendessen und Frühstück nicht darben müssen, schließlich sind wir gute und reichhaltige Kost gewöhnt.
Unser Auto springt mit Ach und Krach gerade noch an. Die Batterie liegt in den letzten Zuckungen.

Tag 1 danach, Dienstag 14.5.2013 Niederhöchstadt/Deutschland

Wieder selbst Frühstück machen zu müssen ist ungewohnt. Was heute zu tun ist: Koffer auspacken. Wäsche waschen.

Fazit: Die Reise war super. Gut, dass ich alles aufgeschrieben habe, weil es doch unheimlich viele Eindrücke waren, die man gar nicht alle auf einmal verarbeiten kann. Wir werden noch sehr sehr lange von den Erinnerungen zehren können.

Bildergalerie Sri Lanka und Indien

Irgendwie hatte ich es versäumt, die Bilder von Sri Lanka und Indien hochzuladen. 😦

 

 

Colombo/Sri Lanka

Fassade eines Hinduistischer Tempel

Fassade eines Hinduistischer Tempel

Innenraum eines Buddhistischen Tempels

Innenraum eines Buddhistischen Tempels

Große Buddhafigur

Große Buddhafigur

Straßensanierung…

Straßensanierung…

…während der Rushhour

…während der Rushhour

Kochi/Indien

Dacharbeiten…..

Dacharbeiten…..

…in luftiger Höhe

…in luftiger Höhe

Die Fischerboote mit 20 Mann Besatzung…

Die Fischerboote mit 20 Mann Besatzung…

 … gibt es in den tollsten Farben

… gibt es in den tollsten Farben

Chinesische Fischernetze

Chinesische Fischernetze

An der Bushaltestelle

An der Bushaltestelle

Wäscherei.

Wäscherei.

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Die Wäsche wird auf dem Stein geschlagen. Schonwaschgang?

Die Wäsche wird auf dem Stein geschlagen. Schonwaschgang?

Der versprochene “Gewürzmarkt“, der sich lediglich als kleines Lädchen entpuppt hat.

Der versprochene “Gewürzmarkt“, der sich lediglich als kleines Lädchen entpuppt hat.

Chinesisches Fischernetz: Man braucht 4 Leute um das Netz aus dem Wasser zu ziehen.(v.l.n.r.  indischer Fischer 1, indischer Fischer 2, Doris, Peter)

Chinesisches Fischernetz: Man braucht 4 Leute um das Netz aus dem Wasser zu ziehen.(v.l.n.r. indischer Fischer 1, indischer Fischer 2, Doris, Peter)

Man muss nach vorne zum Wasser balancieren, …

Man muss nach vorne zum Wasser balancieren, …

… um an das Netz zu gelangen...

… um an das Netz zu gelangen…

… und das unter den kritischen Blicken der vielen Zuschauer.

… und das unter den kritischen Blicken der vielen Zuschauer.

Das Ende einer schönen Tuk-Tuk-Fahrt

Das Ende einer schönen Tuk-Tuk-Fahrt

Mangalore/Indien

Maschinen zur Verarbeitung der Cashew-Nüsse. An einem Sonntag nicht besonders interessant.

Maschinen zur Verarbeitung der Cashew-Nüsse. An einem Sonntag nicht besonders interessant.

Die Chashew-Nüsse werden zum Trocknen…

Die Chashew-Nüsse werden zum Trocknen…

… gleichmäßig am Boden verteilt.

… gleichmäßig am Boden verteilt.

Mormugao/Indien

Unser Traumstand

Unser Traumstand

Mumbai(Bombay)/Indien

“The Gate of India“, das Wahrzeichen von Mombai.

“The Gate of India“, das Wahrzeichen von Mombai.

Mobiler Drucker im Einsatz vor dem großen Platz am “Gate of India“

Mobiler Drucker im Einsatz vor dem großen Platz am “Gate of India“

Das berühmte Luxushotel Taj Mahal.

Das berühmte Luxushotel Taj Mahal.

Safaga/Ägypten

Technischer Halt mitten in der Wüste

Technischer Halt mitten in der Wüste

Selbst im Liegen ist so ein Kamel noch recht hoch.

Selbst im Liegen ist so ein Kamel noch recht hoch.

Doch nun bilden "Ross" und Reiter eine Einheit.

Doch nun bilden „Ross“ und Reiter eine Einheit.

Beduinenkind

Beduinenkind

Doris‘ Kamelführerin.

Doris‘ Kamelführerin.

Aqaba/Jordanien

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Auf der Busfahrt nach Petra . die Gebirgslandschaft von Jordanien (Aufnahme durch das Busfenster)

Beduinen mit ihrer Herde.

Beduinen mit ihrer Herde.

Hier beginnt die kleine Wanderung nach und durch Petra.

Hier beginnt die kleine Wanderung nach und durch Petra.

Die Behausungen und Gebäude wurden in die Felsen gemeißelt.

Die Behausungen und Gebäude wurden in die Felsen gemeißelt.

Anfang des großen Schluchtwegs (Bab as-Siq).

Anfang des großen Schluchtwegs (Bab as-Siq).

Vorfahrt für den Stärkeren.

Vorfahrt für den Stärkeren.

Am Ende des Schluchtwegs …

Am Ende des Schluchtwegs …

.. eines der Highlights von Petra …

.. eines der Highlights von Petra …

… das Schatzhaus.

… das Schatzhaus.

Farbtupfer in der sonst kargen Landschaft in und um Petra.

Farbtupfer in der sonst kargen Landschaft in und um Petra.

Die sogenannten Königsgräber

Die sogenannten Königsgräber

Eilat/Israel

Der Fußweg zur Festung Massada

Der Fußweg zur Festung Massada

Am Modell kann man sehen, wie die Festung ursprünglich einmal ausgesehen hat.

Am Modell kann man sehen, wie die Festung ursprünglich einmal ausgesehen hat.

Die Festung Massada ist heute ein Symbol für den Freiheitwillen des Staates Israel.

Die Festung Massada ist heute ein Symbol für den Freiheitwillen des Staates Israel.

Blick von der Festung zum Toten Meer.

Blick von der Festung zum Toten Meer.

Im Toten Meer ist es sehr leicht, den Freischwimmerstatus zu erlangen.

Im Toten Meer ist es sehr leicht, den Freischwimmerstatus zu erlangen.

Sharm El-Sheikh/Ägypten

Die neue Moschee – Teile davon befinden sich noch im Bau.

Die neue Moschee – Teile davon befinden sich noch im Bau.

Dieser Gewürzhändler ihres Vertrauens garantiert …

Dieser Gewürzhändler ihres Vertrauens garantiert …

… größtmögliche Qualität.

… größtmögliche Qualität.

Suez Kanal und Port Said/Ägypten

Fahrt durch den Suezkanal Steuerbordseite ….

Fahrt durch den Suezkanal Steuerbordseite ….

… und Backbordseite.

… und Backbordseite.

Der Schiffskonvoi (ca. 20 Schiffe in Nordrichtung und ebenso viele in Südrichtung) wird von Schleppern begleitet, die bei Manövrierunfähigkeit eines Schiffes sofort eingreifen zu können.

Der Schiffskonvoi (ca. 20 Schiffe in Nordrichtung und ebenso viele in Südrichtung) wird von Schleppern begleitet, die bei Manövrierunfähigkeit eines Schiffes sofort eingreifen zu können.

Einfahrt nach Port Said.

Einfahrt nach Port Said.

Budenzauber im Hafen von Port Said.

Budenzauber im Hafen von Port Said.

68. Reisetag, Samstag 4.5.2013 Safaga/Ägypten

 

In der Nacht wurden die Uhren wieder einmal um eine Stunde zurückgestellt. Jetzt haben wir die gleiche Zeit wie in Deutschland. Man sieht deutlich, dass das Ende der Reise naht. Aber bevor wir nach Ägypten einreisen dürfen, präsentierten man uns erst mal höheren Behördenunsinn derart, dass gestern jeder eine Deklaration seiner Film- und Fotogeräte einschließlich Gerätenummer abgeben musste. Mit einer Lupe bewaffnet gelang es mir dann auch die Seriennummer von meinem Handy zu entziffern, schließlich kann man damit ja auch fotografieren und filmen. Leute, die keine Kameras mithaben oder gar nicht mit an Land wollen, müssen dennoch ein leeres Deklarationsformular abgeben, auf dem dann nur Name und Passnummer eingetragen ist.
Safaga liegt im Süden Ägyptens am Westufer des Roten Meers. Hier hätten wir die Möglichkeit per Ausflug Luxor und das Tal der Könige zu besichtigen, eigentlich ein Muss eines Ägyptenbesuchs. Aber eine vierstündige Hinfahrt, dann in 4 Stunden erst Luxor, Mittagessen und anschließende das Tal der Könige besuchen und wieder vier Stunden für die Rückfahrt, hielten fanden wir dann doch nicht für so sinnvoll.
Wir haben deshalb einen Halbtagesausflug mit dem Titel: “Besuch eines Beduinenstamms“ gebucht. Um 9 Uhr früh geht es los. Wir sind nur 10 Teilnehmer, die sich in 2 Geländewagen auf den Weg machen. Zunächst  geht es durch Safaga, dann auf die Autobahn Richtung Hurghada und schließlich links ab in die “Arabische Wüste“. Zunächst ist die Wüste wenig naturbelassen, überall liegt Müll herum, hauptsächlich Plastikmüll. Aber nach einer gewissen Zeit wird der Unrat weniger. Bei der Wüste handelt es sich nicht um die klassische Sandwüste mit Dünen wie z. B. die Sahara, sondern um festen steinigen Boden. Im Hintergrund erheben sich hohe Berge, die sich farblich von der Ebene kaum unterscheiden. Wikipedia beschreibt kurz und knapp die Arabische Wüste wie folgt:
Sie besteht aus zerklüfteten
Basalt– und Granitformationen und erreicht ihre größte Höhe im Gebel Shayib al-Banat mit 2.187 Metern.
Diese Art der Wüste wird uns auch noch in Jordanien und in Israel begegnen. Nach eine knappen Stunde Fahrzeit erreichen wir unser Ziel, das Beduinendorf. Das Dorf besteht aus einigen einfachen Steinhäuser und Zelten. Am Dorfrand weiden Kamele. In einem offenen Zelt erhalten wir zunächst eine Tasse schwarzen Tee und unser Guide erzählt uns ein wenig über das Leben der Beduinen. Ein großes Problem ist, dass sich die verschiedenen Beduinenstämme wenig vermischen und es dadurch vermehrt zu Krankheiten und Missbildungen kommt, weil Verwandte untereinander heiraten.
Auf die Gruppe warten drei gesattelte Kamele, aber nur Doris und ich nehmen das Angebot zu einem kleinen Kamelritt war. An der nächsten “Station“ des Beduinen Musterdorfes backt eine Frau Fladenbrot, von dem wir alle probieren müssen. Es schmeckt gar nicht schlecht. Weitere Besichtigungspunkte sind der Brunnen und ein Webstuhl. Nach dem die Handwerkskunst am Webstuhl kurz demonstriert wurde, werden  neben Produkten aus eigener Produktion auch diverse Fabrikwaren angeboten. Dann ist es auch schon Zeit für die Rückfahrt. Vom einheimischen Führer erhalten wir dann noch die Insiderinformation, dass das besichtigte Dorf nur noch wegen der Touristen existiert und die Bewohner längst die Städte gezogen sind und an “Touristentagen“ zur Arbeit in das Dorf fahren.
Den Nachmittag verbringen wir auf dem Schiff am Pool, den wir heute erst genau wie das Jacuzzi zum ersten Mal nutzen.

 

69. Reisetag, Sonntag 5.5.2013 Aqaba/Jordanien

In der Nacht, die wegen einer erneuten Zeitumstellung diesmal um eine Stunde kürzer ist, sind wir in den Golf von Aqaba eingefahren, an dessen Ende die Hafenstadt Aqaba liegt. Hier haben wir trotz der notwendigen langen Busfahrt einen Ganztagesausflug zu dem UNESCO-Welterbe, die verlassene Felsenstadt Petra, gebucht. Auf der mehr als dreistündigen Fahrt durch die sehr schroffe Gebirgslandschaft (Sandstein und Granit) sehen wir echte Beduinendörfer, Kamel-  Schaf- und Ziegenherden. Über Petra selbst ist zu sagen, dass es sich hierbei um die antike Hauptstadt der Nabatäer handelt Herausragend sind die in die Felsen gemeißelten Monumentalfassaden (30m x 40 m). Jetzt wissen wir auch, warum dieser Ausflug recht teuer ist, denn allein der Eintritt kostet etwa 55 Euro. Man hat einiges an Fußweg zurückzulegen und das bei sengender Hitze. Schließlich gelangt man an einen langen Schluchtweg, an dem die engen Felswände bis zu 100 m aufwärts ragen. Die Passage durch diese enge Schlucht birgt gewisse gefahren. Man kann sich nämlich, wenn man die Strecke nicht laufen möchte, sich vom Eingang von Petra bis zur Hauptattraktion, dem sogenanntem Schatzhaus, mit einer einspännigen Pferdekutsche fahren lassen. Und die Kutscher fahren wie die Teufel. Wenn man das Rattern eines solchen Gefährts hört, tut man besser daran, sich eng an die Felswand zu drücken. Wir erreichten schließlich unversehrt das “Schatzhaus“, wobei es sich bei diesem Namen um einen reinen Fantasienamen handelt. Denn wozu der hinter der prachtvollen gemeißelten Fassade gelegene Raum tatsächlich genutzt wurde, ist unbekannt. Der Regisseur Steven Spielberg nutze das “Schatzhaus“ als Kulisse für seinen Film “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. Aber beim Schatzhaus war noch lange nicht Schluss, es ging weiter zum Theater, das einst mehrere tausend Zuschauer fassen konnte und zu den “Königsgräbern“. Neben der antiken Pracht gibt es aber auch Souvenirläden und ein Freiluftcafe, wo wir unsere mitgebrachten Lunchpakete verzehren können. So gestärkt machen wir uns auf den knapp einstündigen Rückmarsch zum Bus und treten die Rückreise nach Aqaba an. Dafür, dass wir anschließend den Fitnessraum auf dem Schiff nicht mehr aufsuchten, ist hoffentlich nachvollziehbar.

70. Reisetag, Montag 6.5.2013 Eilat/Israel

Eilat liegt einen Steinwurf weit von Aqaba entfernt. Ich schätze, dass es weniger als 3 Kilometer sind, denn man konnte die Stadt von unserem Liegeplatz in Aqaba sehr gut sehen. Aber jetzt einfach mit unserem Dampfer in 10 Minuten dort rüber zu fahren, wäre wohl zu einfach gewesen. Die israelischen Behörden verlangen nämlich, dass das Schiff erst wieder in internationale Gewässer fahren muss, um nach Israel einreisen zu dürfen. Da waren ja die Ägypter mit ihrem Behördenschwachsinn bezüglich Deklaration der Fotoapparate noch harmlos. Der Leser möge aber bitte meinen Unmut über solche schikanösen Bestimmungen des Staates Israel nicht mit Antisemitismus verwechseln. Nachdem wir also 30 Seemeilen den Golf von Aqaba wieder raus ins offene Rote Meer gefahren sind, die gleiche Strecke wieder zurück, wobei wir die letzten 3 Seemeilen einen etwas westlicheren Kurs genommen haben, erreichen wir um 5:30 Uhr den Hafen von Eilat. Wir sind bereits um 5:00 Uhr aufgestanden, weil wir schon um viertel vor sieben im Bus sitzen, um die geschichtsträchtige Massada Festung am Toten Meer zu besichtigen. Die Festungs- und Burganlage wurde von Kaiser Herodes etwa im Jahre 40 vor Christus auf einer Hochfläche mit felsigen Steilabhängen errichtet. Sie galt als uneinnehmbar. 100 Jahre später, im Zuge des jüdischen Widerstands gegen die römische Besatzung, flohen knapp 1000 Juden, Männer, Frauen und Kinder eben auf diese Burg und trotzten 3 Jahre lang der römischen Belagerung. Schließlich wurde die Lage aussichtslos. Die Römer bauten eine riesige Rampe an der 100 Meter hohen Westflanke des Plateaus und sie begannen mit einem Rammbock die Mauern zu zerstören. Den belagerten Juden drohte als Strafe für den Widerstand die Sklaverei. Die Belagerten beschlossen, als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Per Los bestimmten sie einige Soldaten, die den Rest der Gruppe und anschließend sich gegenseitig töten sollten. Als die Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur noch zwei Frauen und fünf Kinder lebend vor. Durch diese Überlieferung wurde Massada zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens. (Quelle: örtlicher Reiseführer und Wikipedia). Wir fahren etwa drei Stunden auf einer gut ausgebauten Straße durch die Negev Wüste. Östlich neben der Autobahn verläuft ein Zaun, der die Grenze zu Jordanien kennzeichnet. Dahinter erhebt sich die steile und zerklüftete Gebirgslandschaft, die wir gestern auf den Weg nach Petra durchfahren haben. Durch ein ausgeklügeltes, das fossile Grundwasser nutzende Bewässerungssystem, werden seit Jahrzehnten durch Kibbuzim (= Plural von Kibbuz), das sind kollektive Landwirtschaftsbetriebe, Teile der Wüste urbar gemacht. Wir sehen Dattelplantagen und riesige Gemüsefelder. Am Fuße des Massada-Plateaus angekommen brauchen wir aber nicht den Fußweg zu nehmen, der sich am 400 Meter hohen Osthang empor schlängelt, sondern wir nehmen die Seilbahn. Der israelische Führer erklärt uns gut und detailliert, wie der Alltag auf der Burg zur Zeiten des Herodes abgelaufen ist, wie die 1000 jüdischen Menschen während der dreijährigen Belagerung gelebt und überlebt haben und was die Römer alles unternommen haben, um belagerten zur Aufgabe zu zwingen und schließlich mit einem ungeheuren Menschenaufgebot, nämlich 15.00 Soldaten und noch einmal ebenso vielen Sklaven die Festung schließlich erstürmten. Mit der Seilbahn geht es dann wieder bergab und wir fahren in ein nahegelegenes Hotel zum Mittagessen. Anschließend  haben wir die Gelegenheit im Toten Meer zu baden. Wie ein Korkstoppen treiben wir auf dem Rücken liegend im lauwarmen Wasser, das einen Salzgehalt von über 30 Prozent aufweist und deswegen so gut trägt. Größere Schwimmbewegungen sind nicht empfehlenswert, denn wenn man das Salzwasser in die Augen bekommt, soll es höllisch brennen. Richtig schwierig ist es, wenn man zum ersten Mal versucht sich von der Rückenlage wieder hinzustellen. Nach dieser Erfahrung nutzen wir dann auch noch den Pool des Hotels und machen uns gegen 15 Uhr auf den Rückweg zum Schiff. Da wir morgen wieder in Ägypten sein werden, werden in der Nacht die Uhren jetzt wieder um eine Stunde zurückgestellt und damit wieder mit Deutschland synchron.

71. Reisetag, Dienstag 7.5.2013 Sharm El-Sheikh/Ägypten

Wir kommen gegen 7 Uhr früh im Hafen des bekannten ägyptischen Badeorts Sharm El-Sheikh an. Gegen 9:30 Uhr fahren wir mit dem vom Schiff organisierten Shuttlebus (5 €) ins touristische Zentrum. Es sind nur wenige Touristen unterwegs. Die große Masse liegt an den Hotelpools, am Strand oder schnorchelt. Das pralle Leben entwickelt sich am Abend, aber da werden wir schon wieder weg sein. Die City ist auch schnell erforscht. Rund um eine neugebaute Moschee reihen sich die verschiedensten Läden, Restaurant und Cafes. Es gibt auch ein schäbiges Toilettenhäuschen, das wir aufsuchen möchten. Als wir gerade dabei sind, den geforderten Dollar für die Nutzung zu löhnen, macht der Besitzer eines Restaurants ein Angebot, dass wir nicht ablehnen können. Wenn wir bei ihm etwas trinken, ist die Benutzung der Toilette kostenlos, ebenso wie die Nutzung seines WLAN-Netzes. Also nehmen wir in dem einem Beduinenzelt nachempfundenen Restaurant Platz, trinken eine Cola und rufen mit unseren Smartphones unsere Emails ab. Zum Mittagessen sind wir wieder auf dem Schiff zurück. Am Abend ist es nicht mehr so schön wie in den letzten Tagen, um draußen zu sitzen, denn nachdem die Sonne untergegangen ist, sinkt die Temperatur rasch auf 20 Grad. Solche arktischen Temperaturen sind wir nicht mehr gewöhnt.

72. Reisetag, Mittwoch 8.5.2013 Port Said/Ägypten

Gegen 6 Uhr früh fährt unser Schiff in den Suezkanal ein. Zu dieser Zeit liegen wir aber noch im Bett. Die Durchfahrt durch den Kanal soll 12 bis 15  Stunden betragen, sodass uns noch genügend Zeit bleibt, dass bautechnische Wunderwerk zu bestaunen. Wir sind dann auch den ganzen Tag mit Fernglas und (registrierten) Fotoapparat auf den Außendecks unterwegs. Beide Ufer des Kanals werden lückenlos von bewaffneten Soldaten beobachtet und bewacht. Die Durchfahrt der Schiffe erfolgt im Konvoi. Das hat einen ganz einfachen Grund. Es gibt nur eine Stelle im Kanal, wo die aus dem Süden kommenden Schiffe und die aus dem Norden kommenden problemlos aneinander vorbeifahren können, nämlich im Bittersee. Dieser liegt etwa 65 Kilometer hinter der Südeinfahrt. Gegen 16:00 Uhr verlassen wir nach 162 Kilometer den Kanal durch die Nordeinfahrt und erreichen Port Said. Hier war eigentlich nur ein technischer Stopp von 19 bis 20 Uhr ohne Landgang geplant. Der Stopp sollte eigentlich nur dazu dienen, die Passagiere wieder aufzunehmen, die gestern das Schiff zu einer Überlandfahrt nach Kairo verlassen haben. Da wir aber unplanmäßig sehr früh angekommen sind, erfolgt doch eine Freigabe des Schiffs, sodass wir an Land können. Neben unserem liegt ein weiteres Kreuzfahrtschiff. Deswegen sind wohl innerhalb und außerhalb des Hafengeländes die vielen Buden und Verkaufsstände mit einem breiten touristischen Warenangebot. Des weiteren werden Kutschfahrten angeboten. Wir verlassen das Schiff und zeigen an einer Kontrollstelle brav unsere Pässe und befinden uns mitten im Verkaufstrubel innerhalb des Hafengeländes. Um das Hafengelände verlassen zu können, müssen wir erneut unsere Pässe zeigen. Die uniformierten Beamten blättern unsere Pässe von vorn bis hinten durch, diskutieren kurz miteinander und geben diese dann einem Mann in Zivil, der sich dann sofort nach irgendwohin auf den Weg macht. Unseren Protest kommentieren die beamtem mit einem kurzen: “Only one minute“. Da ich es dann doch etwas genauer wissen will, läßt er sich herab und sagt, es muss noch ein Stempel in den Pass. Warum andere die Passagiere ohne diesen Zusatzstempel das Hafengelände verlassen können, könnte uns warscheinlich nur die Sphinx weissagen. Nach zehn bangen Minuten ist die “one minute“ vorbei und der Mann bringt uns tatsächlich unsere Pässe zurück und wir dürfen endlich den Hafen verlassen. In einem nahegelegen Hotel fragen wir nach einer WLAN-Verbindung, denn ich möchte gerne den Bericht und die Bilder vom Oman in den Blog hochladen und habe deswegen mein Netbook mitgenommen. Für 5 US-$ erhalte ich einen Account und ein Passwort für eine einstündige Internetnutzung. Zurück im Hafen erliegt Doris dem reichhaltigen Warenangebot und kauft 2 gefälschte Markenuhren, die sie nach zähen Preisverhandlungen für 20 Euro ersteht. Um 20 Uhr verlasen wir den Hafen von Port Said. Vor uns liegen jetzt 2 Seetage bevor wir Naxos auf Sizilien erreichen werden.

73. – 74. Reisetag Donnerstag 9.5. bis Freitag 10.05.2013 Seetage

Jetzt sind wir im Mittelmeer und das Ende der Reise rückt immer näher. Aus Ägypten haben wir noch einige lästige Fliegen an Bord. Solche Störungen des Bordfriedens gab es bisher nicht. Ansonsten verlaufen die beiden Seetage ohne besondere Ereignisse, von der Abschiedsgala einmal abgesehen.

Oman

60. Reisetag, Freitag 26.4.2013 Muscat/Oman

Nach 2 erholsamen Seetagen im indischen Ozean erreichen wir Muscat, die Hauptstadt des Sultanats Oman. Bis 1970 war der Oman ein unterentwickeltes, rückwärtsgewandtes Land, weil der Sultan ein erzkonservativer Mann war. Der Sohn dieses Sultans hat es irgendwie geschafft, den Alten nach England abzuschieben und hat sich selbst auf den Thron gesetzt. Er schaffte in den letzten 4 Jahrzehnten ein modernes Oman, in dem er Schulen, Krankenhäuser bauen ließ und eine moderne Verwaltung installierte. Fehlendes Know How beschaffte er, in dem er hochqualifizierte ausländische Fachkräfte ins Land holte und diese nach und nach durch inzwischen gut ausgebildete Omanis ersetzen lies. Er installierte ein Sozialsystem, wie Rente, Arbeitslosengeld etc. Es gibt auch ein Parlament, das aber nur beratende Funktion hat, entscheiden tut der Sultan. Wohl und Wehe des Landes hängen also ausschließlich von den Dekreten des Sultans ab. Bis jetzt ist das einigermaßen gut gelaufen, aber wehe der Sultan wird irre oder bösartig oder geistesgestört. Was der Sultan, der kinderlos ist, allerdings bisher vergessen hat, ist eine Nachfolgeregelung zu schaffen. Er ist jetzt 74 und so viel mir bekannt ist, leben auch Sultane nicht ewig. Oman sollte also schleunigst den Wechsel von der absoluten Monarchie zur konstitutionellen Monarchie vollziehen.
Falls sich der geneigte Leser wundert, woher ich das alles weiß, ich habe mir an den Seetagen an Bord einen Vortrag über Oman, gehalten von einer Lektorin, angehört.
Jedenfalls sind wir jetzt in Oman (oder heißt es im Oman?) und machen uns nach dem Frühstück auf, zu Fuß die Hauptstadt zu erkunden. Muscat (es gibt auch die Schreibweise Maskat) ist eine kleine Hauptstadt mit nur 25.00 Einwohnern. Nach wenigen hundert Metern erreichen wir den Ausgang des Hafens, wo eine handvoll Taxifahrer warten, die allerdings nicht besonders hartnäckig sind und sich vom geübten Touristen leicht abschütteln lassen. Obwohl Freitag ist, was in islamischen Ländern dem christlichen Sonntag entspricht, sehen wir ein geöffnetes Friseurgeschäft. Da meine Haare mittlerweile schon wieder über die Ohren gewachsen sind, lasse ich mir einen osmanischen Kurzhaarschnitt verpassen, mit allem Drum und Dran. Dazu gehört auch eine Nassrasur, eine Kopf- Gesichts- Nacken- und Schultermassage, eine Gesichtspflege mit diversen Mittelchen und Cremes und ein Spezialpreis für Touristen, nämlich 20 US-Dollar (circa 15 Euro). Aber ich tröste mich damit, dass es in Deutschland beim Starfriseur Christoph Waltz auch nicht preiswerter gewesen wäre.
So gestylt flanieren wir an der kilometerlangen Uferpromenade entlang. Der Gehweg und das Promenadenmäuerchen bestehen aus Marmor. Im Weg sind immer wieder Ornamente eingelassen. Alle 200 Meter gibt es kleine Pavillons mit einem goldenen Kuppeldach. Hier findet man Schatten und Bänke zum Verweilen und Ausruhen. Da hat der Sultan anscheinend entschieden: „Klotzen und nicht kleckern!“. Gegenüber der Promenade stehen elegante Häuser, Geschäfte und Hotels. Hinter dieser Zeile etwas versteckt, findet man den Souk. Ein Souk ist „ein kommerzielles Viertel in einer arabischen Stadt“, so definiert es Wikipedia. Enge Gässchen, angenehm kühl, weil hier die Sonne nicht hinkommt, Geschäft an Geschäft, wenige mit Bedarf für die einheimische Bevölkerung, die meisten doch auf die touristische Kundschaft ausgelegt. Da Oman an der sogenannten Weihrauchstraße, ein uralter Handelsweg, liegt, wird hier in fast jedem Geschäft Weihrauch verkauft, ich erinnere mich wieder an meine alten Tage als Ministrant. Neben dem allgegenwärtigen Weihrauch werden Kaschmirprodukte, der übliche Souvenirkitsch, Kleidung und Schuhe angeboten. Was Doris in Colombo nicht gelungen ist, nämlich in ihrer Größe passende Schuhe zu finden, gelingt hier. Sie ersteht zwei paar leichte bequeme Sommerschuhe, nach langwierigem erfolgreichem Feilschen.
Wir schlendern langsam zurück zum Schiff, denn für den Nachmittag steht ein organisierter Ausflug an, eine Fahrt mit einer Dhau, einem speziellen Segelschifftyp, wie er seit vielen Jahrhunderten an den Anliegerländern des indischen Ozeans gebaut und verwendet wurde. Aber da es mittlerweile angefangen hat zu regnen wird der Ausflug abgesagt, einmal wegen der schlechten Sichtverhältnisse, und des Weiteren, weil die Wellen außerhalb des geschützten Hafens die Dhau doch kräftig hin und her schaukeln würden.
Von Mitreisenden erfahren wir am Abend, dass der organisierte Ausflug „Stadtrundfahrt mit Besuch des Souk“ am Nachmittag stattgefunden hat und die Regenfälle den Souk überschwemmt haben, weil es keine Abwasserkanäle gibt. Den Leuten blieb nichts anderes übrig, als die Schuhe auszuziehen und durch das knietiefe Wasser zurück zu ihrem Bus zu waten.
Kurz vor Mitternacht verlässt unser Schiff den Hafen Muscat. Da das ursprüngliche Ziel für den 1.Mai, die jemenitische Hafenstadt Hodeidah, wegen der unsicheren politischen Lage gestrichen wurde, ist der Routenplan für die nächsten Tagen abgeändert worden. Morgen ist also kein Seetag, sondern wir werden vor dem omanischen Hafenstädtchen Sur ankern.

61. Reisetag, Samstag 27.4.2013 Sur/Oman

Da wir heute wieder mal auf Reede liegen, da der Hafen von Sur für unser Schiff zu klein ist, tendern wir zur Anlegestelle. An Hand der Informationen die wir von der Reiseleitung erhalten haben, wissen wir, dass wenn man von der Anlegestelle aus etwa 2,5 Kilometer in östliche Richtung laufen, man zu einer kleinen Werft kommt, wo man heute noch Dhaus baut und da wollen wir, bzw. eher ich hin, aber Doris läuft brav mit. Dumm ist nur, dass der Hafen wie weiland Berlin von einer großen Mauer umgeben ist und sich der einzige Ausgang mehr als einen Kilometer westlich von der Anlegestelle entfernt, in die Mauer eingelassen wurde, wahrscheinlich auf Geheiß des Sultans auf Anraten der Taxilobby. Was uns wundert ist, dass wir von keinem Taxisfahr angesprochen werden, obwohl hier und da eines steht. Wir laufen also einen Kilometer innen an der Mauer entlang, passieren den Ausgang und gehen wieder einen Kilometer diesmal außen an der Mauer entlang, wieder zurück. Jetzt erreichen wir ziemlich bald die Uferpromenade, die und in Richtung Dhau-Werft führen soll. Sie ist ähnlich prächtig wie die gestern in Muscat, nur dass es keine Pavillons gibt. Der Himmel schiebt des Öfteren eine Wolke vor die Sonne, was uns den Marsch erleichtert. Wir gelangen schließen an die Werft und betreten zögerlich das Gelände und da uns niemand verjagt fragen wir, ob wir fotografieren dürfen, was uns zunächst verwehrt wird und warum auch immer dann doch erlaubt wird.
Eine Dhau wird in Handarbeit aus Holz gebaut. Zurzeit befinden sich 3 Schiffe im Bau. Es gibt kein Trockendock und wir sehen keine Kräne oder schwere Maschinen. Die Schiffsrümpfe sind mit Stämmen und Pflöcken abgestützt und das Ganze sieht recht abenteuerlich aus. Für den Bau gibt es keine Pläne, die Schiffe werden aus dem “Gedächtnis“ gebaut. Die Bauleitung erfolgt durch Omanis, während die Arbeiten selbst durch indische Gastarbeiter ausgeführt werden, die anscheinend auch auf dem Werftgelände wohnen.
Nachdem wir alles besichtigt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Wir gehen nicht die Strandpromenade entlang, sondern durch den Ort, auch in der Hoffnung, ein Taxi zu finden, den wir sind zur Überzeugung gelangt, dass wir jetzt genug gelaufen sind. Das erste Taxi, das ich versuche anzuhalten ist gar keins, sondern eine Fahrschulfahrzeug, die haben nämlich, wie die Taxis auch so einen Pinöckel auf dem Dach, nur dass dort auf Arabisch nicht Taxi sondern Fahrschule steht. Meinen Irrtum bemerke ich einen Augenblich später, denn ich sehe, dass Fahrer und Beifahrer weiblich sind und sich hinten am Fahrzeug ein Schild mit einem großen “L“ befindet, wie man es auch in England von den Fahrschulen auch kennt. Oman ist eines der wenigen arabischen Länder, in denen Frauen Autofahren dürfen.
Nachdem uns noch einige Schafe und Ziegen auf dem Bürgersteig die Vorfahrt genommen haben, gelingt es mir dann doch ein richtiges Taxi anzuhalten. Der Fahrpreis zum Hafen beträgt 400 Baizas, das sind 80 Euro-Cent, man merkt sofort, dass hier der Tourismus noch nicht Fuß gefasst hat. Die omanische Währung ist der Omani Rial und dieser wird unterteilt in 1000 Baizas.
Am Abend besuchen wir zum ersten Mal richtige Show im großen Saal des Schiffes, der Atlantic Lounge, bisher hatten wir lediglich der Crew- und der Gästeshow beigewohnt. Das Showprogramm hat den Titel “Buddy Holly and Friends“ und das Ensemble versucht mit Rock ’n‘ Roll Hits den Saal zum Kochen zu bringen, was nur leider nur partiell gelingt. Doris und ich jedenfalls haben eine Menge Spaß und lassen uns sogar zu einigen Tänzen hinreißen.
Unser Schiff ist mittlerweile unterwegs zu unserem letzten Ziel in Oman, die ganz im Süden liegende Stadt Salalah.

62. Reisetag, Sonntag 28.4.2013 Seetag

Wir merken, dass die Reise nun so ganz langsam zu Ende geht, denn heute Vormittag gibt es einen informativen Vortrag über die angebotenen Ausflüge in Ägypten, Jordanien, Israel und Sizilien. Und danach kommt Nizza, wo wir ohne weitere touristische Aktivitäten von Bord gehen und nach Hause fliegen werden.

63. Reisetag, Montag 29.5.2013 Salalah/Oman

Wir machen an der Pier des Containerhafens fest. Der Hafen liegt weit außerhalb des Ortes in einer Bucht und soll nicht viel Sehenswertes bieten, außer dass man dort preiswert Weihrauch kaufen kann, denn Salalah wird auch die Weihrauchstadt genannt. Da wir aber im Moment keinen Bedarf an Weihrauch haben, treten wir am Nachmittag einen gebuchten Ausflug an. Versprochen wurde uns eine 30 minütige Busfahrt zu einem Strandhotel, dessen Einrichtungen man mitbenutzen kann. Mit einem Traumstand vor dem geistigen Auge war aber nach schon knapp 10 Minuten die Busfahrt zu Ende. Wir hatten die Bucht, in der der Hafen liegt, gar nicht verlassen. Mitten in einer trostlosen Brachlandschaft, die durch eine Reihe von Großbaustellen aufgelockert ist, liegt unser Ziel, ein Hilton-Mittelklasse-Strandhotel, mit einer recht schönen Poollandschaft. Vom Hotelgelände gelangt man direkt zum breiten Strand mit Blick auf den Containerhafen. Zum Wasser sind es circa 250 Meter. Das Wasser ist auch nicht besonders toll, es gibt Tang und ab und zu schwimmt eine Plastiktüte vorbei, außerdem trübt die Brandung das Wasser sehr. Immerhin ist nur eine gelbe Flagge(Baden eventuell gefährlich) gehisst, was eine wesentliche Verbesserung gegenüber unserem Strandbesuch in Goa/Indien bedeutet, wo wir ja eine rote Flagge (Baden verboten) vorfanden war. Wir schwimmen also etwas im Arabischen Meer, bleiben aber anschließen den Rest der Zeit am Hotelpool und haben viel Spaß beim Rutschen auf der Wasserrutsche. Aber deswegen extra in den Oman zu fahren, muss man eigentlich nicht.
Nach dem Abendessen, einem kulinarischer Themenabend unter dem Motto “1001 Nacht“ laufen wir aus. Bei Nacht und aus einer gewissen Entfernung sieht sogar ein gut beleuchteter Containerhafen romantisch aus. Die Landstraßen von Salalah, die sich in Serpentinen in das gleich hinter der Stadt beginnende Gebirge hochhangeln, sind mit dicht stehenden Straßenlaternen bestückt, was natürlich bei Dunkelheit phantastisch wirkt. Da hat der Sultan mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut.

64. – 67. Tag Dienstag 30.4.3013 – Freitag 3.5.2013 Seetage

Unser nächstes Ziel liegt im Norden des Roten Meers und lautet Safaga/Ägypten. Bis dahin werden wir 4 Tage brauchen. Die Route führt am Horn von Afrika vorbei, ein von Piraten verseuchtes Gebiet. Schon seit Muscat/Oman wurden deswegen die ersten Maßnahmen getroffen. Auf dem Promenadendeck wurde jeweils steuerbord und backbord eine Dummy-Puppe, mit einer gelben Warnweste und einer Baseballkappe auf dem Kopf aufgestellt, um potentielle Piraten abzuschrecken. Die Informationspolitik über die Piraterie ist auch nicht wirklich befriedigend. Es wurde ein Informationsblatt verteilt, in dem zu lesen war, dass wir durch einen gesicherten Korridor fahren werden und in den Nächten vom 30.4 – 2.5 verdunkelt fahren werden. In diesen Nächten ist der Aufenthalt auf den Außendecks verboten, Ausnahme sei ganz nur ganz oben das Sonnendeck. Die Vorhänge in den Kabinen sollen zugezogen bleiben. Mich hätten aber zusätzlich die Antworten auf folgende Fragen interessiert.

  • Wie gelangen die Piraten auf ein Schiff und wie bringen sie es unter ihre Kontrolle?
  • Welche Schiffe gehören zum Beuteschema?
  • Inwieweit macht eine Verdunklung des Schiffes im Zeitalter des Radars und scheinwerferbesitzenden Piraten Sinn?

Wirklich große Sorgen mache ich mir allerdings nicht. Wie soll eine handvoll Männer, die mit ein bis zwei kleineren Booten kommen, eine 300 köpfige Mannschaft und ebenso viele Passagiere auf einem großen Schiff unter Kontrolle halten? Das ist bei einem Frachter mit höchstens 10 Mann Besatzung doch wesentlich einfacher. Hier beruhigt mich ganz einfach das Sankt Florian Prinzip: „ Oh heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd‘ andere an.“
In der Walpurgis Nacht (30.4) werden dann die Außendecks gesperrt. In den Restaurants und Bar sind die Vorhänge zugezogen, zumindest bei den Fenstern, die welche haben. Es gibt allerdings viele unverhüllte aber hell erleuchtete Fenster. Stellt sich also eine weitere Frage:

  • Ist ein halbverdunkeltes Schiff bereits genügend geschützt oder ist das ganze lediglich ein Aktionismus mit Alibifunktion?

Am 1.Mai gegen 16:30 Uhr sollen tatsächlich, so wird später erzählt, 2 bewaffnete Zodiacs, das sind robuste, schnelle Schlauchboote, gesichtet worden sein, die, vorbei an unserem Schiff, auf einen Frachter zusteuerten. Es tauchte dann aber auch ein Kriegsschiff auf, sodass die Zodiacs sich wieder zurückgezogen haben.

Aber heute, am letzten dieser vier Seetage, ist das alles vergessen. Heute ist auf dem Schiff eine Piratenparty angesagt. Ich sehe das allerdings mal wieder mit gemischten Gefühlen. Hier wird ein ernstes Problem verharmlost und wird der allgemeinen Belustigung geopfert, aber vielleicht sehe ich das doch ein wenig zu eng. Aber gerade in den letzten Tagen ging es durch die Nachrichten, dass in Somalia, dem Land, wo sich die Piraten rekrutieren, in den Jahren von 2010 bis 2012 mehr als 260.00 Menschen an Hunger gestorben sind. So ein Land bildet doch den ideale Nährboden, in dem kriminelle Hintermänner Leute ohne sonstige Perspektiven finden können, die dann ebenfalls kriminell werden, indem sie die Drecksarbeit machen und Schiffe entführen, und so den Hintermännern ermöglichen, Millionen Dollars Lösegeld zu erpressen , von dem Piraten dann einen Teil erhalten. Natürlich muss man die Piraten bekämpfen, aber das tatsächliche, viel größere Problem liegt woanders.

In den vergangenen vier Seetagen wurde auch ein vierteiliger Computerkurs angeboten, in dem man lernen sollte, wie man sich einen eigenen Internetauftritt bastelt. Der Referent hatte bereits einen einstündigen Vortrag bzw. Kurs zum Thema „Suchen mit Google“ gehalten. Da waren wir 20 noch Teilnehmer, aber da man dem Referenten nicht gestattet hat, das schiffseigene Internet zu nutzen und er zum allem Überfluss sich noch die vorbereiteten PowerPoint-Folien gelöscht hatte, war die Angelegen doch sehr trocken. Außerdem war er nicht unbedingt ein begnadeter Didakt, sodass die Angelegenheit trocken und für einige wohlmöglich unverständlich war. So ist es zu erklären, dass wir zu Beginn der neuen Kursreihe genau zwei Zuhörer waren. Der Referent, der unbestritten großes und fundiertes Fachwissen mitbrachte, stellte die Software „Joomla“ vor, ein mächtiges und flexibles Tool, dessen Bedienung allerdings kompliziert und aufwendig ist. Zusätzlich schleuderte er der 2 köpfigen Zuhörerschaft Begriffe wie XML-File, HTML-Code, CSS-Formatierung, FTP-Filetransfer, Local Host, PHP-Skripte  etc. um die Ohren. Der zweite Herr ist beim nächsten Mal erst gar nicht mehr gekommen. So kam ich in den Genuss eines persönlichen IT-Trainers und habe auf meine alten Tage als Computermann noch einiges lernen können.

Ach ja, ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass vorgestern mal wieder Galaabend war, dem Doris und ich traditionell nicht beigewohnt haben.

Bildergalerie Oman

Muscat/Oman

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Fassaden der Uferstraße

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Uferpromenade…

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… mit kleinen schattigen Pavillons zum Ausruhen.

 

Sur/Oman

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Auch hier eine schöne Promenade.

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Die Pläne für den Bau einer Dhau…

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… gibt es nur im Kopf des Konstrukteurs …

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…und nicht auf Papier.

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Die Karawane…

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…zieht weiter.

 

Salalah/Oman

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Badestrand mit Hafenblick.

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Piratenschreck.